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Bodensee-Region fürchtet Verkehrsinfarkt Österreich schafft Korridorvignette ab

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Zahlreiche Transitreisende von Deutschland in Richtung Schweiz meiden den Vignettenpflichtigen Pfändertunnel und fahren durch das Stadtgebiet von Bregenz - auch wenn es etwas länger dauert.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für zwei Euro konnten Reisende aus Deutschland bisher über die österreichische A14 in die Schweiz fahren. Diese Sondermaut wird nun abgeschafft. Um sich die teurere Tagesvignette zu sparen, dürften viele Autofahrer auf Landstraßen ausweichen - und für ein Verkehrschaos sorgen.

Nach jahrelangen Bauarbeiten am Pfändertunnel zwischen Bayern und Vorarlberg in Österreich soll der Verkehr vom 4. Juli an vierspurig durch zwei Röhren rollen. Damit verschwindet ein Flaschenhals, der häufig lange Staus verursacht hat. Zugleich verschärft Österreich aber die Vignettenpflicht - dies sorgt auf deutscher Seite für Unmut. Befürchtet wird ein Verkehrschaos.

Die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag stellt in der Nacht zum kommenden Donnerstag (4. Juli) den Verkauf der sogenannten Korridorvignette ein. Das Tages-Pickerl für zwei Euro war eine Maut-Sonderlösung bei Bregenz. Vor allem Urlauber auf der Durchreise in die Schweiz nutzten es. Knapp über fünf Millionen dieser Vignetten wurden laut Asfinag seit 2008 verkauft.

Tagesvignette ist wesentlich teurer

Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann von der CSU warnt: Ohne Korridorvignette würden viele Urlauber, die sich die Maut sparen wollen, auf die Nebenstraßen am Bodensee entlang ausweichen.

Ansonsten müssen die Autofahrer auf der Durchfahrt in die Schweiz mindestens die 10-Tages-Vignette für 8,30 Euro kaufen. Zwar könnten sie damit das gesamte österreichische Autobahnnetz nutzen, doch viele Verkehrsteilnehmer wollten das gar nicht, sagt Stegmann: "Das kommt mir vor, als wenn man ein Glas Milch trinken möchte und statt einem Beutel Milch gleich die ganze Kuh kaufen muss."

Auch die bisherige Sonderregelung für einen etwa sechs Kilometer langen Abschnitt der Inntalautobahn nach dem oberbayerischen Grenzübergang Kiefersfelden wird aufgehoben. "Wenn das so kommt, haben wir hier im Winter Dauerstau", sagt Erwin Rinner von der CSU, Bürgermeister von Kiefersfelden.

Quelle: ntv.de, dpa

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