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"Einige sind wirklich genial"Wie Forscher aus Beatles-Songs Wortspiele machen

11.09.2026, 09:45 Uhr
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Die im Jahr 1960 im englischen Liverpool gegründete Rockband prägte die Popkultur nachhaltig und verkaufte weltweit geschätzt über eine Milliarde Tonträger. (Foto: picture alliance / NurPhoto / Giannis Alexopoulos)

The Beatles sind bis heute eine der bekanntesten, einfluss- und erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Aus diesem Grund bedienen sich auch Forschende am Erbe der Band. Eine Untersuchung zeigt, wie oft das seit den 1970ern passiert.

"Love is all you need" - nötig erscheint einigen Forschungsteams aber auch die Unterstützung von einer der berühmtesten Popbands der Welt: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedienen sich zumindest beim Verfassen ihrer Fachartikel sehr gern bei den Texten der Beatles. Das zeigt eine im Fachjournal "PLOS One" veröffentlichte Analyse eines niederländischen Teams.

Forschende nutzten regelmäßig popkulturelle Referenzen, besonders häufig aus der Musik, erklärt das Team um Gabriel Budel von der University of Technology in Delft. Eine sorgfältig ausgewählte kulturelle Referenz könne dazu beitragen, dass sich Menschen besser an Inhalte erinnern könnten - und somit Wissenschaftlern helfen, mit ihren Forschungserkenntnissen ein größeres Publikum als nur die eigene Fachöffentlichkeit zu erreichen.

Beatles tausendfach zitiert

Die Forschenden glichen mithilfe von KI-Modellen eine kuratierte Liste populärer Beatles-Songtitel und -texte mit Studien verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen ab. Dafür nutzen sie Scopus, eine Datenbank wissenschaftlicher Publikationen. Insgesamt fand das Team darin 2237 exakte Beatles-Referenzen und 963 Beispiele für kreative Wortspiele mit den Texten oder Titeln. Medizinische und sozialwissenschaftliche Studien dominierten dabei, aber auch in der Ökonomie, Umweltwissenschaft oder künstlerischen Disziplinen kamen die Referenzen vor. Die Veröffentlichungen reichen von den 1970er Jahren bis ins Jahr 2025.

"Einige davon sind wirklich genial. "The lung and winding road" ist ein Artikel über Long Covid, in dem lediglich ein Vokal ausgetauscht wurde", sagt Erstautor Budel mit Blick auf den Song "The Long and Winding Road" von 1970. Der Song "Everybody's Got Something to Hide Except Me and My Monkey" hingegen habe Patentrechts-Forscher zu dem Studientitel "Everybody's Got Something to Hide Except Me and My Patented Monkey" inspiriert. "Da hatte wohl jemand einen sehr guten Tag an seinem Schreibtisch", freut sich Budel.

Forscher oft etwas negativer als die Beatles

Das Forschungsteam stellte eine interessante Tendenz fest: Der Optimismus der Beatles-Texte werde in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen oft ins Gegenteil umgekehrt, erklärt Co-Autor Michiel Tjepkema - etwa im Fall von "With a little help from my enemies" oder "Although it helps, love is not all you need". "Die Songs sind hoffnungsvoll, die Paper sind skeptisch", sagt Tjepkema.

Die Top-Ten-Beatles-Songs kamen in insgesamt 1584 Titeln von Fachartikeln vor. Damit liegen die Briten weit vor Elvis Presley, dessen Top-Ten-Songs in 196 Artikeln zitiert wurden und Michael Jackson mit 65 Referenzen zu seinen populärsten Songs.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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