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"Ich mag es nicht schnell" Sexercizes mit Kylie Minogue

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Rote Lippen soll man küssen, denn zum Küssen sind sie da ...

(Foto: AP)

Vier Jahre ist es her, seit Kylie Minogue mit ihrer "Aphrodite"-Tour alle begeistert hat. Nun kommt die handliche Australierin mit ihrem neuen (zwölften!) Studioalbum "Kiss Me Once" endlich wieder nach Europa! Kylie ist bei der Echo-Verleihung und auch beim Start der neuen "Let's Dance"-Staffel dabei, sie spendiert ihren neuen Hit "Into The Blue". In Deutschland wird sie außerdem im Oktober in Köln, München, Berlin und Hamburg zu sehen sein. Und auch diesmal dürfte das eine feuchte Angelegenheit werden – eventuell aber aus anderen Gründen, wie uns Kylie beim Interview in London erzählt.

n-tv.de: Kylie, bei Ihrer "Aphrodite"-Tour vor fast vier Jahren haben Sie die ersten Reihen im Publikum ganz schön nass gemacht!

Kylie Minogue: Das stimmt! Und das war echt ein Risiko. Denn wir wussten nie, wie weit das Wasser von der Bühne und dem Steg aus spritzen würde. Deshalb haben wir blaue Ponchos verteilt. Oftmals sind aber nicht nur die Leute in der Splash-Zone nass geworden, sondern auch die dahinter. Beschwert hat sich zum Glück aber niemand.

Diesmal sorgen Sie eher für feuchte Träume, oder? Die Songs Ihres neuen Albums heißen "Sexercize", "Sexy Love" und "Les Sex".

Ja, es geht um Sex. Warum auch nicht? Aber ein klein bisschen Romantik ist auch dabei.

Wo das?

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Süß, süßer, Kylie!

(Foto: AP)

Mein Duett mit Enrique Iglesias ist sehr romantisch! Ich musste jedenfalls weinen, als ich den Song zum ersten Mal hörte.

Es ist auf jeden Fall das kitschigste Lied der Platte.

Aber gibt es nicht Momente, wo man genau das braucht? Außerdem will ich mit diesem Album für jeden etwas bieten: Manche meiner Fans mögen innovative Musik, andere eher den Disco-Sound von früher. Ich hoffe, ich beglücke sie alle.

Aber Enrique Iglesias wird ja nicht mit auf Tour kommen, oder?

Ach, es ging mir wirklich nur um den Song, den er mir geschickt hat und den wir dann - jeder für sich - eingesungen haben. Vor Kurzem habe ich das Lied alleine performt. Ich war also Enrique und Kylie in einer Person! Das geht auch. (lacht)

Mit dem neuen Album wollen Sie offensichtlich anrüchiger rüberkommen.

Das ist wohl so, ja.

Aber trotzdem wirkt es immer noch süß. Ist das der Kylie-Fluch?

Überhaupt nicht. Ich bin gerne verspielt. Ich habe meine Linie, die ich nicht überschreiten möchte. Es darf nicht zu aufdringlich und anstößig sein – denn das entspricht einfach nicht meiner Persönlichkeit. Bei mir geht es um Andeutung, Verführung, den Spaß, den Flirt und natürlich auch um Sex. Warum sollte man Sex ignorieren? Aber ich spiele damit auf meine Art.

Werden Sie Ihrem Publikum auch live eine Lektion in Sachen Sex erteilen?

Ich will eher Inspiration geben! Meine Musik ist natürlich primär für den Dancefloor gedacht. Aber man kann sie auch gut nach dem Konzert im Schlafzimmer hören!

Ist die Welt nicht schon versext genug?

Klar, dafür muss man nur mal das Radio anschalten – alles dreht sich um Sex! Aber hey, so ist es nicht erst seit "50 Shades Of Grey" – das war schon immer so. Man muss sich nur mal in den Sechzigern und Siebzigern umgucken. Oder noch weiter zurückgehen: Wenn man sich klassische Malereien oder Opern anschaut, sind dort auch Sex, Romantik und Liebe die dominanten Themen. Das zieht sich durch alle Aspekte der Kunst. Der Ausgangspunkt ist aber immer Leidenschaft.

Wobei von Leidenschaft bei einer auf der Bühne masturbierenden Miley Cyrus wenig zu spüren ist!

Jeder kann sich aussuchen, ob er sich das ansieht oder nicht. Ich bin ein Fan von Miley. Sie passt sich nicht an die Erwartungen anderer Menschen an. Das ist sowieso das Wichtigste: Dass man das tut, was richtig für einen ist. Offensichtlich ist es so richtig für Miley. Und ich habe gefunden, was richtig für mich ist.

Im Song "Sexercize" geben Sie Anweisungen wie "Bounce! Stretch! Hands in the sky!" Sind Sie so experimentierfreudig?

(lacht) Vermutlich werden die Leute das dahingehend interpretieren. Man kann so eine Sexercize aber auch gut im Gym machen, mit Dehnübungen auf einem Ball zum Beispiel. Da müssen Sie nur mal mein neues Video angucken! Auf jeden Fall ist mein Sexercize sehr langsam. Ich mag es nicht schnell. Langsame Bewegungen, das ist mein Ding. (räkelt sich und macht es vor)

In Deutschland sagen wir übrigens: "Leute, die viel über Sex reden, haben keinen."

Dann kann ich ja von Glück sagen, dass ich nicht in jedem Song Sex habe! Damit gebe ich mir selbst ein bisschen mehr Spielraum – gerade auch, was meine Liveshows betrifft.

Sehen wir Sie noch mal in Ihren goldenen Hotpants?

Nein, ich glaube, mit 45 Jahren sind die Zeiten vorbei. Mein Po erfüllt heute seinen Zweck: Er ist sehr komfortabel, um darauf zu sitzen. Er tut, was seine Bestimmung ist.

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Kylie Minogue hat wirklich die schönsten Zähne!

(Foto: dpa)

Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich in Ihrer Karriere auch immer mal wieder neu erfunden haben?

Ich lebe ja nun schon 45 Jahre jeden Tag mit mir zusammen, da fühlt sich nichts wie eine drastische Veränderung an. Ich kenne ja die vier Jahre zwischen diesem Album und dem letzten und weiß, was in meinem Leben zwischenzeitlich passiert ist und wie ich von einem Punkt zum anderen kam. Von außen treten Leute an mich heran und sagen: "Diesmal bist du ja so anders." Aber ich denke dann: Wirklich? Ist mir gar nicht aufgefallen.

Aber den Druck, den Madonna sich für ihre Neuerfindungen auferlegt hat, haben Sie sich nie angetan, oder?

Nein. Aber vielleicht erzwingt sie ihre Veränderungen ja auch nicht, vielleicht sieht es nur so aus und sie ist durch eine Gefühlswelt gereist, die sie an den neuen Platz gebracht hat. Ich selbst bin immer neugierig. Auch ich mag die Stimulation durch fremde Orte, neue Musik und unterschiedlichen Szenen. So ist das ja nicht.

Mit Superstar Pharrell Williams haben Sie am Song "I Was Gonna Cancel" gearbeitet.

Das war Traum und Albtraum zugleich! Ich habe in seinem Studio stundenlang nur geweint, und das war mir ziemlich unangenehm. Ich weine übrigens nicht ständig. Aber das war der zweite Weinmoment der Platte! Ich konnte mich einfach nicht zusammenreißen. Ich hatte einen ganz schlimmen Tag. Und das hatte nichts mit Diva-Verhalten zu tun. Es war einfach ein sehr authentischer Moment.

Und wie war Pharrells Reaktion darauf? Hat Sie der "Happy"-Mann getröstet?

Ich kann jetzt wirklich nicht behaupten, dass ich ihn wahnsinnig gut kenne. Aber er wirkt auf mich sehr bodenständig. Und er war süß. Wir haben viel über die Situation gesprochen. Das Schlimme war, dass ich gar nicht verbalisieren konnte, was genau mein Problem war. Das muss sehr verwirrend auf ihn gewirkt haben.

Und trotzdem ist ein Super-Song mit coolen Beats dabei rausgekommen!

Stimmt. Ich glaube, Pharrell war fast froh darüber, dass er dadurch sofort ein Thema für den Song hatte – ohne lange suchen zu müssen oder mich zu fragen, was denn gerade so in meinem Leben passiert. Er schrieb also "I Was Gonna Cancel", weil ich an dem Tag am liebsten gar nicht ins Studio gekommen wäre. Natürlich wünschte ich, ich hätte diesen Moment nicht gehabt. Aber ein großes Bravo an ihn für das Lied.

Etwa zur selben Zeit haben Sie sich von Ihrem langjährigen Freund, dem spanischen Model Andrés Velencoso, getrennt.

Ja, und das war letztes Jahr richtig hart. Aber was soll ich tun? Es ist nun mal passiert.

Macht Sie das Single-Dasein unglücklich?

Nein. Ich habe Freundinnen, die haben geheiratet und das ganze Programm durchgezogen. Das macht auch nicht unbedingt eine glückliche Person aus dir. Eine Garantie gibt es nie. Auch dann können Gefühle kommen und gehen. Es ist traurig, dass es bei mir nicht geklappt hat. Aber ich denke an die schönen Erfahrungen zurück, die ich mit meinem Ex gemacht habe.

Die biologische Uhr tickt aber trotzdem.

Und wenn schon. Einfach weitermachen, lautet meine Devise. Vielleicht adoptiere ich ja mal Kinder.

In Ihrer neuen Single "Into The Blue", die Titelsong für "Let’s Dance" ist und die sie Donnerstag bei der Echo-Verleihung in Berlin vorstellen werden, singen Sie: "I drew a smile upon my face, I paved the road that would one day leave me lonely." Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Karriere Anteil daran hat, dass Sie allein sind?

Definitiv! Meine Karriere war und ist ein konstanter Motor und eine Leidenschaft in meinem Leben, für den ich den Großteil meiner Zeit opfere.

Aber das ist auch gefährlich, oder?

Ja, aber wenn ich mich verliebe, dann schaffe ich es, alles zu ändern. Ich entschlacke meinen Terminplan, ich schiebe Verpflichtungen hin und her, so dass es passt. Denn ich bin immer noch eine Romantikerin, die an die Liebe glaubt. Ich bin kein rücksichtsloser Workaholic! Ich bin ein normaler Workaholic. (lacht) Aber ich wäre trotzdem in der Lage, Liebe und eine Beziehung zu haben. Wenn ich spüre, da tritt jemand in mein Leben, der es wert ist, dann mache ich das möglich.

Sie waren dieses Jahr Mentorin bei der englischen und australischen Ausgabe der Musik-Castingshow "The Voice". Erinnerte der Job Sie an Ihre eigenen Anfänge?

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Brit Awards 2003: Justin Timberlake kann die Finger nicht von ihr lassen.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Absolut, auch wenn meine Karriere über die Schauspielerei passierte. Bei "The Voice UK" hatte ich zwei Mädchen in meinem Team, die erst 16 waren. Ich weiß noch, was für ein Kind ich in dem Alter war und welche Träume ich hatte. Ich dachte damals, das wären unmögliche Träume, aber träumte sie trotzdem.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Vorsprechen erinnern?

Klar, ich war 16. Ich habe zwar schon im Alter von elf Jahren vor der Kamera gestanden, aber damals war es ein Freund der Familie, der zufällig noch nach einem Mädchen suchte. Ich war also viel zu jung, um zu wissen, was ich da genau tat. Aber mit 16 war mir sehr viel mehr bewusst, dass ich die Rolle unbedingt wollte. Ich ging also zu dieser Audition für "The Henderson Kids". Ich war so angezogen wie der zu besetzende Charakter: Ich habe meine Haare toupiert, mich aufgerüscht, vorgesprochen und bekam schließlich den Job.

Das klingt so einfach.

In dem konkreten Fall war es das auch. Aber ich habe später Vorsprechen gehabt, wo ich kläglich versagt habe. Ich bin wirklich nicht sehr gut in Castings. Ich werde zu nervös. Ich bin nur gut, wenn das rote Licht aufleuchtet und etwas wirklich passiert. Deshalb fühle ich auch immer so mit den jungen Gesangstalenten mit. Denn ich weiß, was es heißt, ein Performer zu sein.

Sehen Sie sich als Sängerin oder als Performerin?

Ich war immer in erster Linie Performerin! Ich weiß, dass die Nerven Magisches geschehen lassen oder dir einen Streich spielen können. Ich habe schon des Öfteren schrecklich versagt auf der Bühne, aber daran möchte ich gar nicht mehr denken. (lacht)

Vermutlich sind Sie aber trotzdem froh, dass Sie selbst nicht über eine Castingshow zur Musik kamen, oder?

Egal, ob man bei einer Castingshow mitmacht oder über die Schauspielerei ins Musikgeschäft kommt - die erste Lektion, die man lernt, ist: Es wird so oder so hart werden. Mir wurde meine Karriere zwar sehr schnell gegeben, aber es war unglaublich schwer, mich selbst unter Beweis zu stellen und den Respekt der Leute zu ernten. Das hat lange gedauert. Es ist sicherlich etwas anderes, wenn man nicht gleich auf die große Bühne gestoßen wird und erst mal im Kleinen anfangen kann. Aber egal wie, eine Karriere hat immer Herausforderungen und ist harte Arbeit.

Welchen Anteil hat die Schwulenszene bis heute an Ihrem Erfolg?

Einen immens großen! Ich bin dafür unglaublich dankbar. Ich weiß gar nicht, wieso ich so umarmt wurde von der Szene. Aber meine Gays haben mir immer ein gutes Gefühl gegeben. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie mich angespornt haben. Ich hoffe wirklich, ihnen gefällt meine neue Show.

Mit Kylie Minogue sprach Katja Schwemmers

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Kylie Minogue live in Deutschland:

22.10.2014 Köln – Lanxess Arena
25.10.2014 München – Olympiahalle
27.10.2014 Berlin – O2 World
28.10.2014 Hamburg – O2 World

Quelle: ntv.de