Panorama

Delta-Variante auf dem Vormarsch Ärztekammer warnt vor riskanten Reisezielen

Endlich wieder verreisen - nach mehreren Lockdowns freuen sich viele Menschen in diesem Jahr ganz besonders auf ihren Urlaub. Allerdings ist die Corona-Pandemie noch nicht vorbei, in vielen Ländern verbreitet sich eine Mutante weiterhin schnell. Ärztepräsident Reinhardt mahnt zur Vorsicht.

Die Bundesärztekammer hat vor Urlaubsreisen in Gebiete gewarnt, in denen die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus grassiert. "Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wenn Vorsicht und Verantwortung gewahrt seien, spreche dagegen nichts gegen Urlaubsreisen.

Für viele Menschen sei der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht. "Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort" mahnte Reinhardt. Die Delta-Variante grassiert unter anderem in Indien und Großbritannien.

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Hier geht es vom Flughafen in Hamburg in den Urlaub.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hinweise dazu, welche Länder als Virusvarianten-, Hochinzidenz- oder Risikogebiete gelten, gibt es beim Robert-Koch-Institut. Zudem finden sich beim Auswärtigen Amt zu den einzelnen Ländern Reise- und Sicherheitshinweise. Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern schnell. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten.

Delta-Mutante dominiert in Großbritannien

In Großbritannien ist die Delta-Variante bereits die dominierende Variante. Dort waren im April erste Fälle dieser Variante nachgewiesen worden. Anfang Mai machte Delta bereits rund ein Viertel der Fälle aus, Anfang Juni gab es fast nur noch Delta-Fälle.

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung "Público" und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut INSA.

Reinhardt schloss sich den Prognosen der meisten Experten an, dass die Delta-Variante sich mittelfristig auch hierzulande gegen die Alpha-Mutante durchsetzen wird. Man könne davon ausgehen, dass die Inzidenz zum Ende des Sommers saisonbedingt wieder ansteigen werde. Ob es zu einer vierten Welle komme, hänge wesentlich vom Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland ab. Es sei zudem zu erwarten, dass die Zahl der schweren Verläufe auch bei einem Wiederanstieg der Infektionszahlen geringer ausfallen werde, weil insbesondere die vulnerablen Gruppen durch Impfungen besser geschützt seien.

Allein schon mit Blick auf einen geregelten Schulbetrieb nach den Sommerferien müssten die Menschen jedoch "alles dafür tun, einen starken Wiederanstieg der Infektionszahlen, wie derzeit in Großbritannien, zu verhindern", sagte Reinhardt. Alle Erwachsenen sollten deswegen die Impfangebote wahrnehmen und auch fristgerecht die notwendigen Zweitimpfungen vornehmen lassen.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa

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