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Das fortschrittlichste E-Auto? Mit der Weltpremiere des AMG GT SUV verschiebt Mercedes den Maßstab

19.10.2026, 08:44 Uhr imageVon Patrick Broich, Stuttgart
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Großmäulig und extrovertiert kommt der rasante Allrounder aus Affalterbach daher. Vor allem in Signalfarben entfaltet das schnelle Biest entsprechende Wirkung. (Foto: Mercedes)

Es ist nicht übertrieben, zu fragen, ob der Mercedes-AMG GT SUV womöglich das am weitesten entwickelte Elektroauto der Welt ist. Denn es bündelt einzelne Superlative zu einem irren Paket aus Effizienz, Performance, Praktikabilität und technischer Innovation.

Das Rennen um die innovativsten Elektroautos mag noch nicht vorbei sein und die Chinesen machen verdammt viel richtig. Aber haben sie die deutsche Autoindustrie abgehängt, wie so oft aus unterschiedlichen Kreisen zu hören ist? Sicher nicht produktseitig.

Klar, es gibt längst eine ganze Reihe einzelner Highlights bei chinesischen Herstellern - ob es um die wahnwitzige Beschleunigung bei Xiaomi, ultraschnelles "Flashladen" beim BYD-Konzern oder das aktive Fahrwerk des Nio ET9 geht, alles schön und gut. Aber die Produkte der AMG.EA-Plattform bieten ein derart leistungsfähiges Gesamtpaket, das selbst den deutschen Wettbewerb vorerst aufhorchen lässt. Mehr Fortschritt geht aktuell bei keinem Elektroauto der Welt.

Mercedes weiß das zu inszenieren am Abend der AMG-GT-SUV-Weltpremiere mit einer üppigen Party. Und so ganz nebenbei biegen auch die Welt-Dauerläufer-S-Klassen ins Ziel ein, die mal eben 65.000 Kilometer gesammelt haben auf sämtlichen Kontinenten dieser Welt. Jetzt dürfen sie noch einmal auf der großen Bühne vor dem Mercedes-Museumsbau bestaunt werden, bevor sie einen Platz im Museum bekommen anlässlich des 140. Herstellerjubiläums.

Auf der einen Seite demonstriert Mercedes Weltgewandtheit und Zuverlässigkeit, auf der anderen Seite jene Kompetenz, auch im Elektrobereich Benchmarks zu setzen. Und so rollt am Ende das dynamischste SUV aus Affalterbach auf die Bühne.

Dass AMG.EA schon richtig etwas kann, hat der GT Viertürer ja bereits gespoilert. Und mit dem SUV übertragen die Schwaben das Thema der maximalen Performance auf das praktische Segment: viel Platz für Passagier und Gepäck bei einem außergewöhnlichen elektrischen Antrieb. Und übrigens, es handelt sich hierbei um das erste von AMG in Affalterbach allein auf die Räder gestellte SUV.

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Hier feiert das neue Mercedes-AMG GT SUV seinen Einstand auf der Bühne vor dem Mercedes-Museum. (Foto: Mercedes)

Der erste Rundgang um den 5,08 Meter langen Brocken beweist, dass die Designer es nicht lassen konnten mit LED-Spielereien. Beleuchtete Vertikalstreben im sogenannten Panamericana-Grill könnte der eine oder andere Betrachter als "too much" empfinden, das schwarze Heckpaneel mit den sternartigen Rückleuchten ist eine optische Leihgabe des Gran Turismo - dafür gab es ja schon Prügel in den sozialen Netzwerken. Doch sei es drum, alles sowieso Geschmacksache.

Irrwitzige Spezifikationen

So gar nicht Geschmacksache ist die Bewertung dessen, was die Ingenieure zum technischen Part vom Stapel lassen. Peakladeleistung? 710 kW im Falle der 128-kWh-Batterie (netto). Bedeutet, der Speicher kann binnen zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden. Die kombinierte WLTP-Reichweite rangiert je nach Ausstattung und Batterie zwischen 525 und 700 Kilometern. Schließlich gibt es auch noch den mit 108 kWh kleineren Akku.

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Wirklich zierlich sieht das SUV nicht gerade aus. Aber dynamisch ist es schon. (Foto: Mercedes)

Unabhängig davon sollen 1169 PS und 2000 Newtonmeter den 2,6 Tonnen schweren "63" binnen 2,7 Sekunden auf 100 km/h pfeffern, während schon nach 7,2 Sekunden 200 Sachen versprochen werden. Die Topspeed liegt bei 270 km/h.

Analog zum Gran Turismo bekommen die beiden Modelle "63" und "55" (816 PS) drei Axialflussmotoren mit 721 PS Dauerleistung - was schon ziemlich irrwitzig ist. Und selbst der vorläufige Einsteiger namens "53" kommt nicht gerade schwächlich daher mit 544 PS. Er verfügt allerdings über zwei konventionelle Permanentmagnet-Synchronmaschinen - die Dauerleistung liegt hier bei 367 PS.

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Viel Display, ein griffiges Lenkrad und zahlreiche Fahrprogramme supporten die Performance des AMG GT SUV. (Foto: Mercedes)

Auf 100 km/h geht es innerhalb von 4,2 Sekunden, der Sprint auf 200 km/h dauert laut Werk 14,6 Sekunden. Bei 250 Sachen ist Schluss. Während für den "53" bereits der Preis von 113.050 Euro kommuniziert wird, folgt die Bestellöffnung für die stärkeren Versionen später.

Und sonst? Knackige Sportsitze mit einer guten Portion Restkomfort beim ersten Probesitzen stimmen bezüglich der Langstreckentauglichkeit des AMG SUV optimistisch. In der zweiten Reihe gibt es genügend Beinfreiheit nicht zuletzt dank 3,04 Metern Radstand. Eine elektrische Lehnenverstellung im Fond erlaubt Perfektionierung der Sitzposition.

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Platznot leiden die Passagiere im Fond nicht. Das Display könnte ein bisschen großzügiger ausfallen. (Foto: Mercedes)

Genug Infotainment ist vorhanden mit dem riesigen Screen von A-Säule zu A-Säule; die Architektur kennt man ja schon aus dem Gran Turismo. Darin enthalten ist auch der etwas zum Fahrer hingewandte Mittel-Monitor. Zwei gut erreichbare Smartphone-Ladeschalen dürften den Fahralltag angenehm machen.

Technikfans kommen überdies auf ihre Kosten, denn der Highspeed-Allrounder steckt voller cooler Gadgets. Dazu zählt auch ein aktives Fahrwerk mit Ausgleich von Nick- und Wankbewegungen. On top bekommt der elektrisch angetriebene AMG eine aktive Aero analog zum Gran Turismo mit verstellbaren Klappen und Spoiler. So kann der Allradler ebenso um die Ecken wetzen wie auch ein gutes Bild vor dem Baumarkt abgeben oder als ausgezeichnetes Urlaubstool durchgehen - 1740 Liter Kofferraumvolumen sind ein Wort.

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Wer raue Mengen an Gepäck transportieren möchte, kann das im AMG GT SUV ohne Probleme tun. (Foto: Mercedes)

Rund 60 Lackfarben erlauben dann auch noch einen Hauch von Individualität. Das AMG GT SUV kann also kommen, den Maßstab bei den elektrischen Antrieben hat Mercedes schon jetzt verschoben.

Quelle: ntv.de

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