Panorama

Covax stark betroffen Indien kürzt Impfstoff-Export

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Das Serum Institute of India ist der größte Impfstoffhersteller der Welt.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Indien steuert auf eine neue Corona-Welle zu. Das Land, das auch als Apotheke der Welt bekannt ist, schränkt nun den Export von Impfstoffen ein. Für das Impfprogramm der Vereinten Nationen könnte das verehrende Folgen haben - fast 90 Prozent der geplanten Lieferung würden sich dadurch verzögern.

Bei der weltweiten Auslieferung der Corona-Impfstoffe kommt es wegen Exportbeschränkungen in Indien zu deutlichen Verzögerungen. Das solidarische Impfprogramm Covax der Vereinten Nationen rechnet damit, dass für März und April geplante Lieferungen nicht wie erwartet ankommen werden, wie eine Sprecherin der Impfinitiative Gavi sagte. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC zeigte sich besorgt, dass dies den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika stark beeinträchtigen könnte.

Indien ist einer der Hauptlieferanten für Covax. Das Land ist generell als Apotheke der Welt bekannt und stellt mehr als die Hälfte aller Impfstoffe weltweit her. Covax wollte von Anfang März bis Mai insgesamt 237 Millionen Impfdosen ausliefern - mehr als 100 Millionen davon solche, die vom Serum-Institut in Indien hergestellt werden. Nun würde die Lieferung von bis zu 90 Millionen Dosen, die Covax im März und April erhalten sollte, verzögert, teilte Covax mit. 28 Millionen seien bislang eingetroffen. Zusätzlich hat Covax gut die Hälfte der 1,2 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer ausgeliefert. Insgesamt seien erste Lieferungen in mehr als 50 Länder gegangen.

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Gavi-Vertreter verhandelten mit Indien über eine möglichst schnelle Lieferung der vertraglich zugesagten Dosen. Das Serum-Institut wurde finanziell unterstützt, um die Impfstoffherstellung auszuweiten, betonte die Impfinitiative. Auch anderswo hergestellte Astrazenaca-Impfdosen können statt im März erst im April ausgeliefert werden, teilte Gavi mit.

Hintergrund ist, dass Indien selbst Anspruch auf die Produktion des Impfstoffs erhebt. "Verzögerungen bei der Erteilung von Exportlizenzen für Impfdosen, die vom Serum-Institut hergestellt werden, beruhen auf der erhöhten Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff in Indien", teilte Gavi mit.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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