Fundsache

Fund aus Zeit der Republik Über 2000 Jahre alte römische Münzen in Halle entdeckt

22.07.2026, 13:18 Uhr
00:00 / 01:58
21-07-2026-Sachsen-Anhalt-Halle-Saale-Numismatikerin-Anika-Tauschensky-untersucht-eine-ueber-2000-Jahre-alte-Silbermuenze-mit-dem-Abbild-der-Gottheit-Roma-im-Landesmuseum-fuer-Vorgeschichte-Bei-einem-aussergewoehnlichen-Hortfund-wurden-erstmals-in-Sachsen-Anhalt-fuenf-dieser-Silberdenare-der-Roemischen-Republik-entdeckt-Zu-dem-Fund-gehoeren-ein-Denar-aus-dem-Jahr-148-vor-Christus-sowie-vier-weitere-Silbermuenzen-die-zwischen-82-und-79-vor-Christus-gepraegt-wurden
Eine Numismatikerin untersucht eine der gefundenen Silbermünze im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale). (Foto: dpa)

Bislang wurden in Sachsen-Anhalt nur 19 Münzen aus der Zeit der römischen Republik gefunden. In Halle stoßen Archäologen nun auf weitere Schätze. Ein Umstand macht den Fund zudem noch bemerkenswerter.

Seltener Fund von mehr als 2000 Jahre alten Silbermünzen: In Halle an der Saale sind erstmals in Sachsen-Anhalt mehrere zusammengehörige Münzen aus der Zeit der römischen Republik entdeckt worden. Die Münzen waren möglicherweise Teil einer kleinen Börse, die verloren ging oder im Boden aufbewahrt wurde, wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle mitteilte.

Die sogenannten Denare stammen aus der Zeit vor den römischen Kaisern. Eine Münze wurde um 148 vor Christus geprägt, vier weitere zwischen 82 und 79 vor Christus. Dass sie bei ihrer Entdeckung nicht mehr ganz beieinander lagen, könnte durch landwirtschaftliche Arbeiten, Erosion oder Tiere verursacht worden sein.

Für Sachsen-Anhalt ist der Fund besonders bedeutend. Bislang wurden dort nur 19 Silbermünzen aus der Zeit der römischen Republik gefunden. Dabei handelte es sich stets um Einzelstücke. Zwar existieren vier Münzen aus Großleinungen, deren ursprüngliche Fundumstände können jedoch nicht mehr rekonstruiert werden, da es sich bei ihnen um einen Ankauf aus dem Jahr 1897 handelt. 

Dass nun mehrere republikanische Denare zusammen entdeckt wurden, gibt der Forschung neue Hinweise zum besseren Verständnis der Beziehungen zwischen dem römischen Reich und den Menschen in der Region. Die Münzen dienten vermutlich nicht als alltägliches Zahlungsmittel, weil damals im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts keine Geldwirtschaft bestand. Die Silberstücke dürften eher wegen ihres materiellen und sozialen Werts weitergegeben worden sein - etwa durch Fernhandel, diplomatische Geschenke oder Weitergabe innerhalb germanischer Netzwerke. 

Quelle: ntv.de, lar/AFP

ArchäologieHalleSachsen-AnhaltHistorisches