Auto

Neue Mercedes R-Klasse Raumgleiter mit Luxusambiente

New York 10.06.2010 15-21-45.JPG

Vor allem an der Fahrzeugfront haben die Designer von Mercedes Hand angelegt. Die Kulleraugen sind konturiert geschnittenen Scheinwerfern gewichen.

(Foto: Markus Mechnich)

Mercedes hat seinen Familienvan, die R-Klasse, neu aufgelegt. Frische Optik und neue Motorisierungen sollen dem Modell zu mehr Absatz verhelfen. Im Ausland hat das schon mit dem Vorgänger gut geklappt. Ist die R-Klasse etwas europäischer geworden? Ein Erstkontakt.

Die R-Klasse von Mercedes hatte in ihrer ersten Generation keinen leichten Stand. Entwickelt für den US-amerikanischen Markt wollte Mercedes damit eine neue, eigene Fahrzeugkategorie positionieren. Doch der sogenannte "Grand Sports Tourer" fand in Europa wenig Anklang, im Gegensatz zu den USA, wo Mercedes auf ordentliche Zahlen zurückblicken kann. In Deutschland wurden hingegen im Jahr 2008, also weit vor dem sich abzeichnenden Modellwechsel, lediglich 3065 Autos der R-Klasse zugelassen. Zum Vergleich gab es im selben Zeitraum bei der ML-Klasse, mit der sich die R-Klasse die Bodengruppe teilt, mehr als 14.000 Schlüsselübergaben hierzulande.

New York 10.06.2010 16-21-17.JPG

Mit 4,92 Metern liegt das Fahrzeug nur unwesentlich unter der Marke von fünf Metern.

(Foto: Markus Mechnich)

Nun kann man bei Mercedes durchaus damit leben, auch wenn sich an dem Auto von Beginn an Kritik festmachte. Er sei zu groß und zu teuer, war meist der Kernpunkt. Das relativiert sich allerdings auf dem Hauptabsatzmarkt in den USA, wo sich das Auto recht harmonisch in das Straßenbild einfügt und die Marke Mercedes noch mehr für Luxus steht als in unseren Gefilden. Auch der Kraftstoffkonsum wurde desöfteren bemängelt, insbesondere der des R500.

Gefälligere Front

An der Größe des Autos lässt sich freilich wenig ändern. Das ist nun mal das Konzept des Fahrzeuges, und der größte Vorteil der R-Klasse ist und bleibt das riesige Platzangebot. Hand angelegt hat man allerdings am Vorderbau des Fahrzeugs, der mit der Neuauflage deutlich an Attraktivität gewonnen hat. Die Scheinwerfer sind konturierter geworden und umrahmen den sich nach vorne zuspitzenden großen Lufteinlass mit dem gewachsenen Stern. Darunter finden sich neuerdings LED-Tagfahrlichter und vertikal ausgerichtete Nebelscheinwerfer. Der Auftritt ist neuerdings weniger plump und rundlich, sondern deutlich gefälliger.

10C644_010.jpg

Heimrevier: Auf den Straßen in den USA fügt sich das Fahrzeug weitaus harmonischer ins Straßenbild ein und wirkt weniger wuchtig.

Was den Kraftstoffkonsum angeht, so tritt die R-Klasse mit einem neuen Sechszylinder-Diesel an, der in diesem Modell seine Premiere feiert. Gegenüber dem Vorgänger hat sich die Leistung mit 265 PS um 41 Pferdestärken erhöht. Gleichzeitig soll er sich mit 8,5 Litern Diesel im EU-Zyklus begnügen, was bei einem Fahrzeuggewicht von mindestens 2250 Kilogramm ein sehr ordentlicher Wert darstellt. Enorm ist hingegen das Drehmoment von 620 Newtonmeter, durch den sich das Auto sehr gut und ohne größere Anzugsschwächen bewegen lässt. Die serienmäßige Siegengang-Automatik verrichtet dabei anstandsfrei und hilfreich ihre Dienste.

Sanftes Dahingleiten

Ein Sportsbruder ist die R-Klasse aber auch in ihrer Neuauflage nicht geworden. Bei ersten Testfahrten zeigt sich der große Van als ein idealer Begleiter auf der Autobahn und ausgedehnten Landstraßen - ein Raumgleiter, der zum entspannten Reisen einlädt. Im Stadtverkehr lässt sie sich auch ordentlich bewegen. Der beherzte Tritt aufs Gaspedal lässt den Konsum dann aber doch etwas in die Höhe schnellen. Wobei noch keine Messwerte dieses subjektive Gefühl untermauern können. Das Fahrgefühl ist aber auch innerstädtisch sehr entspannt und dabei ausreichend dynamisch.

_46G1092.jpg

Kein Sportsbruder, eher ein komfortabler Raumgleiter: Die R-Klasse wartet mit zahlreichen Ausstattungsoptionen auf.

Vielfältig sind die Ausstattungsoptionen, die Mercedes für die R-Klasse anbietet und die aus dem Raumgleiter eine kleine Oase des Luxus werden lassen. Die Serienausstattung ist nicht gering, aber die richtigen Perlen warten freilich auf der Liste der Sonderausstattungen. Dazu gehören zum Beispiel die Luftfederung "Airmatic", die für Vorder- und Hinterachse eine Niveauregulierung und ein adaptives Dämpfungssystem anbietet, oder ein Entertainmentsystem für die hinteren Sitzreihen. Daneben bietet Mercedes noch drei verschiedene Sitzanordnungen für die R-Klasse an. Ein 4+2-Sitzer als Chauffeursvariante mit Freizeitoption, sowei eine 5+2-Anordnung für den kurzen und für den langen Radstand (2,98 oder 3,22 Meter).

Attraktiver und zeitgemäßer

Naturgemäß lässt sich mit der Freizügigkeit auf der Optionsliste der Preis noch mal ordentlich in die Höhe treiben. Grundsätzlich wird die R-Klasse mit einem langen und einem kurzen Radstand angeboten. Der günstigste Weg stellt der Benziner R300 dar, der zu einem Basispreis von 50.099 Euro zu haben ist. Mit dem langen Radstand werden dann rund 1800 Euro mehr fällig. Den Top-Benziner R500 gibt es nur mit langem Radstand zu einem Preis von 74.256 Euro. Der neue Diesel R350 CDI ist mit serienmäßigem Allradantrieb ab 57.358 Euro (Kurzer Radstand) zu haben. Günstiger geht es mit dem R300 CDI BlueEffienciy, der ab 50.932 Euro zu haben ist.

_46G1048.jpg

Eine Errungeschaft ist der neu entwickelte Drei-Liter-Diesel, der mit mehr Ökonomie und mächtig viel Drehmoment glänzen kann.

Die R-Klasse hat mit dem Facelift nicht nur äußerlich an Attraktivität gewonnen. Vor allem der neue Dieselantrieb ist ein zeitgemäßes Aggregat, dass ökonomisch, aber dynamisch seine Reize hat. Das Segment in dem das Modell antritt ist freilich immer noch ein sehr spezielles. Auf dem US-Markt, für den das Auto letztlich entworfen wurde, nimmt die R-Klasse ihre Rolle als Luxus-Van standesgemäß ein. In Europa muss sich erst zeigen, wie viele Käufer die R-Klasse finden kann. Wer bereit ist, den nicht unerheblichen Preis aufzubringen, der bekommt jedenfalls ein ausgesprochen komfortables und luxusriöses Reisemobil.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema