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Sicherheitsgründe? Prinz Andrew sagt Reise ab

Schlagzeilen zu Prinz Andrew und dubiosen Kontakten etwa im Nahen Osten sind in Großbritannien zurzeit an der Tagesordnung. Jetzt hat der Sohn der Queen eine Reise nach Saudi-Arabien abgesagt - neuer Stoff für Spekulationen.

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Prinz Andrew - hat er Kontakte zur Familie von Libyens Diktator Gaddafi und zu Waffenschmugglern? (Archivfoto von 2008)

(Foto: dpa)

Der britische Prinz Andrew hat Medienberichten zufolge eine Reise nach Saudi Arabien abgesagt. Die für kommende Woche geplante Tour falle ausschließlich aus Sicherheitsgründen aus, zitierte die Nachrichtenagentur PA eine nicht näher benannte Quelle im Palast. Jegliche Vermutung, der wahre Grund seien Medienberichte über Kontakte Andrews etwa zur Familie von Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi, zu Waffenschmugglern und anderen zweifelhaften Leuten, seien "absolut falsch", hieß es. Offiziell teilte der Palast mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Auslandsreisen des Prinzen.

Andrew sollte in seiner Position als Handelsbeauftragter der britischen Regierung in Saudi Arabien Geschäfte für die Verteidigungsindustrie vermitteln, wie mehrere Medien berichteten.

Befreundet mit Kinderschänder?

Der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth II. war in den vergangenen Wochen schwer in die Kritik geraten, weil er unter anderem mit einem verurteilten Kinderschänder befreundet gewesen sein soll. Auch unterhielt er Kontakte zum Schwiegersohn des verjagten tunesischen Präsidenten Ben Ali und weiteren umstrittenen Personen. Kritiker erhoben ihn bereits zur "nationalen Peinlichkeit".

Durch die Berichte war Andrews Position als Handelsattachée infrage gestellt worden. Die Regierung hielt jedoch zunächst weiter zu ihm. Medien spekulierten am Wochenende, ob die abgesagte Reise ein Zeichen sei, Andrew könne selber über einen Rücktritt nachdenken.

"Tölpelhaft und einsam"

Die britische Zeitung "The Times" ließ am Samstag nicht namentlich genannte Bekannte des Prinzen zu Wort kommen, die ihn als "tölpelhaft", im Grunde aber "sehr einsam" beschrieben. Er soll nur wenige Freunde haben und entweder auf Reisen sein oder Golf spielen. Er sei kein Party-Hengst und trinke schon seit jungen Jahren keinen Alkohol, hieß es in dem Bericht. Stattdessen lege er viel Wert auf Geld. Weil er selber nicht genug davon habe, um einen extravaganten Lebensstil zu führen, umgebe er sich mit reichen Leuten.

Reiche Leute allerdings haben der "Sunday Times" zufolge recht leichtes Spiel mit ihm. So habe ein Freund Andrews, der gebürtige libysche Waffenhändler Tarek Kaituni, verdeckten Reportern der Zeitung gesagt, er könne einen Kontakt zum Prinzen vermitteln. Die Journalisten hatten in dem Gespräch, das bereits im vergangenen Jahr geführt und jetzt veröffentlicht wurde, vorgegeben, Geschäftsleute zu sein und ein Golf-Resort in Libyen eröffnen zu wollen. Kaituni hatte gesagt, er werde den Prinz gegen eine Gebühr fragen, zu der Eröffnung zu kommen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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