Essen und Trinken

Edes Geheimnis Flotte Lendchen

Nun ist Edmund Stoiber 13 Jahre in bayerischen Ämtern, nimmt bald – zugegebener Maßen etwas gezwungen – seine Hüte, und wir wissen immer noch nicht, was Bayerns Regierungs- und CSU-Chef am liebsten isst und trinkt. Von vielen Politikern und Schauspielern soll ja von öffentlichem Interesse sein, was auf dem Teller und wer im Bett liegt, ob der/die nackt schläft oder rote Unterhosen bevorzugt, wo man seinen Urlaub verbringt und wie der Hund heißt. Manche plaudern's selbst aus, manches erfährt die Weltöffentlichkeit eher unfreiwillig.

Stoiber erzählte selbst, dass er seine Frau Karin "Muschi" nennt, was nicht nur außerhalb Bayerns Heiterkeit hervorruft. Er gilt als verklemmter Aktenmensch, doch er ist auch Familienmensch mit zwei Töchtern und einem Sohn sowie (derzeit) drei Enkeln, geht gern wandern und Ski laufen, ist Fußball-Fan. Es gibt Fotos vom Bier trinkenden Stoiber, und so gehen wir davon aus, dass dem gestandenen Bayern natürlich der heimische Gerstensaft am besten schmeckt. Man munkelt aber, sein Lieblingsgetränk sei Mineralwasser …

Aber was nun ist Stoibers Lieblingsessen? Von Helmut Kohl wissen wir, dass er auf Saumagen schwört. Kurt Beck liebt Schnüffel (gekochte Schweineschnauze) und Sauerkraut. Der Genussmensch Oskar Lafontaine dünstet sein Hühnchen natürlich in Sekt. Guido Westerwelle kocht selbst leidenschaftlich gern und schwärmt von der Weihnachts-Bäckerei. Von Gerhard Schröder ist bekannt, dass er bekennender Schnitzel-Fan ist, auch eine Bratwurst nicht verschmäht. Auch Angela Merkel bevorzugt nach eigenem Bekunden die rustikale Küche – zum Beispiel Kartoffelsuppe. Und ebenfalls Schnitzel. Ob Stoiber auch am liebsten Schnitzel isst? Wien ist ja schließlich näher dran an München als Berlin.

Herumgesprochen hat sich, dass Stoiber viel Obst isst. Ab und zu lässt er sich einen Salat aus der Kantine der Staatskanzlei in sein Arbeitszimmer bringen. Und nachts knabbert er gern mal ein Stückchen Schokolade. Aber davon allein kann doch kein Mensch leben, geschweige denn ein Bayer! Wo sind die Hax'n und das andere Schweinerne, die Weißwürschte, die Brez'n und der Leberkäs?

In dem Buch "Was Politiker so anrichten" von Clemens-Christian Makosch gibt es einen "Schweinsbraten la Karin Stoiber". Recht puristisch mit Knoblauch und Kümmel. Mit Blaukraut (Rotkohl) und Kartoffelknödel serviert. Aber ist das nun sein oder ihr Leibgericht? 2002, zu Zeiten der "Kanzlerkandidaten" Schröder und Stoiber (Sie erinnern sich?), gab es einen Stoiber-Quiz auf der Homepage. Da konnte man zum Beispiel unter Leibgericht rätseln: "Braten und Knödel", "Gemüse und Salat" oder "Sushi und Tempura". Zur Auswahl bei "Lebensumständen" standen: "glücklich verheiratet", "mehrfach geschieden" oder "allein lebend". Na, dann tippen Sie mal!

Hätte der Edmund dazumal, als Angie Kanzlerin wurde, nicht gekniffen und wäre tatsächlich Wirtschaftsminister in Berlin geworden, vielleicht hätte ihm ja die Berliner Küche gemundet. Es müssen nicht gleich Eisbein oder Erbsensuppe sein. "Berliner Lendchen" sind feiner, passen auch zu Klößen und sind ganz flink fertig:

Zutaten für 4 Personen:

2 Schweinefilets
200 g braune Champignons
1 Glas trockener Weißwein
1 kleine Zwiebel
1/8 l Brühe
1/8 l süße Sahne
Thymian, Rosmarin, Dill, Petersilie (alles frisch)
Zitronensaft, Salz, Pfeffer
etwas Öl und Butter
etwas Kartoffelstärke

Zubereitung:

Die gesäuberten Filets von anhängendem Fett und Sehnen befreien. Thymianblättchen, Rosmarinnadeln, Dill und Petersilie fein hacken. Von der Menge her sollten die gehackten Kräuter eine gute Handvoll ergeben. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermengen und das Fleisch damit einreiben. Zugedeckt 30 Minuten stehen lassen. Danach in wenig heißem Öl von allen Seiten hellbraun anbraten. Etwas Butter und die klein gewürfelte Zwiebel dazugeben, kurz dünsten und mit der Brühe auffüllen.

Das Fleisch in die vorgeheizte Röhre (180 Grad) stellen und 15 Minuten garen. Dabei häufig mit dem Bratenfond begießen. Aus dem Herd nehmen, Soße durch ein Sieb gießen, Wein und die gesäuberten und blättrig geschnittenen Pilze zufügen. Aufkochen und nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Etwas Kartoffelstärke in die Sahne einrühren und die Soße damit binden. Die Soße mit Zitronensaft und noch ein wenig gehackter Petersilie abschmecken.

Dazu schmecken Kartoffelklöße oder Kartoffelpüree. Ich esse zwar auch gern Klöße, aber zu den zarten Lendchen schmeckt mir Kartoffelpüree besser.

Viel Spaß wünscht Heidi Driesner

Quelle: ntv.de