Panorama

"Flugzeug in hervorragendem Zustand" Airline: Absturz hatte "äußere" Ursache

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Das ägyptische Militär untersucht den Absturzort.

(Foto: AP)

Noch ist unklar, warum der russische Airbus über Ägypten abstürzte. Die Fluglinie verkündet nun, dass es weder ein Pilotenfehler noch ein technischer Defekt war. Die Ursache sei von außen gekommen, heißt es. Dem widersprechen ägyptische Ermittler.

Die Fluggesellschaft der über Ägypten abgestürzten russischen Passagiermaschine hat einen technischen Defekt oder einen Pilotenfehler als Unglücksursache ausgeschlossen. Für den Absturz am Samstag komme allein eine "äußere" Ursache infrage, sagte der Chef der Fluggesellschaft Metrojet, Alexander Smirnow, in Moskau. "Das Flugzeug war in einem hervorragenden Zustand."

"Die einzige erklärbare Ursache wäre eine mechanische Einwirkung auf das Flugzeug", sagte Smirnow. Details nannte er zunächst aber nicht. Die Piloten hätten "völlig" die Kontrolle über das Flugzeug verloren, dennoch hätten sie kurz vor dem Absturz keinen Funkspruch abgesetzt. "Offenbar war die Mannschaft zum Zeitpunkt der Katastrophe bereits vollständig arbeitsunfähig", meinte er.

Kreml will abwarten

Allerdings meldete Reuters unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass das Flugzeug nicht von außen getroffen wurde. Einer ersten Auswertung des Flugschreibers zufolge setzte der Pilot auch keinen Notruf ab, bevor die Maschine vom Radar verschwand, sagte der Insider. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Kremlsprecher Dmitri Peskow warnte vor verfrühten Schlussfolgerungen. Keine Version sei ausgeschlossen - "vom Terrorakt bis zum Unfall". "Man muss die ersten Untersuchungsergebnisse abwarten", betonte er.

Der Airbus A321 war am Samstagmorgen kurz nach dem Start vom Badeort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Die Maschine habe innerhalb von weniger als einer Minute massiv an Geschwindigkeit verloren und sei stark abgesackt, so Smirnow. Insgesamt kamen 224 Menschen ums Leben.

Leichen nach Russland gebracht

Nach Angaben russischer Ermittler brach die Maschine in der Luft auseinander. Zu dem Absturz hatte sich am Samstag ein ägyptischer Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat bekannt. Russische und ägyptische Behörden hielten dies jedoch für wenig wahrscheinlich. An der Untersuchung der ägyptischen Behörden beteiligen sich auch internationale Experten.

Derweil begann in St. Petersburg die Identifizierung der Opfer. Spezialtransporter brachten erste sterbliche Überreste vom Flughafen der nordrussischen Stadt zu einem gerichtsmedizinischen Labor, wie örtliche Medien berichteten. Dort soll Vizegouverneur Igor Albin zusammen mit Forensikern die Arbeit koordinieren.

Die Überreste werden mit Hilfe von DNA-Proben von Angehörigen identifiziert und dann den Hinterbliebenen übergeben. Am frühen Morgen war in St. Petersburg ein erstes Flugzeug des russischen Katastrophenschutzministeriums gelandet. Die aus Kairo kommende Iljuschin Il-76 hatte die sterblichen Überreste von 144 Insassen an Bord.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa