Wissen

Immunreaktionen in Studie US-Labor meldet Fortschritt bei Impfstoff

Der Impfstoff des Unternehmens Moderna wurde in Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt.

Der Impfstoff des Unternehmens Moderna wurde in Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Weltweit befinden sich Pharmaunternehmen und Forschungsinstitute in einem Wettlauf um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein zusammen mit der US-Gesundheitsbehörde entwickelter Impfstoff zeigt nun erste Erfolge bei Menschen. Das frühe Zwischenergebnis schlägt sich auch auf die Aktie des Unternehmens nieder.

Das US-Biotech-Unternehmen Moderna hat von "positiven Zwischenergebnissen" in der ersten Phase klinischer Tests eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus berichtet. Der gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelte Impfstoff mRNA-1273 habe bei 8 von 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen, teilte das Unternehmen mit. Diese ähnelte demnach der Reaktion infizierter Menschen auf das Virus.

"Obwohl sie als vorläufig zu betrachten sind, zeigen die Zwischenergebnisse der ersten Phase, dass eine Impfung mit mRNA-1273 eine Immunreaktion in der gleichen Größenordnung auslösen kann, wie sie durch eine natürlich ausgelöste Infektion hervorgerufen wird", erklärte Tal Zaks, medizinischer Leiter von Moderna. Die vollständigen Ergebnisse der ersten Phase der klinischen Tests sind jedoch noch nicht bekannt.

Das Unternehmen realisiert die klinische Studie gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde NIH. Die US-Regierung investierte fast eine halbe Milliarde Dollar in das Forschungsprojekt. Drei Gruppen aus jeweils 15 Teilnehmern erhielten in der ersten Phase drei verschiedene Dosen des Impfstoffs. An der zweiten Phase, die den Angaben zufolge demnächst beginnt, soll voraussichtlich eine größere Zahl von Menschen teilnehmen.

Die dritte sowie letzte und wichtigste Phase der klinischen Tests soll im Juli beginnen. Sie ist ausschlaggebend für eine mögliche Anerkennung der Wirksamkeit des Impfstoffs. Laut Moderna ergaben zusätzliche Tests an Mäusen, dass der Impfstoff eine Verbreitung des Virus in den Lungen der Mäuse verhindert. Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst.

Die Aktie von Moderna sprang nach der Veröffentlichung der Zwischenergebnisse im frühen Handel um 23 Prozent nach oben. Mit etwa 87 Dollar waren die Papiere des Pharmakonzerns damit so teuer wie noch nie zuvor.

Quelle: ntv.de, agr/AFP