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Rache kann wunderschön sein "Colombiana": Zoe Saldana auf der Jagd

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Action pur: Cataleya (Zoe Saldana) will für ihre Rache mit dem Kopf durch die Wand.

Cataleya ist neun Jahre, als ihre Eltern ermordet werden. Sie sterben direkt vor ihren Augen, kaltblütig hingerichtet, im Auftrag des Mafiabosses Don Luis. Cataleya kann wie durch ein Wunder entkommen und schwört Rache. 15 Jahre später setzt sie sie in die Tat um.

Cataleya ist ein kolumbianisches Mädchen wie jedes andere. Ihre Eltern lieben sie, sie liebt ihre Eltern. Aber als ihr Vater Fabio (Jesse Borrego) eines Tages nach Hause gestürmt kommt, sie zur Seite nimmt und ihr seine Kette schenkt, ahnt die Kleine, dass etwas nicht stimmt. Die Kette mit dem auffälligen Anhänger, der einer Orchideenblüte namens Cataleya nachempfunden ist, gibt ihr Vater sonst nie aus der Hand. Sie ist sein Glücksbringer. Nun soll es ihrer sein.

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Cataleya muss als Kind die Ermordung ihrer Eltern mit ansehen.

Und Glück braucht sie jede Menge, denn Cataleyas Vater gehört zur Mafia. Noch, denn er will sich zurückziehen, sich um seine Frau und seine Tochter kümmern, ihnen beiden ein Leben jenseits von Gewalt, Waffen und Drogen ermöglichen. Ein Ausstieg aus der Mafia? Nicht mit dem Boss Don Luis (Belo Benites). Fabios Todesurteil ist damit unterschrieben und auch das seiner Familie. Die Schergen Don Luis' - allen voran seine rechte Hand Marco (Jordi Molla) - lassen sich nicht groß bitten: Schwer bewaffnet rücken sie an. An eine Flucht ist nicht mehr zu denken.

Fabios zweites Abschiedsgeschenk an seine Tochter ist eine Visitenkarte mit einer Adresse in den USA. Dorthin soll sich Cataleya durchschlagen. Bei den letzten Worten ihres Vaters hängt Cataleya an seinen Lippen: "Vergiss nie, wo du herkommst! Ich liebe dich, mein kleiner Engel!" Ein letzter Kuss, dann stürmt er mit einem Gewehr bewaffnet gemeinsam mit Cataleyas Mutter aus dem Haus. Schreie ertönen, Schüsse fallen. Cataleya wird ihre Eltern nie wieder sehen.

Vom Mädchen zur Profikillerin

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Verschlossene Türen sind selbst im Gefängnis kein Problem für Cataleya.

Als Don Luis’ Handlanger das kleine Mädchen entdecken, flieht sie - und kann den Mördern ihrer Eltern wie durch ein Wunder entkommen. Sie schafft es zu der Adresse, die auf der Visitenkarte steht. Es ist das Haus ihres Onkels Emilio (Cliff Curtis) in Chicago. Er ist ihr letzter lebender Verwandter. Er nimmt sie auf, zieht sie wie sein eigenes Kind groß. Doch statt zur Schule zu gehen, hat Cataleyas nur einen einzigen Wunsch: Die Mörder ihrer Eltern aufzuspüren und Rache zu nehmen. Emilio, dessen Sohn ebenfalls ermordet wurde, sieht dem zierlichen Mädchen in die braunen Rehaugen - und bildet sie zu einer Profikillerin aus.

15 Jahre nach dem Mord an ihrer Familie ist es endlich soweit: Cataleyas (Zoe Saldana) blutiger Rachefeldzug beginnt. 22 Tote in 4 Jahren sind eine eindrucksvolle Bilanz. Die junge Frau geht gerissen vor. Kaltblütig. Skrupellos. Zielstrebig: Sie rammt betrunken mit ihrem Auto eine Polizeistreife, um über Nacht zur Ausnüchterung in eine Zelle des Reviers gesteckt zu werden - nur weil sie weiß, dass einer von Don Luis’ Männern dort kurzfristig einsitzt.

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Beim Stillen von Rachegelüsten ist ein kühler Kopf gefragt.

Sie hat sich perfekt vorbereitet: Sie bricht aus ihrer Zelle unbemerkt aus, gelangt über den Luftschacht zu ihrem Opfer und hinterlässt neben mehreren tödlichen Einschusslöchern noch ihr Markenzeichen: ein Graffito einer Orchideenblüte. Dann schleicht sie sich in ihre Zelle zurück - wieder unbemerkt - und keiner vermutet nur im Entferntesten, dass die kleine, zierliche Frau die Killerin sein könnte. Auch das FBI, das mittlerweile die Mordserie untersucht, tappt noch im Dunkeln. Nur Don Luis, der mittlerweile unter dem Schutz des CIA steht, hat so eine Vermutung.

Alles überragende Action

"Colombiana" ist ein Actionspektakel erster Güte. Das verwundert auch nicht, wenn der Produzent Luc Besson ("Leon - der Prof") und der Regisseur Olivier Megaton ("Transporter 3") heißen. Es wird geschlagen, getreten, geschossen - und das alles nicht zu knapp. Knapp ist dagegen oft das Outfit der Hauptdarstellerin, was "Colombiana" in erster Linie für die männliche Zuschauerklientel interessant macht.

Bei all der gezeigten Action - Hauptdarstellerin Zoe Saldana trainierte für den Film beispielsweise Krav Maga und das Schießen mit diversen Waffen - treten die schauspielerischen Leistungen der Darsteller aber in den Hintergrund. Der Riege gelingt es leider nur ansatzweise, den einzelnen Figuren, egal, ob Cataleya, Emilio oder Don Luis, richtiges Leben einzuhauchen. Der Filmplot lässt nur ein zaghaftes Kratzen an der Oberfläche der Charaktere zu. Vielleicht war das so gewollt?

Nichtsdestotrotz sind die Sympathien der Zuschauer von Beginn an klar auf Cataleyas Seite. Und natürlich fühlt man sich bei "Colombiana" an Bessons Meisterwerk "Leon - Der Profi" erinnert. Die Parallelen sind augenscheinlich. Allerdings ist Cliff Curtis weder Jean Reno, noch ist Zoe Saldana Natalie Portman. Dennoch: Wie seine Filmheldin Cataleya hat auch Besson nie vergessen, wo er herkommt - aus dem Actiongenre. Und Freunde genau dieses Genres sind bei "Colombiana" goldrichtig.

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"Colombiana" ist als DVD und Blue-ray bei Universum Film erschienen.

Quelle: n-tv.de

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