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Untersuchungen aus Südkorea Sind re-positiv getestete Patienten infektiös?

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Weltweit werden millionenfach Sars-CoV-2-Tests gemacht.

(Foto: imago images/Westend61)

Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, müssen vor der Entlassung aus dem Krankenhaus zwei Mal negative Testergebnisse haben. Bei manchen dieser Patienten springt der Test nach der Entlassung jedoch wieder um. Bisher war man nicht sicher, warum. Forscher aus Südkorea beruhigen.

Berichte von Covid-19-Patienten, die trotz einer überstandenen Covid-19-Erkrankung positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, haben eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Handelt es sich hierbei um Einzelfälle? Können diese Patienten andere Menschen anstecken? Erkranken sie erneut? Sind die Patienten, trotz der überstandenen Covid-19-Erkrankung nicht immun? Um Fragen zu re-positiven Patienten zu klären, hat das Koreanische Center für Disease Control und Prevention (KCDC) insgesamt 447 re-positiv-Fälle bis zum 15. Mai aus drei verschiedenen Regionen ermittelt, teilt die Behörde mit.

Alle Patienten wurden vorher wegen Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt und hatten die Standards für eine Entlassung erfüllt. Rund ein Drittel davon wurde wegen wieder auftretender Symptome erneut getestet. Der Rest der untersuchten Patienten wurde zufällig bei Screening-Tests der Nasenschleimhaut erneut positiv getestet. Die Tests wurden ein bis 37 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus durchgeführt.

Kontaktsuche bringt beruhigendes Ergebnis

Die Gesundheitsbehörde des Landes leitete für die re-positiv-Getesteten eine Kontaktsuche ein, um zu klären, ob diese Personen andere Menschen in ihrer Umgebung infiziert hatten. Insgesamt mussten 790 Kontakte überprüft werden, von denen es sich 351 Mal um Familienangehörige handelte. 285 Fälle konnten auf diese Weise analysiert werden. Es zeigte sich, dass von 790 überprüften Personen, die Kontakte zu re-positiven Menschen hatten, insgesamt drei Sars-CoV-2-Infektionen hatten. Diese wurden jedoch auf andere Ursachen zurückgeführt.

In einem weiteren Schritt versuchten die Forscher das Virus aus Abstrichen von 108 re-positiven Patienten aufzufangen und in Petrischalen im Labor zu vermehren. Nach Angaben der Behörde ist das nicht ein einziges Mal gelungen. Darüber hinaus wurden 23 Gesundete auf Antikörper getestet. Bis auf eine Person fiel der Test bei allen anderen positiv aus. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass re-positiv-Getestete nicht noch einmal wegen einer Sars-CoV-2-Infektion erkranken.

Kein regional begrenztes Phänomen

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Auch wenn die Ergebnisse erst durch weitere Untersuchungen bestätigt werden müssen, geht die Behörde Südkoreas aktuell davon aus, dass re-positive getestete Personen nicht infektiös sind und damit für andere kein Gesundheitsrisiko darstellen. Der erneute Nachweis von Sars-CoV-2 ist zudem nicht auf Südkorea beschränkt. Auch Analysen aus China, die in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Zunyi Medical University mit einer Datenerhebung vom 25. Januar bis zum 26. Februar gemacht wurden, befassen sich mit re-positiven Fällen. Die Forscher sahen bei 11 von 69 Patienten 9 bis 17 Tage nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus erneut positive Sars-CoV-2-Tests. Die Ergebnisse aus China wurden im Fachjournal JAMA veröffentlicht.

Eine naheliegende Begründung für re-positive Patienten könnte sein, dass der sogenannte PCR-Test, der hoch-sensitiv und medizinischer Standard ist, nicht zwischen infektiösen Viren und abgestorbenen Virusbruchstücken unterscheiden kann. Wieso allerdings das nachgewiesene Virusmaterial nach einiger Zeit wieder nachweisbar ist, woher genau es aus dem Körper stammt und ob es sich bei den Ergebnissen um einer Reihe falscher Testergebnisse handelt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Quelle: ntv.de, jaz