Unterhaltung
Laura trifft die Spirale der Gewalt völlig unvorbereitet.
Laura trifft die Spirale der Gewalt völlig unvorbereitet.(Foto: Universum)
Freitag, 08. Juni 2012

Wie weit würdest du gehen?: Nicolas Cage und der "Pakt der Rache"

von Thomas Badtke

Dein Leben ist perfekt: ein netter Job, der Spaß macht. Eine bildhübsche Freundin, die dich über alles liebt. Doch plötzlich ist nichts mehr, wie es war: Deine Frau wird überfallen und vergewaltigt - und du bist völlig hilflos, kannst nichts dagegen tun. Bis dich ein Mann anspricht und dir einen Deal anbietet, den du nicht ablehnen kannst - eigentlich.

Roger Donaldson schafft es immer wieder, Hollywood-Größen für seine Filmprojekte zu gewinnen.
Roger Donaldson schafft es immer wieder, Hollywood-Größen für seine Filmprojekte zu gewinnen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Roger Donaldson hat als Regisseur schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. 1984 dreht er "Die Bounty" mit Mel Gibson und Anthony Hopkins in den Hauptrollen. 1987 folgt "No Way Out" mit Kevin Costner und Gene Hackman, 1988 "Cocktail" mit Tom Cruise und 1990 "White Sands" mit Willem Dafoe und Mickey Rourke. Danach wird es um ihn etwas ruhiger, ganz im Gegensatz zu seinen Filmen: Mit "Species" setzt Donaldson Natasha Henstridge ein SciFi-Denkmal. In "Dante’s Peak" lässt er Pierce Brosnan gegen einen Vulkan kämpfen. Mit "Thirteen Days", wieder mit Costner, und "Der Einsatz", mit Al Pacino und Colin Farrell, betritt er das Thriller-Genre, in dem auch "Bank Job" mit Jason Statham spielt.

Da wundert es nicht, dass auch sein letzter Film "Pakt der Rache" ein Thriller geworden ist. Und wie in Donaldsons Filmen davor verkörpert ein Hollywood-Star die Hauptrolle: Nicolas Cage ("Con Air", "Trespass"). Seinen Gegenspieler mimt kein Geringerer als Guy Pearce ("Memento", "Don't Be Afraid Of The Dark"). Und auch die Story kann sich auf den ersten Blick sehen lassen.

Aus dem 7. Himmel gerissen

Nicolas Cage spielt den Lehrer Will Gerrard, der in einen Strudel von Gewalt und Rache gezogen wird.
Nicolas Cage spielt den Lehrer Will Gerrard, der in einen Strudel von Gewalt und Rache gezogen wird.(Foto: Universum)

Cage spielt den Englisch-Lehrer Will Gerrard. Er lebt in New Orleans, hat mit Jimmy (Harold Perrineau; "28 Weeks Later", "30 Days Of Night") einen besten Kumpel, der für ihn durch dick und dünn gehen würde. Will liebt seinen Beruf und noch mehr seine Frau Laura (January Jones; "Das Glashaus", "Sie waren Helden"). Laura ist wunderschön, intelligent und Musikerin in einem Orchester. Will vergöttert sie. Das Leben des Paares ist absolut perfekt.

Aber wie so oft, wenn das Glück einen direkt anstrahlt, zieht einem irgendjemand plötzlich den Boden unter den Füßen weg: Laura wird auf dem Nachhauseweg von einer Orchesterprobe brutal überfallen und vergewaltigt. Sie überlebt schwer verletzt.

Will am Krankenbett seiner Frau Laura
Will am Krankenbett seiner Frau Laura(Foto: Universum)

Will ist vollkommen verzweifelt, weil er Laura nicht beistehen kann in ihrem Schmerz. Er ist wütend, weil er ihr nicht helfen kann. Und wie betäubt, weil er weiß, dass der Vergewaltiger - wenn er überhaupt geschnappt wird - die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er mit einer kurzen Gefängnisstrafe davonkommt, während Laura ihr Leben lang unter der Vergewaltigung zu leiden hat.

Der Teufel steckt im Detail

Plötzlich taucht Simon (Guy Pearce) im Krankenhaus auf. Er redet ganz sachlich auf Will ein. Versucht ihm klarzumachen, dass er und seine Frau keine Gerechtigkeit von der Gesellschaft und vom System bekommen werden. Versucht ihm den einzig möglichen Ausweg schmackhaft zu machen: Er bietet ihm die Dienste seiner Organisation an. Gegen einen kleinen Gefallen, den er irgendwann später einmal einlösen soll, kann sich Will sicher sein, dass der Vergewaltiger seine gerechte Strafe bekommt. Will überlegt. Grübelt. Er kennt die Konsequenzen: Der Vergewaltiger wird umgebracht - aber nicht von ihm. Schließlich gibt er sein Okay und schwört sich, dass Laura es nie erfahren wird.

Gegenspieler in "Pakt der Rache": Guy Pearce und Nicolas Cage
Gegenspieler in "Pakt der Rache": Guy Pearce und Nicolas Cage(Foto: Universum)

Und das Leben geht weiter. Laure und Will versuchen so weiterzumachen wie vor der Vergewaltigung. Es gelingt. Irgendwie und mit Abstrichen. Aber Will und Laura reicht es. Doch dann, sechs Monate nach dem ersten Gespräch, meldet sich Simon bei Will, bittet ihn darum, einen Mann zu beschatten. Nichts weiter. Wenn er ihn sieht, soll er Simon anrufen: "Der hungrige Vogel greift an." Bei dem Mann, den Will verfolgen soll, handelt es sich Simon zufolge um einen Vergewaltiger. Es kommt, wie es kommen muss: Der Mann stirbt, laut Will ein Unfall, aber die Polizei hält es für einen Mord, für den Will verantwortlich ist.

Will wird verhaftet, ein Polizist verhilft ihm zur Flucht. Will findet heraus, dass es sich bei dem Toten um einen investigativen Journalisten handelt. Einen mit Erfahrung. Mit Auszeichnungen. Und er war einer Verschwörung auf der Spur, einer Verschwörung, in der Simon alle Fäden in seinen Händen hält. Um sich und Laura zu retten, muss Will der Sache auf den Grund gehen …

Das i-Tüpfelchen fehlt

"Pakt der Rache" ist bei Universum erschienen.
"Pakt der Rache" ist bei Universum erschienen.(Foto: Universum)

"Pakt der Rache" bietet einiges: Glaubhafte Hauptdarsteller etwa, aus deren Riege Guy Pearce als Bösewicht heraussticht und einen solide spielenden Nicolas Cage in den Schatten stellt. Die Story kann sich auch sehen lassen, auch wenn einige Wendungen zu sehr vorhersehbar sind. Dass Wills bester Freund Jimmy in die Verschwörung verwickelt ist, die sich zudem als weitaus größer als gedacht herausstellt, sollte keinen überraschen.

Alles in allem ist Donaldsons neuer Film, der bei Universum als DVD und Blu-ray erscheint, ein solide und handwerklich gut gemachter Thriller, der unterhalten kann. Durchschnitt. Zu einem außergewöhnlichen Streifen, der in Erinnerung bleibt, reicht es indes nicht, dafür fehlen einfach die Überraschungsmomente. 

Damit reiht sich "Pakt der Rache" nahtlos in die Filmographie Donaldsons ein - denn trotz anerkannter Stars und Charakterdarsteller wie Pacino, Dafoe oder Hopkins ist keiner von Donaldsons Filmen ein absoluter Überflieger. Noch nicht. 

 

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Quelle: n-tv.de