Panorama

Silvesterpartys in Großstädten Polizei meldet vereinzelte sexuelle Übergriffe

e284f3f54bf2869e907348111c299649.jpg

In Berlin hatte die Polizei die Silvesterparty mit einem Großaufgebot im Blick.

(Foto: dpa)

Seit der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren stehen sexuelle Übergriffe zum Jahreswechsel besonders im Fokus - auch in diesem Jahr. Die Polizei zählt bisher nur vereinzelte Fälle. Allerdings heißt es auch, dass es für eine Bilanz noch zu früh sei.

In der Silvesternacht hat es in deutschen Großstädten nach Polizeiangaben vereinzelt sexuelle Übergriffe auf Frauen gegeben. Bei der großen Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin gab es nach Polizeiangaben insgesamt zehn Fälle sexueller Belästigung. Sieben Personen seien in Gewahrsam genommen worden.

Laut Veranstalter feierten dort mehrere Hunderttausend Menschen ins neue Jahr. Erstmals gab es auf der Festmeile einen kleinen Rückzugsbereich für sexuell belästigte Frauen. In dieser "Safety Area" standen für Krisen geschulte Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bereit.

Ein Polizeisprecher in Köln sagte, neun Frauen hätten angegeben, unsittlich angefasst worden zu sein. Drei Tatverdächtige seien identifiziert worden. Szenen wie in der berüchtigten Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren habe es nicht gegeben. So sei es nirgends zu Zusammenrottungen von mehreren hundert Menschen gekommen. Insgesamt sei die Einsatzlage in etwa vergleichbar mit der an einem normalen Wochenendtag. "Es waren unfassbar viele Menschen in der Stadt", sagte der Sprecher.

In der Silvesternacht 2015/16 waren in Köln zahlreiche Frauen von Männergruppen sexuell bedrängt und bestohlen worden. Unter den Beschuldigten waren viele Nordafrikaner und Flüchtlinge.

In Hamburg war die Polizei auch in diesem Jahr mit Absperrgittern, zusätzlicher Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung vertreten. In der Silvesternacht waren laut Polizei verhältnismäßig wenige Frauen und viele Männer mit augenscheinlichem Migrationshintergrund auf der Reeperbahn unterwegs.

Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe bewege sich in einem "sehr geringen Maß", sagte ein Polizeisprecher. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. In München sei "gar nichts" Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings sei es für eine seriöse Bilanz auch noch viel zu früh, schob er nach. "Die Erfahrung zeigt, dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird."

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

Mehr zum Thema