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Bereits seit 2015 gibt es Apps, die das Parken leichter machen sollen.
Bereits seit 2015 gibt es Apps, die das Parken leichter machen sollen.(Foto: picture alliance / Julian Strate)
Sonntag, 18. Februar 2018

Ich drehe schon seit Stunden ...: Wenn die App die Parklücke findet

So angenehm die Fahrt mit dem Auto auch sein kann, so nervig ist am Ende die Suche nach einem Parkplatz. Nicht nur App-Anbieter versuchen das zu vereinfachen, auch Bosch und TomTom sind einer Lösung auf der Spur.

Am Ende einer Autofahrt steht immer die Frage: Wohin jetzt mit dem Wagen? Wie einfach wäre es, könnte man im Navi das Ziel "freie Parklücke in der Nähe, passend für mein Auto" eingeben. Tatsächlich ist diese Wunschvorstellung gar nicht mehr so weit entfernt. Und im Schritt danach muss man gar nicht mehr selbst parken.

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Intelligente Lösungen sind gefragt: Etwa ein Drittel des Stadtverkehrs ist auf parkplatzsuchende Autofahrer zurückzuführen, die ihre Kreise ziehen, um eine freie Lücke zu finden. Geht man mit Automobilzulieferer Bosch davon aus, dass sich bis 2050 der urbane Verkehr verdreifacht haben wird, liegt auf der Hand, warum die Parkplatzsuche dringend effizienter werden muss.

Helfende Apps für die Parkplatzsuche

Bereits heute unterstützen zahlreiche Apps die Suchenden. Dienste wie "Park Now" oder "Ampido" zeigen Parkmöglichkeiten mit Preisen in der Umgebung an und vereinfachen vor allem das Bezahlen. Auch bei "easy park", "Park.Me" oder "Park and Joy" muss man kein Ticket mehr ziehen. Die Abrechnung erfolgt automatisch und zeitgenau über das Smartphone, auch das Nachlösen aus der Ferne ist möglich. Die Reservierung von Parkplätzen ist ebenfalls bei einigen Anbietern möglich. Verschiedene Parkhaus-Betreiber bieten Park-Apps an, die eine aktuelle Übersicht über die freien Plätze in Tiefgarage oder Parkdeck geben.

Andere Apps gehen weiter und zeigen sogar Parkplätze am Straßenrand, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit frei sein könnten: Die App "ParkU" beispielsweise nutzt Information von Inrix. Der Verkehrsdatenanbieter verknüpft so genannte historische Daten – also wo in der Vergangenheit um eine bestimmte Uhrzeit wenig los war – mit Echtzeitdaten über die aktuelle Verkehrslage und berechnet eine statistische Wahrscheinlichkeit, wo die besten Chancen bestehen, einen Parkplatz zu finden. Auch der neue BMW 5er nutzt solche Echtzeit-Informationen, um über sein Navi die Parkplatzsuche zu vereinfachen.

Die Fahrt zu solchen Parkplätzen wolle die Apps den Nutzern eigentlich ersparen.
Die Fahrt zu solchen Parkplätzen wolle die Apps den Nutzern eigentlich ersparen.(Foto: picture alliance / Daniel Reinha)

Informationen zum so genannten On-Street-Parking ("Auf der Straße parken") gibt auch Navi-Hersteller TomTom: Die Niederländer prognostizieren die Wahrscheinlichkeit, eine Parklücke zu finden und geben die durchschnittliche Suchdauer anderer Autofahrer an dieser Stelle an. Das errechnet ein Algorithmus, der anhand von GPS-Daten typische Verhaltensweisen von Parkplatzsuchern erkennt: gleichmäßige Geschwindigkeit oder ständiges Im-Kreis-Fahren. Implementiert wird der Dienst, der in gut zwei Dutzend Städten (u.a. Hannover, München) in Deutschland funktioniert, in Neuwagen, die als festinstalliertes Navi TomTom nutzen.

Hat Bosch die Lösung?

In Echtzeit einen konkreten freien Parkplatz am Straßenrand anzeigen ist im Moment für die App-Anbieter ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Dienst, der das realisiert, soll aber noch in diesem Jahr starten. Bosch arbeitet an einer digitalen Echtzeit-Karte der freien Parkplätze. Nach Pilotprojekten mit verschiedenen Herstellern im vergangenen Jahr soll der Dienst 2018 an den Start gehen.

Der Clou: Im Vorbeifahren, ohne, dass die Fahrer selbst aktiv werden müssen oder überhaupt etwas merken, finden und melden Autos selbstständig freie Stellplätze am Straßenrand. Mit den Ultraschallsensoren des Parkassistenten – immerhin fast jedes dritte Neufahrzeug heute hat sie – vermessen die Wagen automatisch Lücken zwischen parkenden Fahrzeugen während sie in der Stadt unterwegs sind. Die Informationen werden an den jeweiligen.

Der Clou ist, wenn das Auto eines Tages allein in die Parklücke fährt.
Der Clou ist, wenn das Auto eines Tages allein in die Parklücke fährt.(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)

Fahrzeughersteller gesendet und anonymisiert an die Bosch-Cloud weitergeleitet. Eingefügt in eine digitale Parkplatzkarte stellt der Zulieferer sie den Fahrzeugherstellern wieder zur Verfügung, der parkplatzsuchende Autofahrer kann sie sich über sein Navi anzeigen lassen.

Bosch geht davon aus, dass 2020 alle neuzugelassenen Fahrzeuge in Märkten wie Europa oder Nordamerika mit dem Internet verbunden sein werden. Denn auf Schwarmintelligenz kommt es beim so genannten Community-based Parking an. Je mehr Fahrzeuge teilnehmen, desto genauer und umfangreicher ist der Service. Das geht so weit, dass Länge und Breite der Lücke angegeben werden können, der Autofahrer also vorher sehen kann, ob sein Fahrzeug hineinpasst.

In der Königsdisziplin muss der Autofahrer natürlich gar nicht mehr selbst suchen oder in die Lücke kurbeln. Wie das gehen könnte, haben Daimler und Bosch im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart gezeigt. Der Fahrer steigt aus und gibt per Smartphone den Park-Befehl, Sensoren im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor bis in die freie Parklücke und dirigieren das Auto fahrerlos dorthin. Ab März können Besucher des Museums im Parkhaus den Service selbst ausprobieren, dafür stehen zwei Mercedes E-Klassen bereit.

Quelle: n-tv.de