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Ein Kartenspiel bei Kickstarter Explodierende Kätzchen bringen Millionen

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Kätzchen explodieren - man muss schon ein Fan von schwarzem Humor sein, um von dem Spiel begeistert zu sein.

(Foto: Screenshot n-tv.de)

Man soll ja erstmal kleine Brötchen backen. Ein paar Tausend Dollar sollten reichen, um ein Kartenspiel über explodierende Katzen zu entwickeln. Doch dann werden es plötzlich mehrere Millionen. Ein Traum? Oder eher ein kalkulierter Erfolg?

10.000 US-Dollar (ca. 8855 Euro) waren das erklärte Ziel von Elan Lee. Mit dem auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gesammelten Geld will er ein Kartenspiel finanzieren mit dem vielsagenden Titel "Exploding Kittens" (explodierende Kätzchen). Nur hatte er die zehn Riesen bereits nach 20 Minuten zusammen, nach zwei Tagen waren es zwei Millionen Dollar. Inzwischen steht das Kickstarter-Angebot bei mehr als 4,5 Millionen Dollar. Mehr als 116.000 Menschen haben das Projekt unterstützt - und es sind noch 21 Tage Zeit, um Geld zu geben.

Was auf den ersten Blick wie ein Traum klingt, ist tatsächlich kaum verwunderlich und vermutlich kalkuliert. Denn hinter dem Projekt stehen keine Unbekannten. Eingestellt wurde das Kartenspiel von dem Spieleentwickler Elan Lee. Er war früher der Chefdesigner für die Xbox Entertainment Studios von Microsoft. Er hat das Projekt zusammen mit dem Spielegestalter und Zeichner Shane Small und der Webseite "The Oatmeal" (Haferbrei) realisiert. Die Seite ist äußerst beliebt wegen seiner Comics, der witzigen Texte und dem schwarzen Humor.

Schwarzen Humor bietet nun auch das Kartenspiel, das denkbar einfach zu spielen ist. Man zieht reihum eine von den 56 Karten. Zieht man eine Karte mit einem explodierenden Kätzchen, stirbt man und ist raus. Das kann man verhindern, indem man eine "Defuse"-Karte ausspielt, die die Gefahr entschärft. Außerdem kann man mit verschiedenen Karten eine Runde aussetzen oder zum Beispiel seine Gegenspieler attackieren.

Auch für Erwachsene

In zwei Versionen wird das Spiel angeboten: Eine Variante ist ab sieben Jahren geeignet, die andere wird als "Not Safe for Work" klassifiziert, bietet also sarkastischen Humor und besonders blutige Abbildungen für Erwachsene.

Als Gegenleistung für eine finanzielle Beteiligung bekommt man das Kartenspiel zugeschickt, als normale oder "NSFW"-Variante. Ein Schnäppchen ist es allerdings nicht: 20 Dollar (17 Euro) kostet ein einzelnes Deck, für insgesamt 35 Dollar bekommt man zusätzlich die Erwachsenen-Version. Will man es nach Deutschland schicken lassen, fallen aber noch 15 Dollar Porto an. Signierte Kartendecks, die ursprünglich angeboten wurden, sind bereits nicht mehr erhältlich.

Angesichts der Preise kann man sich durchaus fragen, ob es sich lohnt, sich am Kickstarter zu beteiligen. Ein Erfolg ist es ja ohnehin schon - für die beteiligten Künstler und Entwickler. Für Elan Lee und "The Oatmeal" dürfte es kein Problem gewesen sein, die ursprünglich anvisierten 10.000 Dollar aus eigener Tasche aufzubringen.

Aber warum sollte man ein Geschäftsrisiko eingehen, wenn man das Projekt auch vom Schwarm finanzieren lassen kann - und am Ende mit einem großen Gewinn dasteht? Leider häufen sich diese Projekte auf Crowdfunding-Plattformen und schaden ihnen langfristig. Denn während sich viele Geldgeber auf ohnehin schon bekannte Projekte stürzen, bleiben kleinere, ambitionierte Projekte, die eine Finanzierung verdient hätten, auf der Strecke.

Quelle: ntv.de, mli