Unterhaltung

"Bauer sucht Frau" geht unter die Haut "So, die Kacke muss weg"

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Peter zeigt Kerstin, wie man die Heugabel benutzt.

(Foto: RTL)

Tränchen bei den Bauern: Bei dem einen vor Glück, bei dem anderen fast vor Verzweiflung. Heike hat mit 40+ keine Ahnung von Mist und Kerstin kann nicht duschen, ohne vorher die Kettensäge zu benutzen. Ein Blick auf Rolfs Hof jedoch beweist: Die Liebe lauert überall. Sogar an der Wursttheke.

Die Landbuben von RTLs Quotenhit "Bauer sucht Frau" werden immer unruhiger, denn das letzte Huhn hat noch nicht gegackert. Werden sich die ersehnten Hoffnungen nach einem Leben zu zweit erfüllen? Keine einfache Frage, denn die Junggesellen-Höfe halten für so manche Auserwählte mehr Überraschungen bereit, als sie verkraften kann. Zwischen Ferkeln, Hühnern und Schafskacke den "Märchenbauern" zu finden, ist nichts für Weicheier.

Für Rainer, der Clint Eastwood unter den Bauern, ist der Begriff Tiefschlaf nicht nur ein Wort. Leute, die schwer schuften, sollen bekanntlich einen festen und zufriedenen Schlaf haben. Geweckt wird der Schäfer von Heike mit einem Glas Milch. Eigentlich lümmelt die Blondine um diese Zeit vor dem Bad-Spiegel herum und stylt sich. Dass sie plötzlich an seinem Bett sitzt, ist eine Tatsache, die Rainer etwas verdutzt. Geschlafen hat er "wie ein Motorrad, das die ganze Nacht auf seinem Ständer steht". Rainer findet's lustig, Heike auch.

40+ und von "Mist keine Ahnung"

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Für Rainer und Heike beginnt die Hofwoche.

Wer auf dem Lande bestehen will, darf nicht zimperlich sein. Wenn es aber jemanden gibt, der mit allen Wassern gewaschen ist, dann der Rainer. Ein Bauernhof ist Arbeit: Stall ausmisten, Treckerfahren, Eimer schleppen. Das muss auch die Heike lernen, denn Rainer führt ein hartes Regiment. Erste Aufgabe: Mist auf eine Schubkarre schaufeln. "So Heike, die Kacke muss weg", kommandiert der Hof-General und gibt explizite Anweisungen. Heike findet aber schnell ihre eigene Variante der Mistbeförderung. Sie schaufelt den halben Mount Everest in Rainers Schubkarre und steuert den "Kacketurm" dann rückwärts zum Misthaufen. "Von Mist hat die Heike wirklich keine Ahnung", stellt der Schäfer kopfschüttelnd fest. Auch in der ländlichen Königsdisziplin versagt die Blondine auf ganzer Linie. "Die Heike ist zwar eine ganz schöne Frau, aber das Treckerfahren mit ihr ist eine Katastrophe". Heike, deren Alter neuerdings mit 40+ beziffert wird, findet hingegen, dass Rainer einfach nur zu ungeduldig ist, "was sicher daran liegt, dass er lange keine Frau im Hause hatte."

45 Sekunden Wurstübergabe sind kein Date

Beinahe bewegend war das Wiedersehen mit Rolf. Der 28-Jährige ist ja nach dem Schützenfest ohne Frau auf seinen Hof zurückgekehrt. Jemand, der sensibel und obendrein schüchtern ist, hat es schwer in der Liebe. Das Herz auf dem rechten Fleck zu haben, wird oft mit Schwäche gleichgesetzt. Rolfs Schicksal nimmt aber eine ungeahnte Wendung: Die Supermarkt-Verkäuferin aus dem Nachbardorf hat ein Auge auf den feinfühligen Hundefreund geworfen. Man kennt sich von der gelegentlichen 45 Sekunden währenden Wurstlieferung. Rolfs erste Hofwoche ist hoffentlich von Erfolg gekrönt. Und vielleicht bringt ihm der Damenbesuch auch mal bei, dass zwei Menschen unter vier Augen mehr miteinander machen können als reden.

Die Kettensäge und die Kerstin

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Gottfried und Martina haben Spaß im Wildgehege.

(Foto: RTL)

Auch Kerstin hat Probleme. Sie will morgens nämlich erstmal kurz duschen und stellt erstaunt fest, dass es in Hobbybauer Peters First-Class-Hütte für Auswanderer kein warmes Wasser gibt. Das Problem liegt aber nicht an dem vorsintflutlichen Dusch-Schlauch, der so aussieht, als hätte Peter ihn an der Tanke mitgehen lassen, nein, das Problem liegt schlicht beim Brennmaterial. Das nicht vorhanden ist.

Das Brennholz für den Ofen muss erst noch gesägt werden. Vorrat? Hält Peter nix von. Und was wünscht sich eine Frau mehr, als morgens hundemüde in die klammen Klamotten zu schlüpfen, sich die Kettensäge zu schnappen und in die Walachei zu dackeln, um Holz zu sägen? Aber das Ganze soll ja auch ein Abenteuerurlaub sein und weil Kerstins Gefühle für Peter "immer mehr geworden sind", hat sie auch kein Problem damit, dass die Gefahr besteht, im hohen Gras von ein paar giftigen Schlangen gebissen zu werden. Die Wunde kann Peter ja dann ausbrennen. Falls er Feuer machen kann.

Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt

Bei Biobauer Karlheinz und seiner Lou ist alles in Sack und Tüten. Die beiden möchten sich so schnell wie möglich wiedersehen. Als Karlheinz der Rentnerin zum Abschied ein Pony schenkt, bricht sie in Tränen aus. Mehr heile Welt ist kaum zu ertragen: Das Leben ist manchmal also doch ein Ponyhof.

Doch dann gibt es plötzlich einen ganz besonderen Moment, der wirklich unter die Haut geht.

Biobauer Gottfried spricht seine Martina auf den Ring an, den sie trägt. Die 49-jährige Tierarzthelferin sagt: "Das ist mein Ehering. Du weißt ja, dass ich verwitwet bin. Aber es war bis jetzt einfach noch nicht die Zeit, dass ich ihn runternehme". Und Gottfried, der ebenfalls Witwer ist, schaut ihr verständnisvoll in die Augen und sagt daraufhin: "Meinetwegen kannst du ihn ruhig am Finger lassen. Ich habe ja auch meine Ohrringe. So hat jeder seine Erinnerungen an das Vergangene."

Fazit zur Halbzeit: Schrullige Charaktere, die dem Zuschauer langsam ans Herz wachsen und nicht nur vor Lachen zu Tränen rühren.

Quelle: ntv.de