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ARD strebt Senderallianz anWird der ESC zur Chef-Chefsache?

22.10.2026, 17:39 Uhr
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Beim ESC könnte es bald frischen Wind geben. (Foto: imago / SEPA.Media / Michael Indra)

Einer für alle? Alle für einen? Die ARD denkt darüber nach, den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest in Zukunft mit der geballten Medienmacht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der großen Privatsender zu küren.

2025 machte Stefan Raab den Eurovision Song Contest (ESC) zur "Chefsache". Dafür kooperierte die von Haus aus für den Wettbewerb verantwortliche ARD erstmals mit RTL. Das Ziel, Deutschland beim ESC in Basel ganz nach vorne zu bringen, wurde zwar nicht erreicht. Doch immerhin landete das Duo Abor & Tynna mit seinem Song "Baller" auf dem 15. Platz.

Nun könnte die Zusammenarbeit der Sender in eine neue Runde gehen - und dabei sogar zu einer Art "Chef-Chefsache" ausgeweitet werden. Über diese Möglichkeit sprach ARD-Programmdirektorin Christine Strobl. Beim TV-Gipfel der aktuell stattfindenden Fachkonferenz "Medientage München" warb sie für eine engere Zusammenarbeit zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.

"Ich träume immer noch davon, sage ich ganz offen", so Strobl über die bisherige Partnerschaft mit RTL, "dass wir diese Partnerschaft noch größer machen können, als sie heute ist". Ihr schwebe vor, dass künftig mehrere Sender den deutschen ESC-Vorentscheid gemeinsam gestalteten. Ihr Ziel sei es, "gemeinsam was ganz Großes daraus zu machen". Erste Anstrengungen in diese Richtung scheint es bereits zu geben. "Wir arbeiten daran und vielleicht klappt es ja", erklärte Strobl.

RTL ist zuversichtlich

RTL-Content-Chefin Inga Leschek äußerte sich ebenfalls äußerst positiv zu den Möglichkeiten einer Fortsetzung der Kooperation. "Das war die schönste Partnerschaft, die wir in den letzten zwei Jahren hatten", sagte sie mit Blick auf die "Chefsache ESC" im vergangenen Jahr. "Wir sind zuversichtlich, dass wir da anknüpfen können in Bälde", fügte Leschek hinzu.

Henrik Pabst, Chief Content Officer von ProSiebenSat.1, zeigte sich ebenfalls grundsätzlich offen, am ESC mitzuarbeiten: "Wir werden uns dem nicht verschließen, wenn die Gespräche anständig sind und das Ergebnis am Ende ein gutes Zeichen ist."

Ob sich auch das ZDF die Beteiligung an einer derartigen Allianz vorstellen könnte, ist noch offen. Bei der entsprechenden Gesprächsrunde während der "Medientage" war kein Vertreter des Senders anwesend.

Kooperation frühestens 2028

Bis aus den Überlegungen ein gemeinsames TV-Projekt werden könnte, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Für den ESC 2027 laufen die Vorbereitungen bereits. Innerhalb der ARD ist seit 2026 der Südwestrundfunk (SWR) für den deutschen Wettbewerbsbeitrag verantwortlich, nachdem zuvor der Norddeutsche Rundfunk (NDR) knapp 30 Jahre das ESC-Zepter in der Hand hatte.

Rund 400 Bewerbungen sind für den Vorentscheid eingegangen, etwa 40 Beiträge haben die erste Auswahlrunde überstanden. Wer Deutschland beim ESC im Mai 2027 in Bulgarien vertreten wird, soll voraussichtlich im Februar bei einer Liveshow im Ersten entschieden werden. Eine größere Senderallianz wäre deshalb voraussichtlich frühestens für den ESC 2028 denkbar.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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