Essen und Trinken

Und wie ticken Sie? Die Stimmung steigt

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(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Auch in unserer zivilisierten "durchgestylten” Welt gibt es sie noch - die Frühlingsgefühle. Wenn Sie also derzeit etwas unruhig und gereizt sind: nicht wundern!

Nach dem schläfrigen Winter sind das nur die Vorzeichen des nahenden aktiven Sommers. Wir verstecken unsere Körper nicht mehr unter dicker Kleidung, sondern zeigen wieder mehr Haut. Der Hormonhaushalt ändert sich, das Serotonin macht sich breit und das Melatonin dünne. Das macht uns kribbelig, aber die Stimmung steigt!

Dazu kommt noch der Wechsel auf die Sommerzeit. Manche Menschen stecken das einfach weg, andere quälen sich damit herum, denn die innere Uhr tickt nicht bei jedem gleich. Forscher sprechen von "Lerchen” und "Eulen”, je nachdem, ob die biologische Uhr etwas vor- oder nachgeht. Da kann eine Stunde, die dann auch noch zusätzlich geklaut wird, einen Langschläfer schon nerven. Am Montag nach der Zeitumstellung kommt es zum Beispiel vermehrt zu Verkehrsunfällen.

Mit dem "Mini-Jetlag” muss der Körper erst mal fertig werden. Das dauert allerdings nicht so lange wie die Kribbelei mit den Frühlingsgefühlen. Die meisten Menschen haben sich nach wenigen Tagen an die Sommerzeit angepasst. Ende April/Mitte Mai ist dann auch die hormonelle Übergangszeit geschafft.

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(Foto: © L.Brunner/PIXELIO)

Übrigens lag bis in die 60er Jahre hinein die aktivste Zeugungszeit im Frühjahr. Das lässt sich ganz einfach durch die Geburtenhäufigkeit neun Monate später beweisen. Die heutige "Zeugungsspitze” hat sich allerdings in den Herbst verlagert. Das liegt nicht daran, dass wir lieber vorm Kamin kuscheln als auf einer feuchten Mai-Wiese, sondern an den Lichtverhältnissen. Sagen jedenfalls Wissenschaftler, die davon ausgehen, dass der Helligkeitszyklus mehr und mehr künstlich verlängert wird und der Mensch über längere Zeit aktiv ist, bevor er wieder in den "Winterschlaf” sinkt und sich seinen Depressionen hingibt.

Jetzt geht die Sonne jeden Morgen zwei Minuten früher auf, auch wenn manch trüber Morgen sie verbirgt. Manchmal noch pfeift der Wind ganz schön kalt, doch insgesamt wird die Luft milder. Irgendwie riecht und rauscht alles anders: Die ersten Blümchen blühen schon auf dem oft noch grauen Rasen, Vögel zwitschern ihre Liebeslieder. Die Frühlingsluft hat nachweislich Heilwirkung auf uns, denn die mehr als 100 Duftstoffe, die aus einer Blumenwiese emporsteigen, haben einen nervenstärkenden Effekt auf unser Gehirn.

Den letzten Schubs geben Sie Ihrem Winterblues mit der richtigen Ernährung. Frühlingszeit ist die hohe Zeit für frische Kräuter und junges Gemüse. Auch der erste Spinat kommt in die Läden. Versuchen Sie doch mal "Filetsteak auf jungem Blattspinat”:

Zutaten (4 Personen):
4 Rinderfilet-Steaks, etwa 3 cm dick
1 Bd. Frühlingszwiebeln
Butterschmalz oder hoch erhitzbares Öl (z.B. Rapsöl)
Pfeffer und Meersalz aus der Mühle
750 bis 1000 g frischer Blattspinat
60 g Butter
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:
Den Spinat waschen, putzen und etwas abtropfen lassen. Von den Frühlingszwiebeln die grünen Enden abschneiden, in sehr dünne Ringe schneiden und beiseite stellen. Die weißen Enden ebenfalls in feine Scheiben schneiden. In einem Topf die Butter aufschäumen, die Zwiebelscheibchen und die geschälte Knoblauchzehe im Ganzen kurz glasig dünsten. Dann den feuchten Spinat hinzugeben. Bereits nach 8 bis 10 Minuten bei geringer Hitze dürfte er gar sein. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die Knoblauchzehe vor dem Servieren entfernen.

Will man ein gelungenes Steak auf dem Teller haben, sind einige Kniffe zu beachten: Das Fleisch sollte gut abgehangen sein und darf nicht sofort aus dem Kühlschrank in die Pfanne, sondern es muss vor dem Braten Raumtemperatur annehmen. Also etwa 1 Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Waschen, sorgfältig trocken tupfen und vorhandene Fettränder nicht etwa entfernen, sondern nur einschneiden, damit sich das Fleisch beim Braten nicht wölbt.

Man sollte auch keine sogenannten Minutensteaks verwenden, die sind viel zu dünn und landen dann als Schuhsohle auf dem Teller.

Die Pfanne trocken erhitzen. Deshalb eignen sich auch Grillpfannen, Edelstahl- oder Eisenpfannen am besten dazu (Ich bevorzuge für Steaks eine schwere Eisenpfanne.). Beschichtete Pfannen erreichen oft nicht die erforderliche Temperatur von 170 Grad, sind meist sehr leicht und speichern und leiten die Wärme nicht richtig.

Das Steak niemals mit einer Gabel anpieken, sondern zum Wenden am besten eine Grillzange verwenden. Das Fleisch auch nur einmal wenden und nicht ständig hin- und herdrehen.

In die erhitzte Pfanne das Öl oder Butterschmalz geben. Die Pfanne sollte nur einen leichten Fettfilm haben, Steaks dürfen nicht im Fett schwimmen! Wenn das Öl richtig heiß ist, die Steaks in die Pfanne legen.

Die Fleischscheiben von jeder Seite ca. 2 bis 3 Minuten anbraten. Dabei entwickeln sich die notwendigen Röststoffe. Dann das Fleisch auf einer vorgewärmten Platte für 10 bis 15 Minuten in den Herd stellen, der zuvor auf eine Temperatur von ca. 70 Grad angeheizt wurde. Das Fleisch zieht bei dieser Temperatur nach, entspannt sich und der Fleischsaft verteilt sich gleichmäßig.

Dann kommt die Druckprobe. Von meinem gelernten Koch in der Familie habe ich erfahren, wie man als Laie den Garzustand am besten prüft: Mit dem Zeigefinger einer Hand leicht auf das Steak drücken, mit dem Zeigefinger der anderen Hand ins eigene Gesicht fassen und die Druckprobe machen (nicht lachen- es klappt!):

Stirn - entspricht well done
Nase - entspricht Medium
Kinn - entspricht rare (blutig)

Das Fleisch wird erst am Tisch gewürzt, denn Salz entzieht dem Fleisch Wasser, und der Pfeffer würde bei den hohen Temperaturen in der Pfanne verbrennen.

Auf vorgewärmten Tellern den Spinat platzieren, darauf die Steaks legen. Am besten schmecken Ofenkartoffeln dazu, aber auch Risotto.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Holen Sie sich guten Appetit an der Frühlingsluft! Das wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de