Essen und Trinken

Foodball für Fans Portugiesisches Vorspiel mit Hühnchen

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Das bisher beste WM-Ergebnis erzielte Portugal 1966 mit dem 3. Platz.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Es ist soweit: Deutschland startet in die Vorrunde - erster Gegner ist Portugal. Als fußballspielende Nation sind uns die Portugiesen bekannter als das, was sie in ihren Töpfen haben. Das lässt sich ändern - mit einem leckeren Essen.

Die portugiesische Küche ist köstlich, hierzulande aber fast unbekannt. Das ist schade, denn das, was die Portugiesen in ihren Töpfen rühren, ist meist unkomplizierter Natur - wenn man mal von Bacalhau absieht. Dieser gesalzene und getrocknete Kabeljau ist omnipräsent auf Portugals Tellern, und das schon seit Jahrhunderten. Steht der Stockfisch doch in dem Ruf, Mitbegründer der portugiesischen Seefahrertradition zu sein. Ohne den knochentrockenen und lange haltbaren Fisch mit dem etwas strengen Geruch hätten wohl Christoph Columbus und seine Mannen Amerika nie entdeckt, weil sie unterwegs verhungert wären. Bis heute ist Bacalhau Nationalgericht; es gibt Hunderte Zubereitungsarten - er fehlt wohl nur im Dessert.

Nun wird hierzulande nicht jeder gleich ein Stück Stockfisch zur Hand haben, das ist aber kein Grund, an einem portugiesisch-deutschen Fußballabend auf Bier und Chips zurückzugreifen. Frischer Fisch und anderes Meeresgetier ist die Nummer eins auf portugiesischen Tellern, aber Fleisch wird ebenso gerne gegessen: mal als langsam vor sich hin köchelnder Eintopf, mal ruck-zuck gegrillt. Vor allem in den diversen Eintöpfen spiegelt sich das wider, was die portugiesische Küche beherrscht: bodenständige Hausmannskost, wobei gewisse spanische und maurische Einflüsse nicht zu verkennen sind. Die Seefahrernation Portugal lernte früh exotische Gewürze wie Kardamom, Zimt, Koriander und Ingwer kennen. Als erste brachten die Portugiesen Kartoffeln und Paprika nach Europa.

Zu den Hauptmahlzeiten darf ein guter Tropfen nicht fehlen - Portugal gehört als Wein-Erzeugerland weltweit zu den Top Ten. Mehr als 200 Rebsorten gedeihen dort. Am bekanntesten dürfte Portwein sein, aber auch die gehaltvollen Weiß- und Rotweine sind erstklassig. Biertrinker müssen nicht dursten, die Marke "Sagres"dürfte auch deutschen Fußballfans schmecken.

Das Huhn ist eine der beliebtesten Fleischsorten in Portugal. Meist wird es längs halbiert und gegrillt oder als ganzes Hühnchen mit Kräutern gefüllt im Backofen gegart. Ein echter Suppenklassiker ist Hühnersuppe mit Minze und Zitrone. Schmorgerichte, bei denen das Huhn zerteilt bei milder Hitze vor sich hin schmurgelt (gern in Vinho verde), erinnert an die deftige Landküche der Portugiesen. Ursprünglich wurden Geflügelschmorgerichte in dicken Tontöpfen ganz langsam in der Nachwärme im Backofen gegart, nachdem das Brot fertig war. Bei dieser Methode bleibt das aromatische Geflügelfleisch saftig und ist wunderbar zart.

Frango na púcara (Hähnchen im Tontopf)

Zutaten (4 Pers):

1 frische Poularde oder 8 Schenkel
100 g Bacon
2 Tomaten
2 rote Paprikaschoten
2 Knoblauchzehen
12 kleine oder 6 größere Schalotten
100 ml weißer Portwein
200 ml trockener Weißwein
4 cl Cachaça
2 EL mittelscharfer Senf
2 EL Butter
½ Bd Petersilie
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Den Römertopf nach Vorschrift wässern. Das Hähnchen in 8 Teile zerlegen oder gleich nur Schenkel oder Brust verwenden. Die Fleischteile salzen, pfeffern und mit dem Senf bestreichen. Den Bacon in feine Streifen schneiden. Tomaten vierteln, Knoblauch pellen und hacken. Die Paprikaschoten putzen, vierteln und in Streifen schneiden. Die Schalotten schälen; kleine ganz lassen, größere halbieren.

Die Schinkenstreifen auf den Boden des Römertopfes legen, die Hähnchenteile darauf platzieren und das Gemüse rundum verteilen. Portwein, Weißwein und den Zuckerrohrschnaps zugeben. Den Deckel aufsetzen und im Herd bei 180 Grad etwa 1,5 Stunden schmoren. Für die letzten 20 Minuten den Deckel entfernen, die Hühnerteile etwas aus der Soße heben, die Butten in Flöckchen auf dem Fleisch verteilen und bei 200 Grad bräunen. Gehackte Petersilie darüber streuen, im Topf servieren und frisches Weißbrot dazu reichen.

Tipps:

-Müssen mehr Personen bekocht werden, ist es besser, nur Hähnchenschenkel zu verwenden, da gehen auch mehr in den Topf hinein.
-Das Gericht lässt sich auch ohne Römertopf zubereiten, ein normaler, gut schließender Topf oder eine Pfanne sind ebenfalls geeignet.
- Frango na púcara lässt sich gut vor Spielbeginn vorbereiten, sodass das Essen in der Halbzeitpause völlig stressfrei fertig ist.

Einen spannenden und leckeren Fußballabend wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de