Samstag, 31. Oktober 2009
"Als größter Opportunismus verboten": Müller dachte an Selbstmord
Die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat in einem öffentlichen Gespräch über frühere Gedanken zum Suizid gesprochen.
Müller während der Poetikvorlesung in Leipzig.
(Foto: dpa)
Sie habe nie tot sein wollen, nur teilweise das Leben nicht mehr ertragen. "Aber der Suizid ist dir innerlich als größter Opportunismus verboten, wenn er für den Geheimdienst eine Genugtuung wäre", sagte Müller im Rahmen der 3. Leipziger Poetikvorlesung.
Bei der Veranstaltung berichtete die im Banat geborene Schriftstellerin über das Schreiben unter dem Druck von Bespitzelung und physischer Zermürbung durch den Geheimdienst Securitate im sozialistischen Rumänien. 2007 initiierten das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen die Vorlesung "Freie Schreibweisen der Gegenwart". Sie hatten Herta Müller zum Gespräch geladen, noch bevor ihr im Oktober der Literaturnobelpreis zuerkannt wurde.
dpa
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