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249 PS, 40.500 Euro Lexus mit neuem Gesicht

Wer im Wörterbuch nach dem Begriff "Finesse" sucht, bekommt den französischen Ausdruck mit "Zartheit" oder "Feinheit" übersetzt. Bei Lexus kennzeichnet das Wort künftig die Designphilosophie und das, was der Luxusmarke von Toyota bisher fehlte: Eine im Design manifestierte und unverwechselbare Markenidentität. Die Modellreihe GS, deren dritte Generation am 22. April zu den Händlern kommt, ist die erste, die das neue Gesicht von Lexus zum Markte trägt.

Der mit V6 und V8-Benzinmotor verfügbare GS ist als Konkurrent zum Audi A6, zur BMW 5er-Reihe und der Mercedes E-Klasse positioniert. Allerdings ersparen sich die Japaner im Gegensatz zu den europäischen Wettbewerbern Mega-Motorisierungen jenseits 300 PS, mit 249 bzw. 283 PS ist ausreichend rasches Fortkommen möglich, lautet das Credo. Eine fließende Optik, die von scharfen Kanten kontrastiert wird, kennzeichnet die coupflache Optik des 4,82 Meter langen Viertürers. Nicht nur im Design will Lexus zukunftsträchtige Maßstäbe setzen, auch in der Antriebstechnik. Ein GS 450 mit Hybridmotor soll in etwa einem Jahr folgen.

Vernetzte Systeme

Bei der Neukonzeption des Modells hat Lexus besonderen Wert auf die Sicherheitstechnik gelegt. Bekannte Systeme wie Traktionskontrolle, Stabilitätsregelung oder Antiblockiersystem sind erstmals komplett in einem Fahrdynamik-Management-System vernetzt. Dies ist im Gegensatz zu früheren Systemen nicht mehr vom Fahrer abschaltbar und der Eingriff der Elektronik reicht im Bedarfsfalle bis zur Unterbindung der Gaszufuhr zum Motor. Was zunächst nach Bevormundung riecht, lässt sich auf dem Testparcours im Vergleich mit dem Vorgängermodell nachdrücklich "erfahren". Grenzsituationen, in denen der alte GS überfordert war und trotz ESP unkontrolliert den Weg von der Straße suchte, meisterte der neue mit Bravour.

Für einen Aufpreis von 3400 Euro kann der serienmäßige Geschwindigkeitsregler mit einem Abstandsradar kombiniert werden, das vorwählbare Distanz zum Vordermann hält und wenn nötig, das Fahrzeug einbremst und wieder beschleunigt. Den automatischen Bremseingriff erleben die Insassen in der Praxis als deutlich kräftiger als ein menschlicher Fuß ihn dosieren würde. Hoher Sicherheitsstandard wird auch im Innern geboten. So glänzen alle Modelle mit acht Airbags, Schleudertrauma-Schutzsystem für Fahrer und Beifahrer, adaptivem Xenon-Kurvenlicht, Reifenluftdruckkontrolle und Isofix-Kindersitzbefestigungen.

Souveräne Kraftentfaltung

Das Interieur wirkt wohnlich und hochwertig, die Bedienbarkeit ist logisch und funktionell. Lediglich der gegen Blendlicht nicht unempfindliche Touchscreen-Bildschirm des Multifunktionsdisplays verlangt eine gewisse Eingewöhnungsphase. Zur umfangreichen Serienausstattung gehören elektrische Sitze, Klimaautomatik, 6-fach-CD-Wechsler sowie Edelholzapplikationen und 17-Zoll-Alufelgen. Sicherheit auch beim Navigieren: Nur im Stand lässt sich das Ziel einprogrammieren.

Jenseits von Slalomkursen und künstlich bewässerter Bremsstrecke belegt der GS seine Mitgliedschaft im Premium-Club durch souveräne Kraftentfaltung und hohe Bequemlichkeit für die Insassen. Das Dämpfersystem passt sich in neun Stufen den Anforderungen an. Mit einer Spurtfreudigkeit von 6,1 Sekunden auf 100 km/h stößt die V8-Variante nicht nur in Sportwagendimensionen vor, sondern kratzt damit auch am Selbstbewusstsein deutlich stärker motorisierter Wettbewerber. Mit dem bekannt seidigen und mäßig durstigen V8 ist man spürbar dynamischer unterwegs, als es die lediglich 34 Mehr-PS gegenüber dem GS 300 erwarten lassen, zumal der "kleine Bruder" auch rund 100 Kilo leichter ist. Bei 250 km/h wird der große GS abgeregelt, beim Sechszylindermotor sind es 240 km/h.

Umfangreiche Sonderausstattung

Mit einer Verkaufserwartung von 1.000 Einheiten pro Jahr in Deutschland muten die Ambitionen der Marke eher bescheiden an. Der Einstiegspreis von 40.500 Euro inklusive umfangreicher und hochwertiger Ausstattung ist gemessen an der Aufpreispolitik der Wettbewerber durchaus günstig. Der GS 430, der außer dem größeren Motor auch weitere Extras wie Lederausstattung, eine Parkkamera am Heck und eine elektrisches Sonnenschutzrollo gehören, schlägt mit 55.600 Euro zu Buche. Dennoch wird ein ähnlicher Erfolg, wie ihn Lexus in Amerika hat, in Deutschland Illusion bleiben. Mit rund 20 Prozent Marktanteil dominieren sie Japaner dort das Luxussegment seit Jahren und unangefochten. In Deutschland ist es derzeit etwa eine halbes Prozent.

Axel F. Busse

Quelle: ntv.de

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