Panorama

Kran der Baufirma Bin Laden Mekka hält an der Pilgerfahrt fest

2015-09-12T132305Z_123082096_GF10000203044_RTRMADP_3_SAUDI-HAJ.JPG3653995336065514313.jpg

Der "Wille Gottes": Am Tag nach dem Unfall ist der Unglücksort Tag ein beliebtes Fotomotiv.

(Foto: REUTERS)

Der umgestürzte Kran, der in Mekka 107 Menschen das Leben kostete, sei korrekt aufgestellt gewesen, beteuert ein Ingenieur der Baufirma Bin Laden. Das verhängnisvolle Unglück sei vielmehr der "Wille Gottes" gewesen.

Trotz des tragischen Kranunglücks in Mekka mit 107 Toten soll die weltweit größte Pilgerfahrt Hadsch dort wie geplant stattfinden. Der saudi-arabische König Salman sicherte eine Untersuchung der Unglücksursache zu. Ein Baukran war am Freitag bei Sturm und starken Regenfällen auf die Große Moschee von Mekka gestürzt. Dabei wurden auch rund 200 Gläubige verletzt.

2015-09-13T051844Z_977323869_GF10000203927_RTRMADP_3_SAUDI-HAJ.JPG4830921709674027767.jpg

König Salman am Krankenbett einer verletzten Frau.

(Foto: REUTERS)

In dem Pilgerort haben sich vor dem in wenigen Tagen beginnenden Hadsch, der weltweit größten muslimischen Pilgerfahrt, bereits hunderttausende Gläubige versammelt. Unter den Todesopfern waren Inder und Indonesier. Die Verletzten kamen unter anderem aus dem Iran, der Türkei und Afghanistan. König Salman besuchte Überlebende im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur SPA meldete. Er hob demnach hervor: "Wir werden die Ursachen untersuchen und dann die Ergebnisse den Bürgern mitteilen."

Baufirma gehört Familie Bin Laden

Eine Untersuchungskommission hat bereits die Ermittlungen aufgenommen. Ein Ingenieur der Baugruppe Bin Laden, die das Bauprojekt in Mekka ausführt und der Familie des 2011 getöteten Chefs des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama Bin Laden, gehört, wies den Vorwurf technischer Mängel zurück.

*Datenschutz

Der Kran sei "professionell" aufgebaut gewesen. Das Unglück sei der "Wille Gottes" gewesen. Von anderer Seite gab es allerdings auch den Vorwurf der Fahrlässigkeit gegen die zuständigen Bauaufsichtsbehörden.

Augenzeugen des Unglücks beschrieben chaotische Szenen in der Großen Moschee, die zum Unglückszeitpunkt wegen des Freitagsgebets besonders gut besucht war. "Plötzlich bedeckten Wolken den Himmel und der Wind fing an zu stürmen. Dann habe ich das Donnern gehört und einen großen Krach: Es war das Getöse des Baukrans, der umstürzte", berichtete der Pilger Mohamed aus Marokko.

Brücke fing Kran ab

Der Augenzeuge Abdel Asis Nakur sagte, das Unglück hätte noch viel schlimmer ausgehen können: Eine Brücke in dem Gebäudekomplex habe den Aufprall abgemildert, sonst wären sehr viel mehr Menschen ums Leben gekommen.

Es war das schwerste Unglück in Mekka seit Jahren, doch dies werde "auf keinen Fall den Hadsch in Mitleidenschaft ziehen", hob ein saudiarabischer Behördenvertreter hervor. Die Schäden würden wahrscheinlich in einigen Tagen repariert sein. Zum Gebet am Samstag versammelten sich bereits wieder viele Menschen in der Großen Moschee. Ein Teil der heiligen Stätte, in dem noch Trümmer des rot-weißen Krans lagen, war noch nicht zugänglich.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, jaz/AFP

Mehr zum Thema