Essen und Trinken

Nur halb daneben Huhn mit Urknall

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Ein Hühnchen erblickt das Licht der Welt. Sein Kumpel kämpft noch mit der schützenden Schale.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Wer hat nicht schon über die sogenannte ewige Frage sinniert, wer zuerst da war - das Huhn oder das Ei? Generationen von Philosophen haben das Problem erörtert, bis die Köpfe rauchten. Laut Aristoteles kann es kein erstes Ei gegeben haben, aus dem ein Vogel geschlüpft ist, denn dann müsste es einen ersten Vogel gegeben haben, der das Ei gelegt hat. Aristoteles stellte seine Überlegungen im Zusammenhang mit der Frage nach der Entstehung des Lebens überhaupt an. Was der antike griechische Philosoph nicht wusste: Mensch und Huhn hatten tatsächlich gemeinsame Vorfahren - den letzten allerdings schon vor etwa 310 Millionen Jahren.

Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht gibt es das Henne-Ei-Problem nicht, da man von einer evolutionären Entwicklung des „Ur-Huhns“ ausgeht, es also weder ein „erstes Huhn“ noch ein „erstes Hühnerei“ gab. Heutige Forscher steigen allerdings tiefer in die Materie ein als ihre antiken Vorbilder: Welche Moleküle waren als erste da? Vielleicht kann man die endgültige Klärung ja mit den Urknall-Forschungen am CERN verbinden …

Bis es soweit ist wenden wir uns lieber praktischen Dingen zu: OSTERN!

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ostern ist irgendwie wie Weihnachten - ein Gaumenschmaus für die ganze Familie. Weihnachten werden Geschenke verpackt unter den Baum gelegt, Ostern werden Eier gefärbt und unterm Baum versteckt. Oder an den Baum gehängt. Und was die Gans Weihnachten absolviert, kommt Ostern aufs Lamm zu.

Mein Oster-Lieblingsessen ist geschmorte Lammkeule mit Thymian, Rosmarin, Knoblauch und neuen Kartoffeln - ein köstliches Frühlingsgericht. Wenn es sich auch "einfach" anhört, etwas Mühe und Zeit muss man doch für solch einen Braten investieren.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Auch Hasen- oder Kaninchenbraten kommt mitunter zu Ostern auf den Tisch - vermutlich aber nur bei "hartgesottenen" Gemütern. Denn meistens dürfte man bei seinen Ostergästen damit wohl voll daneben liegen: Doch nicht Meister Lampe!!!

Bei schlechtem Wetter - und das kann uns stellenweise in diesem Jahr laut Meteorologenprognose erwischen - darf sich ein Ostermahl ruhig über den ganzen Tag hinziehen: Warum also nicht nach einem üppigen Frühstück ein leckeres Mittagessen und ein Kaffeekränzchen folgen lassen - so ein Osterbrunch hat schon was! Macht aber auch ganz schön Arbeit, mehr noch als "nur" ein Festtagsbraten.

Was also tun, wenn man sich die viele Arbeit gern für Familie und/oder Freunde machen würde - die Zeit aber nicht hat, weil man berufsbedingt woanders schwitzt. Das trifft hierzulande auf viele zu, vom Straßenbahnfahrer bis zur Notfallambulanz. Auch auf Journalisten …

Für mein diesjähriges redaktionell verhindertes Osterfest habe ich mir ein kleines, aber feines Gericht ausgesucht, das einen minimalen Zeitaufwand erfordert, vor dem Spätdienst (oder auch nach dem Frühdienst) ohne Hast zu bewerkstelligen ist - und das dennoch einen österlichen Touch hat: Hühnerleber in Rotweinsauce (im Gegensatz zum Hasenbraten nur “halb daneben…).

Falls Sie auch nicht zum Eierfärben gekommen sind, aber auf die ganze Eierei nicht verzichten wollen, probieren Sie einmal Soleier ohne Schale; das ist ideal zum Vorbereiten. Falls Sie aber doch Eier gefärbt haben und nach den Feiertagen nicht wissen, was Sie mit den immer noch herumliegenden hart gekochten Eiern machen sollen - dafür ist dieses Rezept auch bestens geeignet.

Hühnerleber in Rotweinsauce

Zutaten (4 Personen):
600 g Geflügelleber
50 ml Gemüsebrühe
50 ml Sahne
2 Glas Rotwein
2 EL Mehl
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 kleines Stück Ingwer
1 EL Butterschmalz
1 Schalotte
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Die gesäuberte Leber mit dem Mehl bestäuben. Die Frühlingszwiebeln putzen und schräg in Stücke schneiden. Ingwer schälen und reiben. Schalotte schälen und in Stücke schneiden.

Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und die Leber von allen Seiten gemeinsam mit den Frühlingszwiebeln, der Schalotte und dem Ingwer anbraten. Alles mit Brühe und Rotwein ablöschen und kurz einkochen lassen. Sahne unterrühren, nur noch mal kurz aufkochen. Alles mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken und kurz durchziehen lassen.

Am besten schmecken Reis oder Kartoffelpüree dazu.

Soleier ohne Schale

Zutaten (4 Personen):
10 hart gekochte Eier
1 l Wasser
45 g Salz
2 Zweige Rosmarin
2 Stängel Dill
2 EL Pfefferkörner
1 TL Wacholderbeeren
8 Gewürznelken

Zubereitung:
Wasser mit Salz aufkochen und wieder abkühlen lassen. Die Eier abpellen zusammen mit den Kräutern und Gewürzen in ein verschließbares Gefäß schichten. Mit dem Salzwasser bedecken und 24 Stunden ziehen lassen. Schmeckt lecker zu Butterbrot.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ein frohes Osterfest - oder nicht allzu aufregende Arbeitstage - wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de