Auto

Nun überzeugendes AlltagsautoSubaru Solterra AWD - im zweiten Anlauf gut

22.10.2026, 17:49 Uhr
00:00 / 07:02
2_Subaru_Solterra_MY26_136
Nach dem Lifting ist der Subaru Solterra ein überzeugendes Elektroauto geworden. (Foto: Subaru)

Der Subaru Solterra hatte sich zum Start ein paar Patzer geleistet. Nach einer umfangreichen Überarbeitung sind die meisten behoben. Der Neue punktet mit viel Platz, einem kraftvollen Antrieb und alltagstauglicher Reichweite. Doch seine Schnellladeleistung ist nur Mittelmaß.

Subaru gehört zu den Nachzüglern bei der Elektromobilität. Und auch der erste Anlauf mit dem gemeinsam mit Toyota entwickelten Solterra war wenig erfolgreich. Hoher Verbrauch, überschaubare Reichweite und ein ambitionierter Preis machten es dem elektrischen Mittelklasse-SUV nach dem Start Ende 2022 schwer, Käufer zu finden.

Nach knapp vier Jahren haben die Japaner nun gründlich nachgebessert. Mit Erfolg: Der Solterra ist mittlerweile ein durchaus konkurrenzfähiges Elektroauto. Und in einigen Disziplinen sogar richtig gut.

Änderungen mehr unterm Blech als außen

Von außen sieht man dem 4,69 Meter langen Fünftürer die Fortschritte allerdings kaum an. Die Front wurde neugestaltet und trägt nun die für Subarus E-Modelle typische Lichtsignatur aus jeweils sechs LED-Elementen. Dazu kommen andere Felgen und einige kleinere Retuschen. Insgesamt bleibt der Solterra ein eher unauffälliges SUV, das sich mit seinen kantigen Formen und den üppigen schwarzen Kunststoffverkleidungen ein wenig rustikaler gibt als sein Technik-Zwilling Toyota bZ4X.

1_Subaru_Solterra_MY26_060
Der elektrische Allradantrieb ist auch in mittelschwerem Gelände von Nutzen. (Foto: Subaru)

Deutlich mehr getan hat sich unter dem Blech. Die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse kommen nun auf eine Systemleistung von 252 kW/343 PS. Entsprechend kraftvoll geht der Solterra zu Werke. Schon ein leichter Tritt auf das Fahrpedal sorgt für kräftigen Vortrieb, Überholmanöver sind schnell erledigt. Für den Standardsprint auf Tempo 100 benötigt der mehr als zwei Tonnen schwere Allradler gerade einmal 5,1 Sekunden. Bei 160 km/h ist allerdings Schluss, was angesichts der Leistungsreserven und des Allradantriebs etwas früh erscheint.

Trotz des sportlichen Temperaments gibt sich der Subaru im Alltag eher gelassen. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend präzise, das Fahrwerk ist komfortorientiert abgestimmt. Unebenheiten werden meist ordentlich geschluckt, nur kurze Stöße dringen gelegentlich durch.

In schnell gefahrenen Kurven profitiert der Solterra von seinem tiefen Schwerpunkt und dem permanenten Allradantrieb. Letzterer ist bei Subaru mehr als eine Anfahrhilfe für rutschige Straßen. Mit 21 Zentimetern Bodenfreiheit, speziellen Fahrprogrammen für Schnee und Schlamm sowie einer elektronischen Bergabfahrhilfe wagt sich das SUV zwar nicht auf harte Offroad-Trails, aber durchaus auf schwierigere Wege. Für Feldwege, verschneite Zufahrten und leichte Offroad-Ausflüge reicht das Gebotene allemal.

Sparsam beim Stromverbrauch

Eine der größten Verbesserungen betrifft den Stromverbrauch. Der war beim ursprünglichen Solterra ein Schwachpunkt, mittlerweile geht das SUV deutlich sparsamer mit der Energie um. Im Test begnügte sich der Allradler mit rund 15 kWh auf 100 Kilometern, ein für Größe, Gewicht und Leistung niedriger Wert. Zusammen mit der auf 73,1 kWh gewachsenen Batterie ergibt sich eine Praxisreichweite von rund 500 Kilometern. Damit liegt der Subaru ungefähr auf dem Niveau seiner Normangabe, die je nach Ausstattung zwischen 471 und 511 Kilometern beträgt. Bei hohem Autobahntempo oder niedrigen Temperaturen dürfte der Aktionsradius allerdings spürbar schrumpfen.

4_Subaru_Solterra_MY26_128
Die Ladeleistung des Subaru ist nicht gerade rasant, aber recht stabil. (Foto: Subaru)

Auch beim Laden hat Subaru nachgebessert. Die maximale Leistung an der Schnellladesäule beträgt weiterhin 150 kW, dank einer verbesserten Ladekurve soll der Akku nun aber schneller wieder voll sein. Im Test lag die durchschnittliche Ladeleistung über die typische Ladung von 20 bis 80 Prozent bei rund 115 kW, womit der Solterra zwar keine Bestwerte aufstellt, sich längere Reisen aber ohne übermäßig lange Ladepausen bewältigen lassen.

Hilfreich ist dabei die neue Batterie-Vorkonditionierung, die den Akku vor dem Schnellladen auf eine günstige Temperatur bringt und die sich erfreulicherweise auch manuell und nicht nur über das Navi aktivieren lässt. An Wechselstromsäulen lädt der Subaru in den höheren Ausstattungslinien mit bis zu 22 kW. Lediglich das Basismodell muss sich mit 11 kW begnügen.

5_Subaru_Solterra_MY26_126
Die blau-schwarzen Sitze des Subaru Solterra sind Geschmackssache. (Foto: Subaru)

Viel Platz in beiden Sitzreihen

Seine vielleicht größte Stärke hat der Solterra allerdings im Innenraum. Dank des langen Radstands von 2,85 Metern bietet er viel Platz auf beiden Sitzreihen. Auch große Erwachsene sitzen im Fond bequem, vor allem die Beinfreiheit ist üppig bemessen.

Der Kofferraum fasst je nach Ausstattung bis zu 452 Liter und ist damit ordentlich, angesichts der Außenmaße aber nicht überragend groß. Praktisch sind die geteilt umklappbare Rückbank und der variable Ladeboden. Wer einen Anhänger ziehen möchte, profitiert von 1.500 Kilogramm Anhängelast. Gegenüber dem Vorgängermodell hat sich diese verdoppelt.

Subaru_Solterra_MY26_120
Um den Tacho zu sehen, muss man über das kleine Lenkrad blicken. (Foto: Subaru)

Gut gelungen ist auch die Bedienung. Während manche Konkurrenten möglichst viele Funktionen in verschachtelten Bildschirmmenüs verstecken, setzt Subaru auf eine vergleichsweise einfache und übersichtliche Lösung. Der zentrale Touchscreen misst nun 14 Zoll, die wichtigsten Funktionen sind schnell zu finden.

Smartphone-Anbindung und Navigation gehören zum Serienumfang. Auch die Rekuperation lässt sich unkompliziert über Wippen am Lenkrad einstellen. Dass das Infotainmentsystem vor allem grafisch etwas altbacken wirkt, lässt sich da verschmerzen.

Subaru_Solterra_MY26_102
Die Grafik wirkt weiterhin altbacken, funktional ist das Infotainment aber in Ordnung. (Foto: Subaru)

Eine Besonderheit ist das kleine, weit vorn unter der Windschutzscheibe platzierte Instrumentendisplay. Die wichtigsten Fahrinformationen liegen dadurch fast im direkten Blickfeld des Fahrers. Das funktioniert beinahe so gut wie ein Head-up-Display, ohne dass die Anzeigen in die Scheibe projiziert werden müssen. Gewöhnungsbedürftig ist lediglich das kleine, oben und unten abgeflachte Lenkrad, über das hinweg man auf die Instrumente schaut.

Bei der Ausstattung lässt sich Subaru nicht lumpen. Schon das Basismodell verfügt unter anderem über eine Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Vordersitze, eine 360-Grad-Kamera sowie zahlreiche Assistenzsysteme. In höheren Versionen kommen unter anderem belüftete Sitze, ein Soundsystem und ein Panoramaglasdach hinzu.

6_Subaru_Solterra_MY26_163
Der Kofferraum des Subaru ist äußerst großzügig. (Foto: Subaru)

Die Preisliste beginnt nun bei 46.000 Euro, während zum Marktstart noch deutlich mehr als 50.000 Euro fällig wurden. Damit bewegt sich der Subaru mittlerweile in einer ähnlichen Preisregion wie andere elektrische Mittelklasse-SUV. Allerdings ist der Allradantrieb hier grundsätzlich an Bord, während viele Konkurrenten ihre Einstiegspreise mit schwächeren Heck- oder Fronttrieblern erreichen.

Unterm Strich hat sich der Solterra mit der Überarbeitung vom problematischen Elektro-Erstling zum überzeugenden Alltagsauto entwickelt. Er bietet viel Platz, reichlich Leistung, einen sparsamen Antrieb und eine erfreulich unkomplizierte Bedienung. Lediglich beim Schnellladen zählt er weiterhin nicht zur Spitzengruppe.

Subaru Solterra AWD - technische Daten

  • Fünftüriges, fünfsitziges Elektro-SUV

  • Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,65 Meter, Radstand: 2,85 Meter, Kofferraum: 410 bis 452 Liter, Anhängelast: 1.500 kg;

  • Zwei Elektromotoren, Allradantrieb, Systemleistung: 252 kW/343 PS, Drehmoment: 437 Nm, 0-100 km/h: 5,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, Batterie: 73,1 kWh, Normverbrauch: 14,6 bis 15,8 kWh/100 km, Testverbrauch: rund 15 kWh/100 km, WLTP-Reichweite: 471 bis 511 km, Praxisreichweite: rund 500 km, Ladeleistung: 150 kW DC, 11/22 kW AC

  • Preis: ab 45.990 Euro.

Quelle: ntv.de, Holger Holzer, sp-x

GeländewagenElektroautosElektroautosSUVSubaru-ModelleElektromobilität