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Zum ersten Mal wird im Polo BlueGT eine Zylinderabschaltung in einem Vierzylindermotor angeboten.
Zum ersten Mal wird im Polo BlueGT eine Zylinderabschaltung in einem Vierzylindermotor angeboten.

Die unmerkliche Reduktion: Polo BlueGT schaltet einfach ab

Mit dem Polo BlueGT präsentiert VW ein Fahrzeug, dass zum einen sparsam ist und zum anderen genug Leistung bietet, um flott unterwegs zu sein. Das Prinzip das der kleine Volkswagen dafür nutzt ist nicht neu und wurde bereits in den 1970er Jahren genutzt. Je nach Last schaltet der Kleinwagen zwei seiner vier Zylinder ab oder zu.

Auf kurvigen Landstraßen unterbleibt die Zylinderabschaltung.
Auf kurvigen Landstraßen unterbleibt die Zylinderabschaltung.

Spritsparen steht in der Automobilindustrie verständlicherweise hoch im Kurs. Downsizing, Gewichtsersparnis und Hybridisierung sind die geeigneten Mittel und Maßnahmen. Und neuerdings wird auch wieder die bereits Ende der 1970er-Jahre erfundene Zylinderabschaltung verwendet. Statt wie bislang üblich, die Anzahl der befeuerten Zylinder in großvolumigen Achtzylindern zeitweise zu halbieren, nutzt Volkswagen die Technik in einem mittelgroßen Vierzylinder. Im ab Herbst 2012 erhältlichen Polo BlueGT werkelt mit dem 1,4-Liter-Benzinmotor ein technischer Leckerbissen mit einer beachtlichen Leistung von 140 PS unter der Motorhaube des Kleinwagens. Zum Preis ab 19.650 Euro.

Der Durchschnittsverbrauch soll trotz 140 PS bei nur 4,6 Litern auf 100 Kilometern liegen.
Der Durchschnittsverbrauch soll trotz 140 PS bei nur 4,6 Litern auf 100 Kilometern liegen.

Bei unserer ersten Ausfahrt mit dem etwas über vier Meter kurzen Kompakten fällt vor allem die überaus sportliche Dynamik auf, die sich bereits bei niedrigen Drehzahlen bemerkbar macht. Kein Wunder, denn das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern steht schon ab 1500 Umdrehungen an, und hält sich dann tapfer bis zu 3500 U/min. Das knackige Triebwerk bringt so viel Fahrspaß mit sich, dass man ständig geneigt ist, die volle Leistung von 140 PS auszureizen, die dann bei 5600 Umdrehungen ansteht. Der im direkten Vergleich zum Polo GTI dezente Sound, der aus den zweiflutigen Auspuffendrohren, in Zusammenarbeit mit dem drehfreudigen Abgasturbolader, die Ohren verwöhnt, vervollständigt das große Fahrvergnügen in dem kleinen fünfsitzigen Flitzer.

Sportlicher Sparfuchs

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Nur hat diese Vergnügungssucht dann auch einen Haken, der Benzinverbrauch liegt dann über sechs Litern. Eigentlich ist der BlueGT-Polo als sportlicher Sparfuchs gedacht. Schließlich kann man dank Downsizing, das heißt Hubraumreduzierung plus Direkteinspritzung und Turboaufladung, sowie Start-Stopp-System und Rekuperation bis zu einem Liter Sprit auf 100 Kilometer einsparen. Wer mit zartem Gasfuß gefühlvoll unterwegs sein möchte, erreicht handgeschaltet die werksseitige Verbrauchsangabe von durchschnittlich nur 4,6 Litern auf 100 Kilometern.

Das entspricht einer CO2-Emission von 107 Gramm je Kilometer. Und es geht noch sparsamer, wenn sich der BlueGT-Käufer für das mit 1425 Euro aufpreispflichtige Doppelkupplungsgetriebe, bei Volkswagen DSG genannt, entscheidet. Vollautomatisch durch die sieben verfügbaren Vorwärtsgänge geschaltet liegt der Durst dann im Schnitt noch um ein Zehntelchen unter dem manuellen Sechsgang-Standardwert. Aber trotz der weniger zügigen Fahrweise, bleibt der Fahrspaß so nicht zwingend auf der Strecke, denn das coole Cruisen liegt dem BlueGT ebenfalls.

Die Unmerkliche Reduktion

Wenn man dann doch lieber die maximalen Fahrleistungen ausprobieren möchte, gelingt der Sprint von null auf 100 km/h in 7,9 Sekunden, übrigens identisch mit beiden Getriebevarianten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jeweils bei 210 Stundenkilometern. Erstaunlich ist, ganz gleich mit welcher Fahrweise man unterwegs ist, das aktive Zylindermanagement namens ACT schaltet stets unmerklich vom vierzylindrischen Vortrieb auf den Zwei-Zylinder-Modus um - und umgekehrt.

Nur die Anzeige im mittelzentrierten Multifunktionsdisplay verrät den Sparbetrieb. Kein Wunder, denn in nur 13 bis 36 Millisekunden, dass entspricht ungefähr einer halben Nockenwellenumdrehung, werden die mechanischen Umschaltvorgänge vollzogen. Ob eine Umschaltung verbrauchstechnisch sinnvoll ist, entscheidet die intelligente Software, die ständig über die Motorsteuerung die aktuelle Fahrsituation analysiert. Bei zügigen Touren über kurvige Landstraßen mit einem unregelmäßigen Wechsel von Bremsen und Beschleunigen unterbleibt beispielsweise die Deaktivierung. Die zusätzliche Technik erhöht das Motorengewicht um insgesamt drei Kilogramm. Das fällt aber kaum ins Gewicht, da das Triebwerk selbst durch Leichtbaumaßnahmen um 22 Kilogramm auf 114 Kilo abgespeckt hat.

Und woran erkennt man den Polo BlueGT von außen? Beispielsweise an den 17-Zoll-Leichtmetallfelgen im Speichen-Design, den GT-Schriftzügen an Front und Heck und dem neuen Doppelendrohr der Auspuffanlage. Die ausgeprägten Front- und Heckschürzen kommen direkt vom Polo GTI. Innen fühlt man sich auch wie Polo GTI, denn die Instrumente, die Sportsitze und auch die schwarzen Säulenverkleidungen kommen vom Polo-Spitzenmodell.

Quelle: n-tv.de

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