Essen und Trinken

Das Alter muss stimmen Ihre Majestät lässt bitten

15970789.jpg

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Man nennt sie auch die "Königin der Früchte”: Ananas. Der Kauf dieser tropischen Frucht ist hierzulande nicht ganz einfach - man meint, eine reife, herrlich süße "Königin” abzuschleppen, die sich dann aber als ein frühreifes Früchtchen entpuppt. Notgedrungen werden exotische Früchte in ihren Heimatländern nur allzu unreif geerntet, damit sie die lange Reise überstehen. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass sie alle nachreifen. Manche schon, aber längst nicht alle. Die Ananas nämlich tut es nicht. Zu unreif geerntet wird sie hierzulande eher welk als reif, eher faulig als süß.

Am einfachsten lässt sich der Reifegrad einer Ananas mit einer Schnupperprobe feststellen: Eine reife Ananas hat einen süßen, unverwechselbaren Duft.

207397_R_K_B_by_ad_pixelio.de.jpg

Am besten schmecken vollreife Früchte.

(Foto: © ad / PIXELIO)

Um in den Genuss einer solchen Köstlichkeit zu kommen, muss die Ananas beim Erzeuger vollreif geerntet werden und dementsprechend rasch zum Verbraucher gelangen. Eine solche Ananas wird von den Händlern als "Flugananas” angepriesen. Wundern Sie sich nicht über den Preis, denn natürlich sind Früchte, die uns sozusagen per Express erreichen, teurer als jene, die gekühlt und per Schiff zu uns kommen. Flugananas gibt es daher meist nur im Feinkosthandel.

Im tagtäglichen Leben ist es allerdings "gesünder” für Umwelt und Geldbeutel, lieber zum regional erzeugten Apfel zu greifen als zum importierten Exoten. Und das tun wir ja ohnehin, nicht wahr? Aber: Für ein besonderes Essen lohnt sich die Ausgabe (Es war schon immer teurer, einen guten Geschmack zu haben …).

198127_R_K_B_by_Steffi-Pelz_pixelio.de.jpg

Die Ananas gehört zur Familie der Bromelien. Als Zierananas findet man sie auch in Blumensträußen.

(Foto: © Steffi Pelz / PIXELIO)

Sollten Sie mal "daneben gegriffen” und eine unreife Ananas erwischt haben, werfen Sie sie nicht weg. Pürieren Sie das Fruchtfleisch, streichen Sie es auf raue Körperstellen gleichmäßig auf und waschen Sie es nach zehn Minuten lauwarm ab. Der Effekt ist absolut fantastisch! Das Fruchtfleisch der Ananas enthält nämlich Eiweiß spaltende Enzyme, die abgestorbene Hautschüppchen schon nach wenigen Minuten ablösen. Dadurch werden die Porenausgänge frei, die Haut kann besser atmen und sieht frischer aus. Das funktioniert übrigens auch mit Papaya.

Alle unter 30 haben eine solche Beautyfarm zu Hause selbstverständlich noch nicht nötig!

Für Europa entdeckt wurde Ananas übrigens von Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise 1493 auf der Insel Guadeloupe. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Hawaii als führendes Ananas-Anbaugebiet etabliert, wurde später aber von den Philippinen und Thailand überholt. Aber noch heute werden im deutschen Sprachraum Gerichte mit Ananas mit Hawaii assoziiert - denken Sie nur an "Toast Hawaii”. Probieren Sie doch einmal ein fruchtiges "Hawaii-Ragout”:

Zutaten (6 Personen):

750 g Schweinekamm
1 vollreife Ananas
1/8 l süße Sahne
¼ l Brühe
200 g braune Champignons
1 EL Sojasauce
2 TL Currypulver
30 - 40 g Mehl
30 g Öl zum Anbraten
Salz, Zucker, Pfeffer
1 TL rosa Pfefferbeeren

Zubereitung:

Das Öl in einem großen Topf erhitzen und das gewürfelte Fleisch von allen Seiten bei großer Hitze kräftig anbraten. 1 TL Curry zufügen und kurz andünsten. Brühe, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer zugeben und das Ragout auf kleiner Flamme etwa eine halbe Stunde dünsten.

Dann die gewürfelte Ananas und geputzten und geviertelten Pilze dazugeben und noch etwa 10 Minuten weiter köcheln.

Sahne mit dem Mehl und 1 TL Curry verrühren und das Ragout damit binden. Den Herd ausschalten und alles zehn Minuten ausgaren lassen.

Das fertige Ragout mit Sojasauce, Salz und Ztucker abschmecken und mit dem rosa Pfeffer überstreut auf den Tisch bringen. Am besten schmeckt Reis dazu.

Tipp: Um Zeit zu sparen können Sie für Ananas und Champignons auch Konserven verwenden. Den Zucker beim Abschmecken weglassen, sollte die Ananas-Konserve gezuckert sein. Statt Brühe können Sie das Champignonwasser verwenden.

6157712.jpg

Auch Oskar Kokoschka war wohl von Ananas begeistert (1909: "Stillleben mit Ananas").

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de