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Samstag, 10. Februar 2018

Traumziel im All etwas näher: Neue Mars-Simulation startet im Oman

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Diese igluförmigen Gebilde sind die neue Lebens- und Arbeitsstätte für sechs Menschen für die nächsten drei Wochen. (Foto: AP)

Diese igluförmigen Gebilde sind die neue Lebens- und Arbeitsstätte für sechs Menschen für die nächsten drei Wochen.

Diese igluförmigen Gebilde sind die neue Lebens- und Arbeitsstätte für sechs Menschen für die nächsten drei Wochen.

Das Ersatzraumschiff für die internationale Mars-Mission mit dem Namen AMADEE-18 steht mitten in der Wüste Dhofar im Oman.

Die Extrembedingungen der Wüste bieten den Astronauten Mars-ähnliche und damit ideale Testbedingungen.

Hier können Raumanzüge, robotische Fahrzeuge und Geräte wie beispielsweise ein Georadar vor zukünftigen bemannten Mars-Missionen ausprobiert werden.

Federführend bei dieser Mission ist das Österreichische Weltraum Forum, das bereits elf Mars-Simulationen durchgeführt hat, wie beispielsweise die in der nördlichen Sahara in der Nähe des marrokanischen Erfoud 2013 (im Bild).

"Feldforschung in einer Mars-ähnlichen Umgebung durchzuführen ist eine hervorragende Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und sowohl die Vorteile als auch die Grenzen der wissenschaftlichen Erkundung fremder Planeten zu verstehen", sagt der Leiter der Mars-Simulation Gernot Grömer.

Grömer ist sich sicher, dass einige Dinge, die die Wissenschaftler in den nächsten Wochen lernen werden, in einer tatsächlich realisierten Mars-Mission umgesetzt werden können.

Als Crew-Mitglied dabei ist Carmen Köhler aus Berlin. Die 37-jährige Mathematikerin war bereits bei AMADEE-15 dabei.

Diese Mission wurde auf dem Kaunertaler Gletscher in Österreich 2015 durchgeführt und dauerte zwei Wochen.

AMADEE-18 reiht sich ein in diese Testreihe. Die Mission bietet die Möglichkeit, eingesetzte Ausrüstung, Prozesse und Arbeitsabläufe zu studieren. Das alles allerdings unter sogenannten analogen Bedingungen auf der Erde.

Aus diesem Grund werden die sechs Astronauten, zu denen auch João Lousada aus Portugal gehört, als Analog-Astronauten bezeichnet.

Da sich die Astronauten in einer Simulation befinden, müssen sie schwer tragen. Die gesamte Last der Raumanzüge, die rund 50 Kilogramm wiegen, lastet auf ihnen.

Bei einer realisierten Mars-Mission hingegen wären sie wegen der geringeren Schwerkraft auf dem Roten Planeten um einiges leichter.

Außer der Tests mit Raumanzügen und Geräten geht es auch darum herauszufinden, wie die beteiligten Menschen auf solche und andere Herausforderungen reagieren.

Untersucht wird beispielsweise auch die Team- und Problemlösungsfähigkeit von Crew und Analog-Astronauten unter den Bedingungen einer durch die Entfernung von Mars und Erde verzögerten Kommunikation.

Das bedeutet, die Signalübertragung zwischen Crew und Astronauten ist um zehn Minuten verschoben - allerdings pro Richtung.

Stellt beispielsweise Kartik Kumar eine Frage an das Einsatzkommando, dann dauert es mindestens zwanzig Minuten, bevor er eine Antwort bekommt.

Das zeigt: Auch Analog-Astronauten müssen Geduld und Ausdauer haben - selbst, wenn sie im Oman üben.

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