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"Please Please Me" wird 60 Erstes Beatles-Album feiert Jubiläum

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Die Beatles konnten sich schon über den Erfolg ihres ersten Albums 1963 freuen.

(Foto: IMAGO/Heritage Images)

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Am 22. März 1963 erscheint unter dem Titel "Please Please Me" das allererste Album der Beatles. Es ist der Beginn einer einzigartigen Musikkarriere, die viele weitere Alben, ausverkaufte Tourneen und ohnmächtige Fans mit sich bringt. Und es markiert einen Wendepunkt in der Musikindustrie.

Als die Beatles am 10. Februar 1963 die Abbey Road Studios betraten, die damals noch EMI Recording Studios hießen, warteten keine kreischenden Fans vor dem Eingang. Es lauerten auch keine Fotografen. Das Quartett hatte sich zwar schon als mitreißende Liveband in der Clubszene einen Namen gemacht und mit der Single "Please Please Me" seinen ersten Nummer-eins-Hit gelandet. Aber Superstars waren die Musiker aus Liverpool noch nicht. Das sollte sich bald ändern. Ihr erstes Album war dafür wegweisend.

Es musste schnell gehen, weil die Plattenfirma EMI/Parlophone den großen Erfolg der Single "Please Please Me" nutzen wollte. Morgens um 10 Uhr betraten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr mit Produzent George Martin die Aufnahmestudios im Norden von London. Zwölf Stunden später - um 22 Uhr galt damals eine Sperrstunde in den Studios - war das Debüt mit 14 Liedern und einer Laufzeit von knapp 32 Minuten schon im Kasten. Dem Vernehmen nach nahm Martin nur noch kleine Nachbesserungen vor, bevor die Bänder eine gute Woche später fertiggestellt wurden.

"Love Me Do" und "Please Please Me" waren schon vorher aufgenommen und als Singles veröffentlicht worden, zusammen mit den jeweiligen B-Seiten "P.S. I Love You" und "Ask Me Why". (Von "Love Me Do" landete allerdings eine andere Version auf dem Album als auf der Single.) Die anderen zehn Songs, eine Mischung aus Eigenkompositionen und Coverversionen, spielten John, Paul, George und Ringo live im selben Raum ein. Tonmeister Martin wollte auf diese Weise die raue Energie und Spontaneität ihrer Live-Auftritte einfangen und dem Album einen unpolierten Klang geben.

Fab Four erschöpft vom Touren

The Beatles auf RTL+ Musik
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(Foto: imago images/LFI)

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Die Leistung der Fab Four ist umso beeindruckender, wenn man weiß, dass sich die Beatles zu der Zeit gerade auf einer kraftraubenden England-Tournee mit 14 Konzerten befanden. Die britische Sängerin Helen Shapiro, damals erst 16 Jahre alt, war Headliner der Konzerte mit elf Künstlern. Die Beatles, die zu diesem Zeitpunkt nur an vierter Stelle des Line-ups standen, spielten Abend für Abend zwei Konzerte mit jeweils vier Liedern.

Beim Eintreffen in Abbey Road soll die Band so erschöpft gewesen sein, dass George Martin anfangs sogar Zweifel hatte, ob sie die Aufnahmesessions überhaupt durchhalten würden. Später berichtete John Lennon, der während der Aufnahmen gesundheitlich angeschlagen war und Halstabletten lutschte, dass er beim letzten Song "Twist And Shout" an seine Grenzen kam. "Das hätte mich fast umgebracht", sagte er.

Das Foto für das Albumcover, auf dem die Beatles über ein Geländer blicken, nahm Starfotograf Angus McBean im damaligen EMI-Hauptquartier auf. Als die Plattenfirma in den 1990er Jahren innerhalb Londons umzog, wurde das berühmte Geländer mitgenommen. Ursprünglich hatte Martin die Band im Londoner Zoo fotografieren lassen wollen, aber die Zoo-Verantwortlichen lehnten eine Fotosession einer jungen, wilden Musikgruppe entschieden ab.

Anderer Titel für US-Release

Am 22. März 1963 stand "Please Please Me" erstmals in den britischen Plattenläden. In den USA wurde erst im Januar 1964 unter dem Titel "Introducing ... The Beatles" eine um zwei Tracks gekürzte Version der LP veröffentlicht. Bis "Please Please Me" in Deutschland in den Regalen stand, sollte ebenfalls fast ein Jahr vergehen. Am 6. Februar 1964 erschien das Beatles-Debüt in der Bundesrepublik.

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"Es war ein Stück Plastik. Und dieses Stück Plastik war wie Gold", wird Schlagzeuger Ringo Starr auf der Beatles-Website zitiert. "Man hätte seine Seele dafür verkauft, um auf dieser kleinen Schallplatte zu sein."

Das Album wurde ein riesiger Erfolg und erreichte im Mai, sieben Wochen nach Veröffentlichung, die Spitze der britischen Hitparade. Dort blieb "Please Please Me" ingesamt 30 Wochen, bevor es vom zweiten Album "With The Beatles" verdrängt wurde. Mehr als ein Jahr hielt es sich in den Top 10 - ein überaus seltener Erfolg für das Debüt einer Band, den außer den Beatles auf der Insel nur Oasis mit "Definitely Maybe" im Jahr 1994 erreichten. Die Beatles halten mit 73 Wochen gegenüber den Gallagher-Brüdern mit 51 weiter die Bestmarke für ein Debütalbum.

Neue Ära der Jugendkultur eingeleitet

Die kulturelle Bedeutung von "Please Please Me" ist kaum zu überschätzen. Es erschien zu in einer Zeit, in der sich die britische Gesellschaft im Umbruch befand. Die Beatles verkörperten den jugendlichen Geist der "Swinging Sixties" mit ihren für damalige Verhältnisse wilden Frisuren, mit der rebellischen Art und mitreißenden Musik. Der Erfolg ihres Debüts trug dazu bei, eine neue Ära der Jugendkultur einzuleiten, deren Einfluss bis heute nachwirkt.

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"Please Please Me" markierte in mehrfacher Hinsicht einen Wendepunkt für die Musikindustrie. Dass darauf mehrere Lieder enthalten waren, die Bandmitglieder - hier das Duo McCartney/Lennon - selbst geschrieben hatten, war seinerzeit unüblich. Man kann es also als Geburtsstunde eigenständiger Rockbands sehen, die nicht von externen Songwritern abhängig sind. Zudem revolutionierten die Beatles das Konzept des Musikalbums, das nicht mehr nur als Sammlung von Singles gesehen wurde, sondern als zusammenhängendes künstlerisches Werk.

Dass die Beatles 60 Jahre später als einflussreichste Pop- und Rockgruppe der Musikgeschichte gelten, war sicher nicht abzusehen. Aber beim New Musical Express (NME) ahnte man schon damals, dass Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und Ringo Starr erfolgreich sein würden. "Die Dinge kommen langsam in Bewegung für die Beatles", schrieb die einflussreiche britische Musikzeitung im März kurz vor der Veröffentlichung des Albums. "Es sieht nach einer rosigen Zukunft für die Beatles aus, aber so wie man sie kennt, wird ihnen das nicht zu Kopf steigen."

Quelle: ntv.de, Philip Dethlefs, dpa

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