Panorama

Rettung in den Alpen Arzt erreicht Höhlenforscher

Erfolg bei der Rettungsaktion: Der Arzt erreicht den verunglückten Höhlenforscher in den Berchtesgadener Alpen. Nun ist die Frage, ob der schwer verletzte Wissenschaftler transportfähig ist.

Mehrere Tage nach dem Unglück in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden ist ein Arzt bei dem schwer verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser angekommen. "Der österreichische Arzt und die Italiener haben den Patienten erreicht", hieß es in einer Textnachricht, die die Helfer vom Unglücksort in 1000 Metern Tiefe an die Rettungskräfte draußen absetzten. Der Arzt muss nach der medizinischen Versorgung entscheiden, ob Westhauser transportfähig ist, und wie er nach oben gebracht werden soll.

Westhauser hatte bei einem Steinschlag am frühen Sonntagmorgen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. "Es ist so, dass so ein Patient seit mehr als drei Tagen auf der Intensivstation liegen würde", sagte der Frankfurter Neurochirurg Michael Petermeyer in Berchtesgaden.

Zustand ist stabil

Westhauser habe aber wahrscheinlich das Schlimmste überstanden. "Die Schwelle der maximalen Gefährdung ist überschritten, aber er ist noch nicht über den Berg", sagte Petermeyer. "Was jetzt mehr oder minder schicksalhaft und nicht vorhersehbar ist, sind Blutungen."

Sein Zustand ist stabil. Der Höhlenforscher soll ansprechbar sein und mit Hilfe stehen können. Inzwischen haben andere Helfer die Route zum Unglücksort gesichert. Die Höhle sei extrem schwierig, sagte der Bergwachtler Schneider. "Für mich ist das die absolute Ausnahme, wenn da einer runterkommt."

Westhauser, der zu den extremsten Höhlenforschern Deutschlands zählt, hatte die Höhle mitentdeckt und erforscht sie mit seinen Kollegen seit Jahren. Für den Aufstieg wäre es hilfreich, wenn Westhauser mithelfen könnte - etwa an Engstellen. Der Höhlenretter und Einsatzleiter Nils Bräunig ist zuversichtlich, den Verletzten mit einer Trage auch an engen Stellen vorbei zu bringen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa