Unterhaltung

DSDS-Rückkehr ausgeschlossen Um Xavier Naidoo wird es einsam

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Auf Gesprächsangebote ging er nicht ein: Xavier Naidoo.

(Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Nach dem Rauswurf von Xavier Naidoo bei "Deutschland sucht den Superstar" geht die Show zunächst ohne Nachrücker weiter. Eine Rückkehr des Sängers ist ausgeschlossen. Derweil reißt die Kritik an ihm nicht ab. Auch einstige Wegbegleiter gehen auf Distanz.

Nachdem RTL Xavier Naidoo aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) ausgeschlossen hat, gibt es vorerst keinen Ersatz für den Sänger. Sein Platz werde in der kommenden Sendung am Samstag nicht neu besetzt, teilt der Sender mit. "Wir werden mit den drei verbliebenen Juroren in die Live-Shows gehen", heißt es.

Überdies schließt RTL eine Rückkehr Naidoos zu DSDS aus. In einem Statement heißt es: "Xavier Naidoo ist auf unser Angebot, seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen. Wir sehen an den vielen Reaktionen, dass das Thema bewegt, deshalb hätten wir eine unmittelbare, öffentliche Diskussion mit ihm gut gefunden. Das ist für uns Meinungsfreiheit. Dazu ist es aber nicht gekommen. Deshalb wird es für ihn keine Rückkehr zu DSDS geben."

Mit den Live-Shows geht das Format ab dem 14. März in die entscheidende Phase. Dieter Bohlen, Pietro Lombardi und Oana Nechiti sitzen dann wie gewohnt am Jury-Tisch.

Söhne Mannheims distanzieren sich

Unterdessen reißt die Kritik an Naidoo nach der Veröffentlichung von Clips, in denen er fremdenfeindliche Klischees bedient und die "Wir sind mehr"-Initiative als "peinlich und deutschlandfeindlich" beschreibt, nicht ab. Die Staatsministerin und Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz, sagte der Funke Mediengruppe: "Solch ein Video ist angesichts der derzeitigen Bedrohung durch Rechtsextremismus brandgefährlich."

Die CDU-Politikerin fügte hinzu: "Jeder muss einen Beitrag leisten, gegen Rassismus aufstehen und den Zusammenhalt in unserem Land stärken statt Menschen wegen ihrer Herkunft, Familiengeschichte, ihres Aussehens oder Religion pauschal abzuwerten." Dies gelte nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau mit zehn Mordopfern umso mehr.

Auch Naidoos ehemaliges Musikerkollektiv, die Söhne Mannheims, distanzierte sich auf Facebook von seinem prominentesten Ex-Mitglied. "Xavier und wir gehen seit einiger Zeit getrennte Wege und als Musikerkollektiv stehen wir klar und konkret gegen Hass, Gewalt und Rassismus! Bestimmt ist es wichtig, in der heutigen Zeit Dinge anzusprechen, gerne auch kontrovers, aber man muss sich der Macht des Wortes bewusst sein", heißt es in dem Post unter anderem.

Kalkofe parodiert Naidoo

Fanta-4-Mitglied Smudo erinnerte in der "Bild"-Zeitung ebenfalls an den Anschlag von Hanau und sagte, Künstler hätten "eine besondere Verantwortung mit dem, was wir von uns geben." Komiker und Schauspieler Oliver Kalkofe schrieb - in Anlehnung an Naidoos Text in einem der aufgetauchten Videos - auf Twitter: "So nehmen Tragödien ihren Lauf. Schaut euch das Schauspiel an, das eine Karriere beenden kann. Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses kranke Hirn noch retten kann. Da muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf uns mit so einer Scheiße quälen. Du bist verloren!"

Hip-Hop-Moderatorin Visa Vie schrieb in ihrer Instagram-Story, Naidoos Aussagen seien traurig, beschämend, gefährlich und explosiv. Zwar glaube sie, dass der Sänger "kein plumper Nazi oder Rassist" sei, sich ideologisch aber eindeutig verlaufen habe. "Er müsste besser wissen, dass solche Aussagen nichts als Angst, Ausgrenzung und Hass schüren."

Comedian und Moderator Aurel Mertz kommentierte den Skandal auf Twitter mit Humor: "Kurze Zwischenfrage: Müssen wir Afrodeutschen uns jetzt in einer Stellungnahme noch von Xavier Naidoo distanzieren oder reicht es, dass er sich von uns distanziert hat. Muss ich jetzt auch was singen? Bin krass verwirrt."

Der Sender ProSieben schrieb auf seinem offiziellen Twitter-Account: "Lieber Xavier Naidoo, mit Hass, Hetze und alternativen Fakten hat noch niemand eine Gesellschaft besser gemacht. Sie auch nicht."

Til Schweiger steht dem Sänger bei

*Datenschutz

Doch auch Unterstützer Naidoos meldeten sich zu Wort. So stimmte etwa Til Schweiger einer Stellungnahme, die der Sänger nach der Verbreitung seiner umstrittenen Videos auf Facebook und Instagram gepostet hatte, in einem Kommentar zu. "100% !", schrieb Schweiger. Sänger und Schauspieler Tom Beck kommentierte den Post mit den Worten "One Love!" sowie einem Herz- und einem Faust-Emoji. Fitness-Influencer Dominic Harrison setzte drei schwarze Herz-Emojis darunter.

Die 2018 entstandenen Clips waren am Dienstag und Mittwoch in den sozialen Netzwerken aufgetaucht. Wer sie verbreitete, blieb zunächst unklar. Es gibt aber Hinweise, dass die Veröffentlichung auf AfD-nahe Kreise zurückgeht. Naidoo erklärte in seiner Stellungnahme bei Facebook und Instagram, er setze sich "seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander." Er nahm jedoch weder konkret Stellung zu den von ihm gesungenen Textzeilen noch versuchte er, diese zu erklären.

Quelle: ntv.de, vpr/spot