Kino

"Kennen Sie ein gutes Versteck?" Die Ängste des Kermit

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Für immer grün hinter den Ohren: Kermit.

(Foto: REUTERS)

Im Show-Geschäft ist Kermit, der Frosch, ein alter Hase - privat indes eher ein Angsthase. Jedenfalls, wenn es um Miss Piggy geht. Im n-tv.de Interview spricht der Grandseigneur über Groupies, Eifersucht und natürlich den  neuen "Muppets"-Film.

n-tv.de: Sie blicken ja inzwischen auf eine über 50-jährige Geschichte im Show-Business zurück. Was hat sich denn für Sie am meisten verändert, seit Sie ins Rampenlicht getreten sind?

Kermit: Erst einmal muss ich sagen, dass Rampenlicht für einen Frosch perfekt ist. Es lässt meine grüne Haut wirklich glänzen. Aber abgesehen davon denke ich, uns ist allen klar, dass sich die Unterhaltungsbranche in den vergangenen 50 Jahren verändert hat. Heute gibt es so viel von diesem "Reality TV". Als ich angefangen habe, hat niemand "Reality" gemacht. Absurdität? Surrealismus? Quatsch? Absolut. Aber das reale Leben war das, was man gesehen hat, wenn man den Fernseher ausgemacht hat. Ich sage nicht, dass das etwas Schlechtes ist, aber es ist ein großer Unterschied. Ich habe stets daran geglaubt, dass etwas, das lustig ist, immer lustig sein wird - egal, wann es entstanden ist.

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Eine "professionelle Beziehung": Kermit und Miss Piggy.

(Foto: Disney Enterprises)

Es muss in Ihrer Karriere sehr viele Groupies gegeben haben. Was mich wirklich interessiert: Konnten Sie immer widerstehen?

Oh ja, ich habe Groupies immer widerstanden. Das ist sehr einfach. Mein Geheimnis? Zwei Worte: Miss … Piggy. Sie ist der ultimative Groupie-Stopper. Keine, die von mir geplättet ist, kommt zwei Blocks weit, ohne von Piggy platt gemacht zu werden.

Dabei würden sehr viele weibliche Lebewesen Sie sicher gerne näher kennenlernen. Was ist denn Ihr Typ?

Mein Typ ist ein Schwein. Ein eifersüchtiges Schwein, das mich platt macht, wenn ich etwas anderes an dieser Stelle sage.

Aber jetzt mal ehrlich und unter uns: Miss Piggy ist zwar immer noch total überzeugt davon, dass sie eine Beziehung mit Ihnen hat, aber die ist doch irre …

Oh nein, sie ist nicht irre. Das zu sagen, ist nicht nett. Töricht. Starrsinnig. Schwierig. Das ja! Aber nicht irre. Wir haben eine professionelle Beziehung. Ich meine, wir sind professionell, sie meint, wir hätten eine Beziehung. Ich glaube, das kann man ihr nicht ausreden.

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Mittlerweile steht Kermit seit über 50 Jahren im Rampenlicht.

(Foto: Disney Enterprises)

Sie selbst haben aber nie darüber nachgedacht, sie womöglich gar zu heiraten …

Ob ich darüber nachgedacht habe? Ja doch! Wie auch nicht, wenn sie dauernd davon spricht? Aber habe ich mehr gemacht, als darüber nachzudenken? Nein.

Kommen wir vielleicht lieber zum neuen Muppets-Film. Endlich, nach zwölf langen Jahren des Wartens, ist er da. Wie fühlt sich das an für Sie?

Es fühlt sich toll an, wieder auf der großen Leinwand zu sein! Wir waren mit anderen Projekten für Fernsehen und Internet beschäftigt, aber in einem Film mitzuwirken, ist schon etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns, hier zu sein. Und wir sind so froh, dass unsere Fans - neue wie alte - uns so toll wieder willkommen heißen.

In dem Film entsteht der Eindruck, dass Sie in den vergangenen Jahren sehr zurückgezogen gelebt hätten. Dabei wirken Sie sogar ein wenig depressiv. Ich hoffe, Ihr echtes Leben hat nicht so ausgesehen …

Kermit: Nein, absolut nicht. Sehen Sie, die Geschichte in dem Film stimmt mit dem, was in der Realität passiert ist, nicht wirklich überein. In Hollywood nennt man das eine "dramatische Übertreibung" - die meisten anderen Menschen nennen es eine "Erfindung". Es ist insofern etwas Wahres dran, dass wir alle mit unseren eigenen Projekten beschäftigt waren. Aber wir waren auch zusammen in dieser Zeit - erfreulicherweise. Und was meine depressive Wirkung angeht: Das ist nur Schauspielerei. Als Frosch bleibe ich grün und bekomme nur selten den Blues.

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Depressiv? "Das ist nur Schauspielerei."

Im Film spielt Walter eine zentrale Rolle für das Comeback der Muppets. Welche Rolle spielt er im realen Leben für Sie?

Walter ist genau derjenige, den er auch auf der Leinwand verkörpert. Er ist der größte Muppet-Fan auf der Welt, ein Total-eingefleischter-super-enthusiastischer-Liebhaber-von-allem-Muppet. Ehrlich gesagt, ist das manchmal ein bisschen peinlich. Er betet den Fußboden an, auf dem wir gehen. Mir ist das unangenehm. Miss Piggy hingegen liebt es.

Jason Segel spielt als Walters Bruder Gary ebenfalls eine sehr wichtige Rolle im neuen Film. Und er hat auch am Drehbuch mitgewirkt. Wie beurteilen Sie sein Talent?

Jason ist herausragend. Er ist nicht nur lustig, er hat auch ein lustiges Drehbuch geschrieben. In vielerlei Hinsicht erinnert er mich an Fozzie. Er versucht um jeden Preis, einen Lacher nach dem anderen zu kassieren. Der einzige Unterschied zwischen den beiden ist, dass es bei Jason funktioniert und bei Fozzie, nun ja, nicht so wirklich.

Was sind denn nach dem erfolgreichen Kino-Comeback Ihre Pläne für die Zukunft?

Nun, wir haben andere Projekte in der Mache - Filme, TV, Internet und so weiter. Ich kann darauf im Detail noch nicht eingehen, aber Sie werden als erster davon erfahren. Doch ich glaube, bevor ich irgendetwas von dem in Angriff nehme, werde ich versuchen, Miss Piggy einmal genau zu erklären, wie ich das mit unserer Beziehung gemeint habe. Sagen Sie, kennen Sie ein gutes Versteck für mich?

Mit Kermit sprach Volker Probst

Lesen Sie hier: Miss Piggy erklärt ihre Liebe zu "Kermie" und verrät ihr Schönheitsgeheimnis.

Quelle: ntv.de

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