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Vorwurf der Volksverhetzung Strafanzeige gegen Xavier Naidoo

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Naidoo war diese Woche von RTL gefeuert worden.

(Foto: picture alliance / Uwe Anspach/d)

Die in dieser Woche aufgetauchten Clips, in denen Xavier Naidoo fremdenfeindliche Klischees bedient, haben für viel Wirbel gesorgt. Der Rauswurf bei "Deutschland sucht den Superstar" ist dabei nicht die einzige Konsequenz, mit der der Sänger leben muss. Gegen ihn wurde nun auch Strafanzeige gestellt.

Gegen den Mannheimer Musiker Xavier Naidoo ist Strafanzeige gestellt worden. Das Unternehmen "Human Blood" mit Sitz in London, das "Statement-Fashion" vertreibt, hat diese bei der Staatsanwaltschaft Köln eingereicht und den Inhalt des Schreibens zudem auf der eigenen Facebook-Seite veröffentlicht.

"Wir lassen die Textzeilen dann mal von der Staatsanwaltschaft prüfen", heißt es im Kommentar zum Post. Und im Schreiben selbst wird angemerkt: "Wir möchten gegen Xavier Kurt Naidoo Strafanzeige wegen Verdacht der Volksverhetzung, strafbar nach Paragraph 130 StGB, erstatten." Im Folgenden werden dann jene Passagen aus einem Videoclip, der Anfang der Woche aufgetaucht war, wiedergegeben, die von der Staatsanwaltschaft "geprüft" werden sollen.

Zwei Clips, ein Statement

In dem knapp eine Minute langen Clip ist Naidoo zu sehen, wie er offenbar in eine Webcam oder Handykamera einige Zeilen eines bislang unveröffentlichten Liedes singt. Wörtlich heißt es in dem Video: "Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann. Hauptsache es ist politisch korrekt, auch wenn ihr daran verreckt." Was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschehe, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stehle, fabuliert Naidoo weiter. Keiner dürfe seine Leute quälen, heißt es außerdem. "Lass es uns vollenden, und zwar nun. Ihr seid verloren", endet der Sänger seinen Beitrag.

Später tauchte noch ein zweites Video auf. In ihm stellte sich Naidoo gegen die "Wir sind mehr"-Initiative, die sich in Reaktion auf rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz 2018 gebildet hatte. Ihr wirft der Sänger vor, "peinlich und deutschlandfeindlich" zu sein.

Am Mittwoch äußerte sich Xavier Naidoo zu dem ersten Video. In einem Statement, dass er in den sozialen Netzwerken gepostet hat, heißt es unter anderem: "Xavier Naidoo hat ganz entschieden Vorwürfe wegen eines in den sozialen Medien zirkulierenden Kurz-Videos mit einem Text aus dem Jahre 2018 zurückgewiesen. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit sind ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußert."

Zuständigkeit wird geprüft

Der Sänger erntete für das Video nicht nur Kritik. Die Veröffentlichung des Clips hatte auch Konsequenzen. Ehemalige Weggefährten wie die Formation Söhne Mannheims distanzierten sich von ihm. RTL nahm ihn zudem aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Der Sender hatte Naidoo gebeten, sich "umfassend zu dem Video zu äußern". Doch dazu kam es nicht.

"Xavier Naidoo ist auf unser Angebot, seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen", so RTL. "Wir sehen an den vielen Reaktionen, dass das Thema bewegt, deshalb hätten wir eine unmittelbare, öffentliche Diskussion mit ihm gut gefunden. Das ist für uns Meinungsfreiheit. Dazu ist es aber nicht gekommen. Deshalb wird es für ihn keine Rückkehr zu 'DSDS' geben."

Laut "Bild"-Zeitung prüft die Staatsanwaltschaft Köln derzeit die Zuständigkeit für die eingegangene Strafanzeige. Sobald diese geklärt ist, soll es um den Inhalt gehen.

Quelle: ntv.de, vpr/spot