Essen und Trinken

007 und die Zitrone des Nordens Da steht wer vor der Tür

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Gemüseschlacht zwischen den Stadtteilen Linden und Nordstadt in Hannover: Bringt nix, Vitamin C nutzt nur im Körper, nicht auf!

(Foto: picture alliance / dpa)

Meine Freundin Moni klingt am Telefon verschnupft, was nicht ihrer Geisteshaltung, sondern lediglich ihrem Gesundheitszustand entspricht. Auch die Ausfälle in unserer Redaktion entsprechen der Jahreszeit: Husten und Schnupfen stehen vor der Tür - und leider bleiben sie nicht draußen! Meine Mutter erinnert ihren Arzt an die Grippeschutzimpfung.

Die schützt zwar - meistens jedenfalls - vor den wirklich bösen Viren, nicht aber vor Husten, Schnupfen, Heiserkeit und ist auch nicht für alle geeignet und nicht Jedermanns Sache.

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Fieser Schnupfen! Genau das wollen wir vermeiden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dabei kennt jeder von uns eine Geheimwaffe, sozusagen den 007 gegen den grippalen Infekt: Vitamin C! Die totalen Ausnahmen unter uns - das sind die völlig Gesunden, die sich nicht durch Stress, Umweltgifte, zu viel Süßes, Alkohol und Nikotin die Füße weghauen - haben kaum einen Mangel an dem Super-Vitamin zu befürchten. Denn Max Mustermann ernährt sich ausgewogen, isst täglich mehrmals frisches Obst und Gemüse. Otto Normalverbraucher aber, der seinen Vitaminbedarf mit Döner “mit allem” vom Imbiss an der Ecke “deckt”, ist weit davon entfernt, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als den täglichen Bedarf an Vitamin C empfiehlt: 100 Milligramm für Erwachsene. Raucht Otto auch noch, müssen es schon 150 mg sein.

Vitamin C - auch als Ascorbinsäure bekannt - ist eines der wichtigsten Vitamine zur Unterstützung unseres Immunsystems. Es ist an so vielen Vorgängen im Körper beteiligt, dass ein Mangel weitreichende Folgen haben kann, unter anderem schützt es vor Krankheiten, weil es aktiv an der Abwehr von Viren und Bakterien beteiligt ist.

Der Mensch kann Vitamin C nicht selbst bilden, sondern ist auf die Aufnahme aus Nahrungsmitteln angewiesen. Einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C weisen Citrusfrüchte oder Paprika auf. Und wer kennt nicht die obligatorische “heiße Zitrone” bei Erkältungen?

Dabei sind solch weitgereiste Produkte nicht einmal nötig für die Versorgung mit Vitamin C: Die meisten Kohlarten weisen ebenfalls sehr hohe Gehalte auf - und die wachsen auf heimischen Feldern - zum Beispiel in Dithmarschen, der “Kohlkammer” Deutschlands. So weisen 100 g  Rosenkohl mit 114 mg kaum weniger  Vitamin C auf als 100 g Paprika mit 140 mg - und toppen sogar noch die so gepriesene Zitrone (53 mg). Selbst Weiß- und Wirsingkohl müssen sich mit 30 bis 70 mg Vitamin C pro 100 g nicht verstecken.

Zwar geht beim Kochen ein Teil des Vitamins verloren, aber eben nur ein Teil. Wer sein Gemüse nicht im Wasser kocht, sondern schonend über Dampf gart, kann den Verlust reduzieren. Kohl aus regionaler Erzeugung ist nicht nur gesund, sondern zudem noch preiswert und wegen der kurzen Anlieferung auch noch klimafreundlich.

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Britt Peters (l) und Sonja Wasmund, die Kohlregentinnen von Dithmarschen, halten die Lösung in den Händen.

Egal, wie’s Wetter wird (denn ist gibt kein schlechtes Wetter, nur unangepasste Bekleidung): Wer sich bis an die Zähne für den Kampf gegen Krankheitserreger bewaffnen will, fährt am besten mal nach Dithmarschen. Dort finden wieder die Kohltage statt, in diesem Jahr vom 21. Bis 26. September. Dort, am Rande des Wattenmeeres, wachsen Deutschlands meiste Kohlköpfe: Jährlich werden etwa 80 Millionen geerntet. Entlang der “Deutschen Kohlstraße” können Landschaft, Leute und Leckereien genossen werden, vermutlich auch leckere Salate aus der “Zitrone des Nordens“. Wer nicht nach Dithmarschen kann, macht es sich zu Hause mit einem würzigen “Weißkohl-Salat“ gemütlich: 

Zutaten (4 Personen):

125 g Weißkohl, fein gehobelt
125 g Möhren, geraspelt

Für das Dressing:
125 g fettarmer Joghurt
2 EL frische Kräuter (Petersilie oder Basilikum oder Koriander)
1 TL Weißwein- oder Estragonessig
1 rote Zwiebel, fein gehackt
1 grüne Chilischote, entkernt und fein gehackt
1 Prise Salz
½ TL Zucker
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Wenn man keinen sehr zarten Weiß- oder Spitzkohl zu kaufen bekommt, zum Beispiel eine “Ackerpille” aus Dithmarschen, dann muss man die Kohlblätter vorbehandeln, damit der Salat nicht schlecht zu kauen und schwer verdaulich ist: Den gehobelten Weißkohl (der Strunk muss vorher herausgeschnitten werden) großzügig mit Salz bestreuen, vermengen und dann kräftig durchkneten, bis der Kohl “mürbe” ist. Wasser ziehen lassen, dann in einem Sieb kalt abspülen, gut abtropfen lassen und weiterverarbeiten.

Den gehobelten Weißkohl und die geraspelten Möhren in eine Schüssel geben und leicht vermengen.

Die Zutaten für das Dressing mischen und zu einer gleichmäßigen Sauce schlagen. Das geht am besten im Mixer oder mit dem Rührgerät. Die Sauce sollte gut gewürzt sein. Andernfalls den Salat vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Das Dressing über das Gemüse geben, gut umrühren, etwas ziehen lassen und genießen. Am besten schmeckt der Salat innerhalb der ersten 4 Stunden nach der Zubereitung.

Tipp: Bei diesem einfachen, aber leckeren Salat sind der Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Außer Möhren können ihm auch gehackter Staudensellerie, grüner Paprika oder/und Apfel, gepresster Knoblauch, gemahlener Kreuzkümmel, Paprikapulver und/oder fein gehackte frische Minze beigegeben werden. Exotisch wird’s mit Orangensaft und Gewürznelken, Wasabi-Pulver und geröstetem Sesam.

Der Salat schmeckt pur zu Brot und auch als Beilage zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch.

Viel gesunden Spaß wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de