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Die ultimative Formel Was ist der Schlüssel zum Glück?

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Viel Glück 2012!

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Wohl jeder versteht unter Glück etwas anderes, aber alle suchen danach. Für den einen ist Sex der Schlüssel zum Glück, für den anderen Geld. Manch einer schätzt sich glücklich mit einem Porsche vor der Tür, ein anderer sieht sein Glück in den Kindern, dem Partner, guten Freunden.

An der Schwelle eines neuen Jahres gerät so mancher ins Grübeln, wie denn nun das alte war und was man anders machen könnte im neuen. Meistens wünscht man sich gegenseitig Glück. Was aber ist das denn? Gesundheit und ein langes Leben? Freunde, Humor oder Sex? Macht Geld die Reichen glücklich?

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Jeder sucht das Glück auf seine Weise.

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Glück und Glück sind Zweierlei, weiß der Volksmund, wohl auch, weil das Glück im Deutschen nur einen Namen hat. Der Brite oder der Bulgare beispielsweise kennen für das ach so unterschiedliche Glück zwei Bezeichnungen. Da wird ein Unterschied gemacht zwischen dem zufälligen, mitunter unverdienten Glück, das einem in den Schoß fällt, und dem hart erarbeiteten Gefühl des Glücklichseins. So ist die Lottomillion für den Bulgaren das aus dem Türkischen entlehnte "kismet". Für denjenigen, der mit seinem Leben glücklich ist, gibt es das bulgarische Wort „schtastije". "Luck and happiness are two different things", sagt der Brite zum Glück haben und zum Glücklichsein.

Forscher vieler Nationen sind seit Jahren dabei, dem Glück auf den Grund zu gehen. Sie betrachten diesen Zustand aus sozialem, ökonomischem oder psychologischem Blickwinkel, um eine griffige Formel für das zu finden, was gemeinhin als flüchtig gilt. 2011 ist nun auch die deutsche Ausgabe des "World Book of Happiness" erschienen, in dem der belgische Publizist Leo Bormans erstmals 100 wissenschaftlich fundierte Thesen führender Glücksforscher aus aller Welt zusammengetragen hat.

In vielem sind sich die Wissenschaftler einig - oder uneinig. Die meisten Forscher betonen, dass Geld oder Wohlstand keineswegs Garantien für das gefühlte Glück sind. Es wächst keineswegs mit dem materiellen Wohlstand stetig weiter an. "Wenn Menschen die Armutsgrenze hinter sich gelassen haben, trägt ein höheres Einkommen fast nichts zu ihrem Glück bei", sagt der amerikanische Prof. Robert Lane.

Neid macht unglücklich

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Wer Glück hat, sollte es festhalten - und etwas davon abgeben.

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Auch mit bescheidenem Komfort glücklich zu sein, bedeutet aber zugleich: Sich nicht mit anderen, die mehr haben, zu vergleichen. An diesem Punkt scheiden sich allerdings auch die Geister der Glücksforscher: Je nach kulturellem Hintergrund stellen sie mehr die individuelle Entwicklung und das rein persönliche, sich aktiv zu erobernde Glück in den Mittelpunkt oder aber den Dienst an der Gemeinschaft, das Sich-Einbringen in ein funktionierendes Ganzes, das aus verschiedensten, auch gegensätzlichen Einzelteilen besteht.

Während vor allem asiatische Wissenschaftler den Schlüssel zum Glück im Gleichgewicht von Gegensätzen sehen, wodurch man einen Zustand innerer Harmonie erreichen kann, setzt zum Beispiel Prof. Claudia Senik von der Pariser Sorbonne auf die Konzentration eigener Pläne und auf Ehrgeiz.

Gibt es ein Glücksrezept?

Viele Wissenschaftler halten die Fähigkeit zum Glücklichsein zumindest teilweise für angeboren. "50 Prozent unseres Glückspotenzials sind angeboren", behauptet die Sozialpsychologin Prof. Sonja Lyubomirsky von der University of California, die seit 20 Jahren zum Thema forscht. "Zehn Prozent sind den Lebensumständen zuzuschreiben. Aber 40 Prozent des Glückspotenzials liegen in unserer Hand." Andere Kollegen betonen in ihren Arbeiten die Wichtigkeit von Sport, Humor, sinnvoller Arbeit, von Gesundheit oder Sex für ein glückliches Leben. Auch die Fähigkeit, seine Zeit mit Bedacht einzuteilen, wird als Glücksfaktor genannt.

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Gute Freunde: Im Gegensatz zu schwarzen Schafen bringen schwarze Schweine Glück.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die kroatischen Psychologinnen Dubravka Miklovic und Majda Rijavec versuchen sich in dem Buch an einem Glücksrezept und nennen sechs unerlässliche Zutaten: 1. einige gute, zuverlässige Freunde, 2. eine stabile Liebesbeziehung, 3. eine Arbeit, die zu den eigenen Fähigkeiten passt, 4. genug Geld für Grundbedürfnisse, 5. mindestens drei schöne Erlebnisse am Tag, 6. Dankbarkeit für das alles. Dazu kommen noch fünf möglich Zutaten: 1. ein Kind oder mehrere Kinder, 2. ein Gott, 3. ein paar Zusatzjahre Ausbildung, 4. Gesundheit, 5.einige Enttäuschungen.

Das alles sollen Sie mit unausgegorenen Überzeugungen mischen und mit mehr positiven als negativen Gefühlen anrichten - und dann genießen!

Viel Schwein!

Anlass, das Leben mit allen Sinnen zu genießen, ist auch eine Silvesterfeier mit guten Freunden. Diverse Symbole sollen uns dabei zum Glück im nächsten Jahr verhelfen: Schornsteinfeger, ein Glückspfennig (heutzutage -cent) oder auch ein vierblättriges Kleeblatt.

Schon für die alten Römer, Griechen und Germanen war das Schwein ein Symbol für Fruchtbarkeit und Stärke und somit ein Garant für Wohlstand und Reichtum. Bei den germanischen Völkern war der Eber sogar heilig. Auch das noch heute übliche Sprichwort "Schwein gehabt" bedeutet letztlich Glück, denn im Mittelalter bekam der Letzte als Trostpreis ein Schwein.

Ganz schön "reich"haltig ist auch mein diesjähriges Silvesterrezept. Laden Sie für Ihre Party etliche hungrige Gäste ein und genießen Sie mit ihnen das "Fleischschwein Nicola":

Zutaten (10 bis 12 Personen):

4 Hähnchenkeulen
4 dickere Scheiben Rinderfilet
4 Kasslerkotelett
4 Schweinekotelett
500 g Geflügelleber (am besten frische)
500 g Champignon (frische)
8 große Zwiebeln
10 Knoblauchzehen
2 Zitronen
1 Glas Letscho (notfalls geschälte Tomaten)
Salz, Pfeffer, Paprika, Muskat
Peperoni nach Geschmack
etwas Speiseöl

Zubereitung:

Falls Sie gefrorene Geflügelleber verwenden, müssen Sie sie vorher auftauen.

Hähnchenkeulen mit dem Saft einer Zitrone einreiben und mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Die Schweinekoteletts ebenfalls mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Das Kassler nicht würzen. Alles Fleisch 2 bis 3 Stunden in einem Topf kühl stellen.

In der Zwischenzeit die Pilze putzen und feinblättrig schneiden. Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. In etwas Öl glasig dünsten, mit Salz, Pfeffer sowie einer Prise Muskat würzen und den Saft der zweiten Zitrone zufügen. Alles abkühlen lassen.

Nun geht es an das Füllen des "Schweins". Dazu benötigen Sie einen recht großen Topf oder Bräter, den Sie auch auf den Tisch stellen können.

Es geht los mit den Schweinekoteletts, darauf eine Schicht Zwiebeln und darauf eine Schicht Champignons. In die zweite Reihe kommt das Rinderfilet, darauf erneut Zwiebeln und Pilze.

Ab der zweiten Reihe wird die Geflügelleber in den Ecken verteilt. Wer es schärfer mag, versteckt noch ab und zu eine Peperoni im "Schwein".

Das Kasslerkotelett bildet die dritte Schicht, darauf wieder Zwiebeln und Champignons. Zum Schluss folgen die Hähnchenschenkel, darauf kommen die restlichen Zwiebeln und Pilze.

Auf das Ganze kommt ein Glas Letscho oder Ajvar oder Peperonata, notfalls auch nur eine Dose geschälte Tomaten. Deckel drauf und ab in die Backröhre. Dort schmort alles etwa 2,5 bis 3 Stunden bei mittlerer Hitze.

"Nicola" wird in der Tischmitte platziert und jeder bedient sich selbst aus dem Riesentopf. Mehr als ein frisches Weißbrot, Bier oder einen kräftigen Rotwein braucht man nicht zum Glück (zu diesem jedenfalls nicht).

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Viel Schwein" für 2012 wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de