Panorama

14-Jähriger in Newark gestrandet Eurowings lässt Jugendlichen stehen

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Nach der Annullierung eines Eurowings-Fluges zeigt die Lufthansa-Tochter wenig Interesse an einem in Newark gestrandeten Minderjährigen.

(Foto: dpa)

Ein Austauschschüler soll von Newark in den USA nach Düsseldorf fliegen. Am Flughafen erfährt er von der Annullierung seines Fluges. Die Billigflugtochter der Lufthansa zeigt wenig Interesse am Schicksal des Minderjährigen. 32 Stunden bleibt der 14-Jährige sich selbst überlassen.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat offenbar einen 14-jährigen Deutschen in den USA am Flughafen Newark 32 Stunden lang sich selbst überlassen, nachdem sein Flug annulliert worden war. Darüber berichtet die "Rheinische Post" (RP).

Demnach befand sich der Jugendliche auf dem Rückweg von einem Schüleraustausch. Er war von seinen Gasteltern zum Flughafen gebracht worden, dort erfuhr er von der Annullierung seines Fluges. Normalerweise können Passagiere dann auch auf Flüge anderer Linien der Lufthansa-Gruppe umgebucht werden. Doch in diesem Fall war dies nicht möglich, denn das Ticket war mit Bonusmeilen bezahlt worden. Wie Eurowings nun erklärte, könne in so einem Fall aus technischen Gründen nur auf Eurowings-Flüge umgebucht werden. Dennoch sei aus Kulanz eine Umbuchung geprüft worden, die jedoch mangels freier Plätze scheiterte.

Der nächste Eurowings-Flug nach Düsseldorf ging laut "RP" erst am nächsten Tag, sodass der Schüler kurzfristig eine Unterkunft benötigte. In den USA ist es für einen allein reisenden Minderjährigen nahezu unmöglich ein Zimmer zu buchen. Also buchte der Vater des 14-Jährigen von Deutschland aus ein Zimmer in einem nahegelegenen Hotel auf den Namen der Gasteltern. Diese setzten den Jugendlichen am Hotel ab. Das kostete ihn nicht nur 225 Euro, sondern auch viel Aufwand. Bei Eurowings heißt es dazu: Diesen Aufwand hätte man ihm gerne abgenommen. Hätte sich der Jugendliche am Schalter gemeldet, hätte man ihm auch ein Hotelzimmer organisiert. Das war für den Vater jedoch keine Option, da er sicherstellen wollte, dass sein Sohn in Flughafennähe untergebracht wird, um nicht alleine durch die Stadt reisen zu müssen.

Umbuchung kostet den Vater 1600 Euro

Doch damit nicht genug, der Ärger setzte sich am nächsten Tag fort: Der nächste Flug von Newark nach Düsseldorf wurde in der App des Vaters abwechselnd als verspätet beziehungsweise annulliert angezeigt, wie die Zeitung berichtet. Versuche, über die Unternehmenshotline eine Umbuchung zu erreichen, scheiterten erneut. Ein Unternehmenssprecher erklärt diesbezüglich, man habe später versucht, den Vater noch einmal zurückzurufen, um eine alternative Lösung zu finden. Das streitet der Vater jedoch ab. "Es hat keinen Rückruf gegeben." Aus Sorge vor einem erneuten Flugausfall buchte er schließlich auf eigene Faust einen neuen Flug für seinen Sohn mit Lufthansa nach Frankfurt. Die Kosten: rund 1600 Euro.

Der Vater ärgert sich aber nicht nur über diese Mehrausgaben. "Mir geht es darum, wie Eurowings mit dem Fall umgegangen ist", sagte er der Zeitung. Nicht zuletzt weil sein Sohn in Newark auf sich allein gestellt war. Bei Eurowings heißt es, man bedauere den Fall und möchte sich bei der Familie entschuldigen. Zudem wolle man zum einen die Umbuchung von Meilenflügen, zum anderen eine bessere Betreuung von allein reisenden Minderjährigen überprüfen. Die entstandenen Unkosten soll der Vater erstattet bekommen. Ob das auch den von ihm in Eigenregie neu gebuchten Flug einschließt, werde dagegen noch überprüft. Der Vater erklärte n-tv.de, dass sich Eurowings bislang nicht bei der Familie gemeldet habe.

Quelle: n-tv.de, kpi