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RKI erklärt Corona-Ausbrüche Hier kommt es zu den meisten Ansteckungen

Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland ist für die Behörden angesichts massiv steigender Fallzahlen teilweise nur noch schwer nachvollziehbar. Bei den Betroffenen, wo die Ansteckungsquelle bekannt ist, lässt sich in jüngster Zeit allerdings ein Muster erkennen.

Die drastisch steigenden Infektionszahlen hängen nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) vorwiegend mit Ansteckungen in einem Bereich zusammen: "Ein Großteil der Menschen steckt sich im privaten Umfeld an", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Das Virus verbreitet sich naturgemäß immer dort, wo Menschen zusammenkommen - und zwar vor allen Dingen dort, wo sie gerne und intensiv zusammenkommen." Das beziehe sich etwa auf größere Treffen im Freundes- und Familienkreis wie Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern.

In einer Auswertung der Angaben aus den Gesundheitsämtern schlüsselt das RKI die Verteilung der Ausbrüche auf verschiedene Orte auf, wo sich mehr als fünf Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Zu beachten sei dabei, dass nur etwa ein Viertel der insgesamt gemeldeten Covid-19-Fälle einem konkreten Ausbruchsherd zugeordnet werden kann, heißt es dazu im Situationsbericht des RKI. Demnach entfallen von allen gemeldeten Fällen von Ausbrüchen rund 35 Prozent auf kleinere Geschehnisse mit einer Größe von zwei bis vier Fällen pro Ausbruch.

Zu Beginn der Pandemie in Deutschland - Zeitraum 23. März bis 3. April - wurden bei vielen Betroffenen als wahrscheinliches Infektionsumfeld Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser und Flüchtlingsheime ermittelt. Demgegenüber wurde im Juni häufig der Arbeitsplatz als wahrscheinliche Infektionsquelle angegeben. Nach Angaben von Wieler hängt das etwa mit den damaligen, massiven Ausbrüchen in der fleischverarbeitenden Industrie zusammen.

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Seit dem Sommer änderte sich das Infektionsgeschehen: Seit der 33. Kalenderwoche (10. bis 16. August) stellt demnach die Anzahl der Ausbrüche in privaten Haushalten, neben dem Arbeitsplatz und Freizeitaktivitäten, den größten Anteil dar. Zuletzt stieg den Angaben zufolge allerdings auch wieder die Anzahl von Fällen in Alten- und Pflegeheimen an.

Verkehrsmittel spielen "keine so große Rolle"

Das RKI stellt allerdings klar: "Insgesamt sind die Angaben zum Infektionsumfeld von Ausbrüchen mit Zurückhaltung zu interpretieren." Denn eine eindeutige Zuordnung sei nicht immer möglich. Trotz der Vielzahl der Auswahlmöglichkeiten würden nicht alle Infektionsumfelder abgedeckt, in denen es zu Ausbrüchen komme.

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Einerseits stoßen die Gesundheitsämter bei der Ermittlung der Infektionskette mancherorts an ihre Kapazitätsgrenzen. Andererseits könnten bei einigen Fällen auch mehrere Situationen eine Rolle gespielt haben, sodass eine Abgrenzung der genauen Ansteckungsquelle nicht möglich sei. So ließen sich in einigen Umfeldern, wie öffentlichen Verkehrsmitteln, Ausbrüche nur schwer ermitteln, weil oftmals die Identität eines Kontaktes im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar ist.

Trotzdem geht Wieler generell davon aus, dass Ausbrüche in Verkehrsmitteln "keine so große Rolle" spielen, wie er auf der Pressekonferenz betonte. Er betonte ebenfalls, dass Ausbrüche nach Übernachtungen, zum Beispiel in Hotels, nur sehr selten vorkämen. Auch Ansteckungen in Schulen sind bislang nicht sehr häufig und wesentlich seltener als das von Influenza-Ausbrüchen bekannt ist, sagt Wieler. Klar sei aber auch: "Je stärker die Fallzahlen in Deutschland steigen, desto häufiger werden auch Schulen betroffen sein."

Quelle: ntv.de, fzö