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Das Sportabzeichen ist zurückPeugeot E-208 interpretiert die GTI-Philosophie der Marke neu

30.09.2026, 07:32 Uhr imageVon Patrick Broich, Schottland
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Jetzt kommt also auch noch ein Peugeot E-208 als leidenschaftlicher GTI um die Ecke. Schicke 18-Zöller im sportlichen Design sowie die roten Zierelemente machen auf dezente Weise aufmerksam. (Foto: Peugeot)

Mit dem Peugeot E-208 GTI installiert der Stellantis-Konzern einen weiteren elektrisch angetriebenen Hot Hatch und vergrößert somit sein Angebot spaßiger Modelle. ntv.de hat den fixen Kleinwagen bereits ausführen dürfen.

Was Stellantis auf den alten Tagen der Common-Modular-Plattform noch zaubert, könnte man tatsächlich als bemerkenswert bezeichnen. Erst der Opel Corsa GSE, jetzt die französische Alternative 208 GTl. Und wer der Meinung ist, ein GTI habe bei den Franzosen nichts zu suchen, der werfe gern einen Blick in die Automobilgeschichte. Peugeot pflegt "Gran Turismo Injection" nämlich schon viele Jahrzehnte.

Schon der unter Fans als kultig geltende 505 fuhr Anfang der 1980er-Jahre mit einem GTI-Badge auf dem Kofferraumdeckel durch die Gegend. Das letzte GTI-Zucken verebbte indes vor rund sechs Jahren mit dem Auslaufen der Vorgänger-308-Baureihe - immerhin ein wilder 272-PS-Fronttriebler, lieferbar auf Wunsch in einer fancy aussehenden Mehrfarblackierung.

Und jetzt kommen die Franzosen erneut mit einem GTI um die Ecke, der ein noch viel bedeutenderes Erbe antritt: nämlich das des fast schon legendären 205 GTI. Dieser erlangte in den 1980ern selbst außerhalb von Frankreich Bekanntheit und war eine veritable Bolzbüchse, vor allem als katloser 1.9 mit rund 130 PS bei gerade mal 900 Kilogramm Leergewicht. Kann der E-208 da mithalten?

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Das rote Biest gefällt mit schönem Rücken. Die Viertürigkeit erhöht die Praxistauglichkeit. (Foto: Peugeot)

Okay, die ganz große Überraschung lauert hier jetzt nicht mehr unter dem Blech des 4,10-Meter-Flitzers, aber schön, dass es auch eine französische Variante dieser Performance-Konstellation gibt. Und ein bisschen Anpassungsarbeit haben die Techniker bei Paris ja auch noch geleistet. So erhält der 208 eine modifizierte Achsgeometrie sowie eine individuelle Abstimmung der Lenkung, was angesichts des polarisierenden kleinen Kranzes im Kontext mit dem sogenannten "i-Cockpit" vielleicht auch gar keine so schlechte Sache ist.

Der E-208 hat schon Druck

Zur Sache dagegen geht es schon auf den ersten Metern mit dem kleinen Stromer auf den schmalen geschwungenen schottischen Landstraßen außerhalb von Glasgow. Und hier fühlt er sich richtig in seinem Element. Mit 281 PS auf der Vorderachse braucht man die mechanische Quersperre (serienmäßig) allerdings auch, damit das Traktionsgeschehen in der Kehre nicht vollends aus dem Ruder läuft. Aber genug Dynamik in der Kurve, um den markant ausgeprägten Seitenwangen der Sportsessel gerade noch ihre Daseinsberechtigung zu verleihen, baut das kleine 1,5-Tonnen-Schwergewicht dann doch auf.

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Weiterhin polarisierend bleibt die ungewohnte Lenkradposition des "i-Cockpit". (Foto: Peugeot)

Wie bitte, anderthalb Tonnen? Merkt man dem wieseligen Franzosen nun wirklich nicht an. Man wird schnell eins mit dem nicht ganz lautlosen Gerät dank "Soundsignatur", wie das Projektmaterial verrät. Na ja, lässt man mal so dahingestellt, ob das so begehrenswert ist. Aber aus der Windung heraus macht der Fronttriebler schon gut Druck, wildert nach vorn, immerhin ist das begehrenswert. Was die Werte mit 5,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h belegen.

Dabei schlägt er auf unebenen Bahnen im Gegenzug nicht über Gebühr durch, und die mikrofaserbezogenen Stühle mit dem eingelassenen 208-GTI-Schriftzug nebst rotem Zierstreifen bieten schon so etwas wie Komfort, das passt! Peugeot E-208 GTI also auch für die Langstrecke? Eigentlich kann man über die Batteriegröße gar nicht meckern - 51 kWh netto gehen angesichts des Segments in Ordnung. Jetzt kann man darüber streiten, ob 16 kWh Verbrauch je 100 Kilometer in der gemittelten WLTP-Disziplin eine Spur zu viel sein könnten. Aber Stromstoß, Druck im Kreuz, Grinsen im Gesicht - alles gut! Bloß knapp 300 Kilometer Realreichweite verlangen dann und wann Geduld ab, wenn man doch mal eine längere Strecke abspulen möchte, zumal der 10-80-Ladehub bei den Plattformvertretern erfahrungsgemäß etwas mehr als 30 Minuten in Anspruch nimmt.

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Braucht dieser Peugeot wirklich solch einen mächtigen Diffusor? Ganz unbedarft fällt seine Querperformance jedenfalls nicht aus. (Foto: Peugeot)

Und der Preis? Warum Peugeot für seinen Athleten mit 44.900 Euro exakt 4000 Euro mehr verlangt als Opel für seinen Corsa GSE, bleibt ein interessanter Punkt. Denn gut ausgestattet sind sie beide mit Features wie Navigation, Parkgimmicks und Tempomat inklusive adaptiver Steuerung. Es gibt tatsächlich keine herausstechende Position in der Preisliste des Peugeot im Wert dieses Differenzbetrags.

Doch am Ende entscheidet vielleicht auch einfach das attraktive Leasing-Angebot. Und der attraktive Antrieb sowieso, denn mit der Powermaschine vorn, dem modifizierten Fahrwerk sowie der knackigen Optik könnte der Franzose den einen oder anderen Interessenten gewinnen - sogar in Deutschland. Und eine Bereicherung der geschichtsträchtigen Peugeot-Modellpalette ist der E-208 GTI obendrein.

Quelle: ntv.de

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