Unterhaltung

Es lebe der Kloß Der Weimarer "Tatort" im Schnellcheck

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Kommen auch mit aufmüpfigen Kartoffelbauern klar: Dorn (Nora Tschirner und Lessing (Christian Ulmen).

(Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebau)

Wenn der Besitzer einer Kloßfabrik bei minus 196 Grad schockgefrostet und anschließend granuliert wird, ist das ein Fall für Dorn und Lessing: Die Weimarer Kommissare ermitteln fünf Jahre nach ihrem Debüt mal wieder im kulinarischen Milieu.

Das Szenario

Der Mord an einem Kloßfabrikanten erschüttert Thüringen: Christoph Hassenzahl (Matthias Paul) wurde in einer seiner eigenen Maschinen bei minus 196 Grad schockgefrostet und anschließend zu Granulat verarbeitet. Bei ihren Ermittlungen nehmen die Weimarer Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner) die Hassenzahler Kloßmanufaktur genauer unter die Lupe und stoßen auf ein Gespinst aus stärkehaltigen Lügen und Verwicklungen.

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Unterwegs im Kartoffelparadies: Dorn und Lessing

(Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebau)

Kurz nach dem Mord an Hassenzahl taucht Roswita (Milena Dreissig), die vor sieben Jahren spurlos verschwundene Gattin des Ermordeten, auf und behauptet, in all der Zeit mit verlorenem Gedächtnis in einer Autobahnraststätte gearbeitet zu haben. Ihr Lebensgefährte Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff), der auf der gegenüberliegenden Tankstelle Toiletten putzt, entpuppt sich als zwielichtiger Trickbetrüger - und auch die restlichen Protagonisten in "Die robuste Roswita", ein bankrotter Kartoffelbauer und eine eiskalte Supermarktleiterin, sind alles andere als vertrauenswürdige Zeitgenossen.

Die eigentliche Botschaft

Inmitten all der Digitalisierungs-, Flüchtlings- und Rechtsextremismus-"Tatorte", die momentan so en vogue sind, hat "Die robuste Roswita" keine übergeordnete Erzählebene: Es geht schlicht und ergreifend darum, den Zuschauer gut zu unterhalten. Und das ist zwischendurch ja auch mal sehr erfrischend.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Sind soßengefüllte Klöße tatsächlich gleichbedeutend mit dem Ende des Abendlandes? Oder heben die "Tatort"-Macher Hausmannskost hier grade auf ein neues Level?

Der Plausibilitätsfaktor

In Weimar ist Plausibilität ein Fremdwort. Und das ist auch gut so: "Die robuste Roswita" lebt schließlich von aberwitzigen Situationen und den irrationalen Entscheidungen ihrer Protagonisten.

Die Bewertung

7,5 von 10 Punkten. Der neueste Fall aus Weimar unterhält ganz ausgezeichnet. Mehr darf und sollte man von den besseren Münsteranern auch nicht erwarten.

Quelle: ntv.de