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Streit um MillionenTreuhänderin verweigert Nick Reiner Zugriff auf Geld

17.08.2026, 10:32 Uhr
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Richteten für ihren Sohn Nick (r.) einen Treuhandfonds ein, als er noch ein Baby war: Michele Singer-Reiner und Rob Reiner. (Foto: picture alliance / NDZ/STAR MAX/IPx)

Für seinen Mordprozess möchte Nick Reiner einen eigenen Anwalt engagieren. Bezahlen will der 32-Jährige ihn mit einem Millionen-Fonds seiner Eltern - doch ausgerechnet der Vorwurf, sie getötet zu haben, könnte ihm den Zugriff darauf verwehren.

Nick Reiner sitzt wegen des Vorwurfs in Haft, seine Eltern Rob und Michele Singer-Reiner ermordet zu haben. Nun wird parallel zum Strafverfahren um mindestens 1,5 Millionen Dollar gestritten: Der 32-Jährige möchte auf einen Treuhandfonds zugreifen, den seine Eltern einst für ihn eingerichtet haben. Mit dem Geld will er einen eigenen Anwalt finanzieren - doch die zuständige Treuhänderin weigert sich, es auszuzahlen.

Derzeit wird Reiner von einem Pflichtverteidiger vertreten. Sowohl ein früherer Treuhänder als auch dessen mittlerweile zuständige Nachfolgerin lehnen seinen Zugriff auf den Fonds ab, wie unter anderem die "New York Times" und das "People"-Magazin berichten. Im Zentrum des Streits steht ein kalifornisches Gesetz, das verhindern soll, dass Menschen finanziell vom Tod einer Person profitieren, die sie vorsätzlich getötet haben.

Reiner wird vorgeworfen, seinen Eltern im Dezember 2025 gezielt aufgelauert und den Regisseur Rob Reiner sowie die Produzentin Michele Singer-Reiner getötet zu haben. Der 32-Jährige hat auf nicht schuldig plädiert. Sollte er verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft ohne Bewährung, rechtlich wäre auch die Todesstrafe möglich. Welches Strafmaß die Staatsanwaltschaft anstreben wird, ist bislang offen.

Geld könnte an seine Geschwister gehen

Den umstrittenen Treuhandfonds sollen Rob und Michele Reiner bereits eingerichtet haben, als ihr Sohn noch ein Baby war. Medienberichten zufolge befinden sich darin mindestens 1,5 Millionen US-Dollar. Über eine Anwältin ließ die derzeit zuständige Treuhänderin in Gerichtsunterlagen erklären, warum sie das Vermögen vorerst nicht freigeben will. Sie beruft sich auf das in Kalifornien geltende sogenannte "Slayer Statute". Die Regelung soll verhindern, dass jemand ein Erbe oder andere finanzielle Vorteile von einer Person erhält, die er vorsätzlich getötet hat.

Zwar gilt für Reiner weiterhin die Unschuldsvermutung. Eine Auszahlung des Geldes stehe nach Auffassung der Treuhänderin dennoch im Widerspruch zu dem Gesetz, solange die Mordvorwürfe nicht geklärt sind. Einmal ausgezahltes Geld lasse sich schließlich nicht ohne Weiteres zurückholen: Eine Auszahlung sei "unumkehrbar".

Hinzu kommt, dass die Treuhänderin nicht nur Reiners Interessen berücksichtigen müsse. Sie habe auch eine Verantwortung gegenüber dessen Geschwistern Romy und Jake Reiner. Sollte das "Slayer Statute" im Fall des 32-Jährigen greifen, könnte das Vermögen stattdessen den beiden anderen Kindern von Rob und Michele Reiner zufallen.

Verteidigung pocht auf Unschuldsvermutung

Reiners Anwältin widerspricht dieser Argumentation entschieden. Ihrer Ansicht nach kann allein der Mordvorwurf nicht ausreichen, um ihrem Mandanten den Zugriff auf das Geld zu verwehren. "Das 'Slayer Statute' erfordert eine gerichtliche Feststellung, nicht bloß eine Anschuldigung. Für Nick gilt die Unschuldsvermutung, und er ist wegen nichts verurteilt worden", erklärte sie in einem Statement.

Damit muss nun ein Gericht entscheiden, ob Reiner bereits vor Abschluss des Mordprozesses von seinem Treuhandvermögen ausgeschlossen werden darf - oder ob er zumindest einen Teil davon für seine Verteidigung verwenden kann. Eine Anhörung zu dem Streit ist für den heutigen Montag angesetzt.

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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