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Samstag, 14. April 2018

Menschen, Affen und ein Wal: Neue Scharrbilder in Palpa entdeckt

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Die Nazca-Linien in Peru sind legendär. (Im Bild: Affe) (Foto: REUTERS)

Die Nazca-Linien in Peru sind legendär. (Im Bild: Affe)

Die Nazca-Linien in Peru sind legendär. (Im Bild: Affe)

Die oftmals kilometerlangen Linien, die nur aus der Luft erkennen lassen, dass es sich um geometrische Figuren, Abbildungen von Tieren oder Menschen handelt (im Bild: Spinne), ...

... sind eindrucksvolle und gleichzeitig mysteriöse Zeugnisse längst ausgestorbener Zivilisationen und gehören zum Weltkulturerbe der Unesco.

Ihre genaue Herkunft und ihr Zweck sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Aus diesem Grund sind nicht nur Touristen an ihnen interessiert, sondern auch Forscher.

Mit Drohnen- und Satellitentechnik sollten die bekannten Bilder ...,

... aber auch der Grad ihrer Zerstörung durch Umwelteinflüsse oder ...

... durch den Menschen neu dokumentiert werden. (im Bild: Hund)

Bei der Sichtung der bekannten Linienformationen entdeckten die Forscher ganz neue Darstellungen, die sich in der peruanischen Provinz Palpa, die an Nazca grenzt, ...

... vor allem an Hängen befinden.

Bei den Einheimischen in der Gegend sollen diese allerdings bereits bekannt gewesen sein, ...

... denn de spezielle Lage macht die Bilder nicht nur aus der Luft sichtbar. Bewohner gegenüberliegender Ortschaften konnten die sogenannten Geoglyphen erkennen.

Nicht alle neu entdeckten Formationen seien aus der Luft leicht zu entdecken gewesen, denn viele von den in den Boden gekratzten Linien seien bereits sehr verwittert, berichtet der peruanische Archäologe Luis Jaime Castillo dem Journal "National Geographic".

Einige der neu entdeckten Linien, die nur einige Zentimeter tief sind, sollen aus den frühen Paracas- und Topará-Kulturen stammen, also aus der Zeit zwischen von 500 vor Christus bis 200 nach Christus, mutmaßen die Forscher.

Sie wären damit noch älter als die Formationen, die bisher bekannt waren. Diese wurden 2009 der Nazca-Kultur zugerechnet, die zwischen 200 und 700 nach Christus in der gleichnamigen Region vorherrschte.

Die Entdeckung der neuen Darstellungen, die häufiger Menschen und besonders oft Krieger zeigen, sind ein Hinweis darauf, dass solche Geoglyphen schon Jahrhunderte vor der Nazca-Kultur entstanden.

Die Bilder könnten als Fruchtbarkeitsrituale über Jahrhunderte hinweg entstanden sein. Dafür wurde die obere Gesteinsschicht in mühevoller Arbeit entfernt. Die darunterliegende Schicht ist heller. So entsteht das Bild, das oftmals mehrere hundert Meter groß ist.

Erstmals entdeckt wurden die alten Linienbilder von Passagieren an Bord von Flugzeugen in den 1920er-Jahren, als in dieser Zeit die ersten kommerziellen Flüge die Nazca-Wüste überquerten.

Aus der Luft gut zu erkennen ist aber auch die Zerstörung mancher Bilder durch illegale Straßen, ...

... die von Einheimischen genutzt werden und hier dem Hund die Beine "abtrennen".

Aber auch offizielle Straßen wie dieser Highway beschädigen die uralten Linienbilder, ...

... in deren Umfeld gut erhaltene Mumien und ein breites Spektrum an Siedlungsgegenständen ausgegraben wurden.

Der Schutz der Linienbilder ist schwierig. Zum einen wegen ihrer Anzahl und zum anderen wegen ihrer Größe. Es kommt immer wieder zu Beschädigungen.

Das Ministerium für Kultur in Peru, das für Schutz und Restaurierung zuständig ist, suchte Anfang 2018 mit diesem Bild nach einem Lkw-Fahrer, der trotz Verbotsschildern über die archäologische Stätte fuhr.

Selbst Umweltaktivisten von Greenpeace, die im Dezember 2012 mit ihrem Slogan "Time for Change" Aufmerksamkeit bekommen wollten, beschädigten trotz achtsamen Vorgehens Teile eines Linien-Bildes.

Der Zugang zu den Bildern ist streng verboten. Greenpeace entschuldigte sich einige Tage nach dem Vorfall und wurde zur Verantwortung gezogen.

Selbst Archäologen, Beamte und sogar der Präsident Perus dürften sich nur mit einer Ausnahmegenehmigung und Spezialschuhen den Linien nähern, betonte der Kulturminister 2012 als Reaktion auf die Greenpeace-Aktion.

Für viele Peruaner sind die Linienbilder ihrer Vorfahren heilig - und sollten so auch behandelt werden.

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