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Krebs ist die Ausnahme Chronische Erkrankungen erhöhen Demenzrisiko

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Beim Gedächtnistraining gegen Demenz

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Demenz ist eine gefürchtete Erkrankung des Alters. Die Ursachen dafür sind noch immer nicht vollständig geklärt. Forschende untersuchen die Daten britischer Staatsangestellter über Jahrzehnte hinweg. Sie finden Hinweise auf 12 chronische Erkrankungen und einer späteren Demenz.

Forschende haben mit den Daten einer Langzeitstudie einen Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen im mittleren Erwachsenenalter und einer späteren Demenzerkrankung festgestellt. Céline Ben Hassen vom INSERM in Paris hat mit ihren britischen Kollegen 13 chronische Erkrankungen ausgewählt und mit dem Auftreten von Demenzen im Alter abgeglichen. Grundlage dafür bildeten die Daten der sogenannten Whitehall-II-Studie. Sie begleitet seit 1985/88 mehr als 10.000 Regierungsangestellte, die damals im Alter zwischen 35 und 55 Jahre waren. Alle Studienteilnehmer wurden und werden im Zeitintervall von vier bis fünf Jahren erneut befragt und medizinisch untersucht. Dabei werden auch chronische Erkrankungen erfasst.

Mittlerweile liegt die erste Untersuchung der Probandinnen und Probanden durchschnittliche 31,7 Jahre zurück. Von den 10.095 Teilnehmern hatten 6,6 Prozent im Alter von 55 Jahren und 32 Prozent im Alter von 70 Jahren eine sogenannte Multimorbidität. Über den Nachbeobachtungszeitraum von fast 32 Jahren wurden 639 Fälle von Demenz identifiziert. Für diese Studie wurde Multimorbidität als das Vorhandensein von mindestens zwei chronischen Erkrankungen aus einer vordefinierten Liste von 13 chronischen Erkrankungen definiert, ausgenommen die Demenz selbst. Die Analysen der Daten ergaben eine Erhöhung des Demenzrisikos bei 12 der chronischen Erkrankungen. Nur bei Krebs konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.

Auch psychische Erkrankungen erhöhen Demenz-Risiko

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Das größte Risiko einer späteren Demenz besteht demnach bei Morbus Parkinson, gefolgt von Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Auch für Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, chronischer Nieren- oder Lebererkrankungen ist das Demenzrisiko erhöht. Für chronische Arthritis und rheumatoider Arthritis vermuten die Forschenden einen kausalen Zusammenhang zu späteren Demenzerkrankungen. Ebenso können psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, den Daten zufolge das Demenzrisiko im Alter erhöhen. Auf der Grundlage der Studienergebnisse, die im "The BMJ" veröffentlicht wurden, lässt sich feststellen: Je früher die chronischen Erkrankungen auftraten und je häufiger diese waren, umso größer war auch das Demenzrisiko.

"Angesichts des Fehlens einer wirksamen Behandlung von Demenz und ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen ist es unerlässlich, Ziele für die Prävention von Demenz zu finden", werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Mitteilung zitiert. Die Studienergebnisse würden die Rolle von Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten im Laufe des Erwachsenenalters unterstreichen. Nur so könnten die nachteilige Folgen im Alter abgemildert werden.

Quelle: ntv.de, jaz

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