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Jobbesetzung meist über Beziehungen: Am häufigsten hilft Vitamin B

Wer einen Job will, muss die richtigen Leute kennen. So neu ist diese Erkenntnis nicht, sie lässt sich nun aber auch mit Zahlen unterfüttern. Die liefert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das untersucht hat, wie Neueinstellungen im Jahr 2010 zustande gekommen sind. Vor allem in Kleinstbetrieben läuft demnach vieles über persönliche Netzwerke.

Ein gutes Netzwerk hilft, doch bei Stellen für Hochqualifizierte kommt man oft nicht um eine klassische Bewerbung herum.
Ein gutes Netzwerk hilft, doch bei Stellen für Hochqualifizierte kommt man oft nicht um eine klassische Bewerbung herum.(Foto: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de)

Persönliche Kontakte sind für eine erfolgreiche Jobsuche weitaus wichtiger als die Arbeitsagenturen oder das Internet. Fast ein Viertel aller im Jahr 2010 neu besetzten Stellen wurde über persönliche Netzwerke vergeben, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Fast genauso wichtig seien Stellenanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften gewesen.

Über Arbeitsagenturen und Stellenbörsen im Internet wurde jeweils jede siebte Stelle besetzt. Private Arbeitsvermittler, Inserate von Arbeitsuchenden und die Auswahl aus Leiharbeitern spielten eine untergeordnete Rolle.

Die Studie des IAB ergab aber auch deutliche Unterschiede bei der Art der Suche je nach Betriebsgröße. Während Kleinstbetriebe 2010 rund die Hälfte ihrer freien Stellen über persönliche Netzwerke vergaben, war dies bei Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern nur bei etwa einem Zehntel der Neueinstellungen der Fall. Dort wurden die meisten Posten über Jobofferten im Internet vergeben - fast jede dritte Stelle wurde über diesen Weg besetzt.

Je qualifizierter, desto formeller

Die Art der Rekrutierung hängt auch entscheidend davon ab, welche Anforderungen an die neuen Mitarbeiter gestellt werden. Bei Ungelernten wurde jeder dritte Job über persönliche Netzwerke vergeben. Bei den Hochqualifizierten mit Hochschulabschluss stand dagegen das Internet mit ebenfalls einem Drittel an erster Stelle. Jobsuchende mit einer abgeschlossenen Ausbildung fanden eine neue Stelle mit rund 20 Prozent etwa gleichermaßen über Zeitungsinserate und persönliche Kontakte.

Insgesamt hätten Betriebe und Verwaltungen im vorigen Jahr etwa 3,6 Millionen Beschäftigte neu eingestellt, so das IAB. Etwa 39 Prozent von ihnen seien vorher arbeitslos gewesen. Bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter aus Arbeitslosen haben die Arbeitsagenturen die größte Bedeutung. Etwa ein Drittel dieser Neueinstellungen sei durch direkten Kontakt mit den Arbeitsagenturen zustande gekommen, heißt es in der IAB-Studie. Für die Erhebung befragte das Forschungsinstitut 15.000 Betriebe.

Quelle: n-tv.de

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