Auto

Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen ADAC stellt "Gelben Engel" ein

engel.jpg

Ein Modell des ADAC-Preises "Gelber Engel".

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ADAC will offenbar nicht länger an seinem Autopreis "Gelber Engel" festhalten. Die Panne um die Verleihung betrachtet der Autoclub als "Totalschaden" und will überhaupt nicht mehr darüber nachdenken, ob man so etwas Ähnliches wieder machen sollte.

Nach dem Skandal um manipulierte Zahlen bei der Wahl zum "Gelben Engel" will der ADAC die Verleihung des Autopreises einstellen. Die aufwendige Veranstaltung in der prächtigen Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz solle es künftig definitiv nicht mehr geben, sagte ein ADAC-Sprecher. "Das war ein Totalschaden", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der "Automobilwoche" auf die Frage nach dem "Gelben Engel". "Wir denken im Moment überhaupt nicht darüber nach, ob wir so etwas ähnliches wieder machen wollen", fügte er hinzu.

Ob und in welcher Form es den Preis in Zukunft noch geben wird, sei jedoch noch nicht entschieden, betonte der Sprecher. Der ADAC will sich laut Meyer stattdessen auf seine Kernkompetenzen zurückbesinnen, um wieder Vertrauen für die Organisation aufzubauen.

ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, die Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert zu haben. Er hatte die Teilnehmerzahlen verzehnfacht. Seine Posten legte er nach Bekanntwerden des Skandals nieder.

Derweil kommen immer mehr Forderungen aus der Politik nach mehr Transparenz. Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas forderte zudem Mindeststandards für Prüfverfahren. Der SPD-Politiker hofft, dafür keine gesetzliche Regelung zu benötigen. Auch die politische Rolle des ADAC muss nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), auf den Prüfstand.

Geringere Steuerlast für einfache Mitgliedschaft

Im Zuge der Affäre gerieten auch die Steuerzahlungen des Autoclubs in den Fokus. Nach eigenen Angaben muss der Verein nur zehn Prozent Umsatzsteuer auf die Beiträge zur Basismitgliedschaft bezahlen. Allerdings falle für die sogenannte Plus-Mitgliedschaft die volle Versicherungssteuer von 19 Prozent an. Insgesamt bezifferte der ADAC seine Steuerlast für die Mitgliederbeiträge auf rund 67 Millionen Euro. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den geringeren Steuersatz berichtet. Die Unternehmen des ADAC würden unabhängig davon allerdings wie normale Firmen besteuert, hieß es beim Autoclub.

Seiner Führungsspitze zahlt der ADAC jährlich rund 1,6 Millionen Euro. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte der ADAC. Dem Club zufolge fließen davon rund 336.000 Euro als Aufwandsentschädigung an die Mitglieder des Präsidiums. Die acht Männer erhalten demnach pro Monat im Durchschnitt 3500 Euro. Die übrigen knapp 1,3 Millionen Euro bekommen die vier Geschäftsführer des ADAC, die als Manager Verein und Konzern mit rund 8600 Mitarbeitern wirtschaftlich führen. Im Schnitt verdient ein Geschäftsführer damit rund 319.000 Euro pro Jahr.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/rts

Mehr zum Thema