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Bisher eher seltenSechs neue E-Siebensitzer für die Großfamilie

15.04.2026, 06:11 Uhr
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Der Skoda Peaq hat später im Jahr Premiere. (Foto: Skoda)

Elektrische SUV gibt es inzwischen reichlich. Doch wer sieben Sitze braucht, hat trotzdem noch erstaunlich wenig Auswahl. Aber so langsam kommt Bewegung in den Markt: Neue Modelle bringen Raum, Reichweite und Stil - und das quer durch alle Preisklassen. 

Während sich der Markt mit elektrischen SUV geradezu überschlägt, bleibt eine Nische in diesem Segment erstaunlich dünn besetzt. Echte Siebensitzer sind nach wie vor selten. Wer nicht nur erhöht sitzen, sondern auch mehr als fünf Personen komfortabel transportieren möchte, musste bislang Kompromisse eingehen. Und zwar oft größere, als man angesichts des allgemeinen Modellbooms erwarten würde.

Denn natürlich gibt es sie, die großen Elektroautos mit viel Platz. Doch ein genauerer Blick zeigt: Wirklich alltagstaugliche Siebensitzer sind rar. Zwar bieten einige Modelle nominell eine dritte Sitzreihe, doch die taugt häufig nur für Kinder oder kurze Strecken. Oder man landet im Nutzfahrzeug und fährt plötzlich einen aufgehübschten Kastenwagen - funktional, aber emotional weit entfernt von dem, was man sich heute unter einem modernen Familienauto vorstellt. Und wenn man einen echten Van will, muss man entweder den altbackenen VW ID.Buzz nehmen, bei dem mittlerweile nicht nur das Design retro ist, sondern auch die Technik. Oder man greift ganz tief in die Tasche und leistet sich den Luxus des neuen Mercedes VLE.

Das Dilemma hat Gründe. Der Anspruch an ein modernes Elektroauto ist hoch: Große Batterien brauchen Platz, ebenso wie die notwendige Struktur für Crashsicherheit. Gleichzeitig sollen Reichweite, Ladeleistung und Effizienz stimmen. Und dann noch eine vollwertige dritte Sitzreihe zu integrieren, ohne dass Kofferraum oder Design leiden, ist eine echte Herausforderung. Viele Hersteller haben sich deshalb lange gescheut, diesen Spagat überhaupt zu versuchen.

Doch so langsam beginnt sich das Blatt zu wenden und die Hersteller machen sich die Vorteile der Skateboard-Architekturen zunutze: Flache Batterien, lange Radstände und kurze Überhänge schaffen Raum und die dritte Reihe wird vom Kompromiss zur Option - und im besten Fall sogar zum echten Mehrwert. Eine Auswahl:

Skoda Peaq

Von wegen "Aller guten Dinge sind drei": Nachdem Skoda bereits den Enyaq und den Elroq an die Ladesäule gebraucht hat und sich mit dem kleinen Epiq ein potenzieller Bestseller warmläuft, toppen die Tschechen ihre Modellpalette im Herbst mit dem Peaq. Als elektrische Entsprechung zum Bestseller Kodiaq zielt Skoda damit auf Familien, die viel Platz brauchen, aber nicht ins Premiumregal greifen wollen.

Das Design bleibt auch in der neuen Formensprache klar und funktional, mit viel Glas und sauber gezeichneten Flächen, während im Innenraum eine neue Wertigkeit durchscheint. Was bleibt, sind maximale Raumausnutzung, neue Simply-Clever-Details und jede Menge Platz. Nicht nur im bestenfalls fast 1.000 Liter großen Kofferraum und endlich auch im kleinen Frunk unter der Bughaube, sondern auch in der dritten Reihe. Nicht umsonst hat Skoda den Peaq gegenüber dem Kodiaq um zwölf Zentimeter auf 4,87 Meter gestreckt und die Achsen stolze 2,96 Meter auseinandergezogen.

Technisch basiert der mit 204 bis 300 PS lieferbare Peaq auf der weiterentwickelten MEB-Architektur, die Akkugrößen von 63 oder 91 kWh für Reichweiten von bestenfalls über 600 Kilometern hergibt und beim Laden den Hub von 10 auf 80 Prozent in weniger als einer halben Stunde schafft. Beim Preis bleibt Skoda seiner Linie treu, will Parität mit den Verbrennern halten und den Wettbewerb damit unterbieten. 50.000 Euro sind ein halbes Jahr vor der Markteinführung deshalb eine vernünftige Schätzung.

Mercedes GLB

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Der Mercedes GLB ist die Alternative für aufstrebende Familienväter. (Foto: Mercedes-Benz)

Er ist die Alternative für aufstrebende Familienväter oder knauserige Mercedes-Kunden. Denn wenn Mercedes jetzt dem elektrischen CLA den neuen GLB zur Seite stellt, gibt es zu halbwegs familienfreundlichen Tarifen ab 53.450 Euro endlich auch einen elektrischen Pampersbomber mit Stern.

Dafür haben die Schwaben nach dem im Windkanal geschliffenen Coupé ein SUV aus dem echten Leben gezeichnet: Aufrecht, voluminös - und deutlich größer als der Vorgänger. Im Radstand streckt sich der GLB deshalb um sechs und in der Länge um fünf Zentimeter. So soll der Zustieg zur zweiten und der optionalen Sitzreihe Nummer drei leichter werden. Je nach Bestuhlung bietet der jetzt 4,73 Meter lange GLB dabei zwischen 480 und 1.715 Litern Kofferraum. Außerdem kann selbst die E-Version bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen und lockt Lademeister zudem mit einem Frunk von 127 Litern.

Den Antrieb übernehmen ein oder zwei E-Motoren. Die Basisversion GLB 200 fährt mit 224 PS und 58 kWh auf dem Prüfstand bis zu 431 Kilometer weit. Der 250+ bekommt eine 272 PS starke E-Maschine an der Hinterachse, der GLB350 4Matic hat 354 PS und Allradantrieb. Die Energie liefert in beiden Fällen ein Akku mit 85 kWh, der im besten Fall mit 22 kW/320 kW nachgeladen wird und Normreichweiten von 614 und 631 Kilometern ermöglicht.

Zwar schwärmen die Schwaben von elektrischer Konsequenz, nehmen aber auch Zweifler und Zauderer mit. Genau wie beim CLA gibt es eine Hybridversion, die nur wenige Hundert Meter elektrisch fahren kann. Sie bietet Mercedes in drei Leistungsstufen an: Zur 30 PS starken E-Maschine in der Achtgang-Doppelkupplung kommt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Benziner, der wahlweise 136 PS, 163 PS oder 190 PS leistet. Und weil das G im Namen eine Verpflichtung ist, gibt es beiden stärkeren Versionen auch mit Allradantrieb.

Opel Frontera

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Der Opel Frontera bietet für kleines Geld viele Sitzplätze. (Foto: Opel)

Mit dem neuen Frontera hat Opel vor einem guten Jahr einen alten Namen zurückgebracht, diesmal jedoch mit klarer Ausrichtung auf maximale Alltagstauglichkeit zum möglichst niedrigen Preis. Das Konzept ist bewusst einfach gehalten, setzt aber genau dort an, wo viele Familien ihre Prioritäten haben: viel Platz, flexible Nutzung und niedrige Kosten. Nicht umsonst starten die Preise für die E-Version schon unter 30 000 Euro. Dafür gibt es ein rustikal gezeichnetes SUV, das bei knappen 4,38 Meter Länge und 2,67 Metern Radstand wahlweise mit fünf oder eben auch mit sieben Sitzen angeboten wird. Der Kofferraum fasst je nach Bestuhlung bis zu 1 600 Liter.

Wie die ganze Stellantis-Sippe steht auch der Frontera auf einer sogenannten Multi-Energy-Plattform und wird deshalb nicht nur als E-Modell angeboten. Für 5.000 Euro weniger gibt's ihn auch als Benziner. Aber für diese Liste qualifiziert er sich freilich wegen der E-Version, die es in zwei Varianten gibt: Der Motor an der Vorderachse hat zwar immer 113 PS und schafft nur 140 km/h, aber immerhin beim Akku haben die Kunden die Wahl zwischen 43 kWh für 305 Norm-Kilometer oder 54 kWh für 401 Kilometer.

Kia EV9

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Der Kia EV9 ist eher kastenförmig unterwegs. (Foto: Kia)

Mit dem EV9 hat Kia schon vorgelegt, wie ein elektrischer Siebensitzer jenseits aller Van-Klischees aussehen kann. Statt sich an klassischen Familienautos zu orientieren, setzen die Koreaner auf klare Kanten, üppige Proportionen und viel Präsenz. Bei rund fünf Metern Länge und auf Basis der 800-Volt-Plattform E-GMP bietet der EV9 nicht nur üppige Platzverhältnisse in allen drei Reihen, sondern auch einen variablen Innenraum mit flachem Boden und auf Wunsch drehbaren Sitzen.

Akkus von über 100 kWh, Reichweiten von bestenfalls mehr als 600 Kilometern und Ladeleistungen von deutlich über 200 kW machen den großen Kia zudem uneingeschränkt langstreckentauglich. Je nach Version reicht die Leistung von gut 200 bis über 400 PS, die Preise starten bei knapp 64.000 Euro.

Hyundai Ioniq 9

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Hyundai setzt beim Ioniq 9 auf fließendes Design. (Foto: Hyundai)

Technisch eng mit dem Kia EV9 verwandt, gibt sich der Hyundai Ioniq 9 deutlich glatter, runder und fast schon futuristisch. Auch er nutzt die E-GMP-Architektur mit 800-Volt-Technik und kombiniert damit große Batterien, hohe Effizienz und sehr kurze Ladezeiten. Mit über fünf Metern Länge, großem Radstand und vollwertiger dritter Reihe zielt der Ioniq 9 ebenfalls auf Familien, die elektrisch reisen wollen, ohne beim Platz Kompromisse einzugehen. Dazu kommen ein besonders luftiges Raumgefühl, viel Variabilität und ein Interieur, das eher an eine moderne Lounge als an ein klassisches SUV erinnert.

Bei Akku, Reichweite und Ladeleistung bewegt sich der Hyundai auf ähnlich hohem Niveau wie der Kia, und auch die Leistungsspanne reicht bis deutlich über 400 PS. Preislich startet er bei 69.900 Euro.

Lucid Gravity

Nach-der-Limousine-bringt-Lucid-nun-ein-SUV
Nach der Limousine bringt Lucid nun ein SUV. (Foto: Lucid)

Sie fliegen zwar anders als ihr Nachbar Tesla noch weitgehend unter dem Radar der breiten Käuferschaft, haben aber bei der Generation E schon einen guten Namen. Denn kein anderes Startup diesseits von China hat es seit Tesla so weit gebracht wie Lucid. Und keines nutzt so konsequent so wegweisende Technik. Nicht umsonst ist ihr Air nicht nur die stärkste Limousine der Welt, sondern auch die windschnittigste.

Jetzt übertragen die Amerikaner diese Idee mit dem Gravity auf das SUV. Als vielleicht luxuriösester, aber sportlicher Siebensitzer am Markt kombiniert er enorme Reichweiten mit beeindruckender Leistung, imposanter Lade-Performance und einem vornehmen Innenraum. Bei 5,03 Metern Länge und gut drei Metern Radstand ist selbst die dritte Reihe vollwertig. Außerdem summierten sich die über 200 Liter Stauraum im Bug und der Kofferraum im besten Fall auf über 3.000 Liter.

Beim Antrieb steigen die Amerikaner oben ein und rüsten den Gravity mit zwei Motoren von bis zu 828 PS aus. Mit einem maximalen Drehmoment von über 1.100 Nm beschleunigt der 2,8 Tonnen schwere Wagen in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und fährt der Konkurrenz mit bis zu 270 km/h vergleichsweise mühelos davon. Die Energie dafür liefert ein Akku, der bis zu 123 kWh leistet und so mehr als 700 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Weil er mit einer Spannung von 900 Volt läuft, kann der Lucid mit bis zu 400 kW laden und so den Strom für 300 Kilometer in weniger als zehn Minuten ziehen.

Allerdings haben Luxus und Leistung auch ihren Preis und der Gravity lastet mit knapp 120.000 Euro schwer auf dem Budget. Das haben auch die Amerikaner erkennt und für noch immer ziemlich unbescheidene 99.900 Euro eine abgespeckte, nun ja: Basisversion nachgeschoben. Aber selbst die ist mit 570 PS, knapp 90 kWh für 545 Kilometer und einer Ladeleistung von 250 kWh vergleichsweise allein auf weiter Flur.

Quelle: ntv.de

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