Panorama

Kleineres Risiko als Astrazeneca STIKO empfiehlt J&J-Vakzin uneingeschränkt

Nach seltenen Fällen von Hirnthrombosen setzen die US-Behörden die Verimpfung des Vakzins von Johnson & Johnson aus. Das Unternehmen stoppt daraufhin die geplante Auslieferung in Europa. Die STIKO sieht jedoch kein erhöhtes Risiko durch den Impfstoff. Im Mai sollen erste Praxen beliefert werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts hat grünes Licht für den Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson in Deutschland gegeben. Das Gremium habe sich am Donnerstag zum ersten Mal mit dem Impfstoff befasst und keine Einschränkung in Bezug auf die Empfehlung veranlasst, erklärte der Präsident Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek. Die Melderaten zu ungewöhnlichen Thrombosen seien bei Johnson & Johnson noch geringer als beim Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca.

Zu Monatsbeginn hatten die Gesundheitsbehörden in den USA die J&J-Vakzine gestoppt, nachdem acht Fälle von seltenen Hirnsinusvenen-Thrombosen bei Geimpften aufgetaucht waren. Cichutek betonte, dies sei bei sieben Millionen Impfungen aufgetreten, womit die Meldehäufigkeit etwa bei 1:1.000.000 liege. Der neue Impfstoff sei "über 80 Prozent wirksam", betonte der PEI-Präsident. "Er ist sicher und wirksam, insbesondere auch bei älteren Personen über 60 Jahre." Die üblichen Impfreaktionen würden nach drei Tagen abklingen und seien bei älteren Personen eher schwächer.

Mehr zum Thema

Bei Johnson&Johnson ist nur eine einzige Dosis zur vollständigen Wirkung nötig. Er ist nach den Impfstoffen von Biontech und Pfizer, Moderna und Astrazeneca bereits der vierte in der EU zugelassene Impfstoff. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte dem J&J-Impfstoff am Dienstag nach einer Überprüfung wegen der Thrombosefälle grünes Licht gegeben. Ihrer Ansicht nach überwiegen die Vorteile die Risiken, auch wenn es eine mögliche Verbindung zwischen der Impfung und sehr seltenen Fällen von ungewöhnlichen Blutgerinnseln gibt.

Das Bundesgesundheitsministerium will das Mittel nach der Entscheidung der EMA "zeitnah" an die Länder ausliefern, ab übernächster Woche auch an die Praxen.

Quelle: ntv.de, jug/DJ/rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.