Panorama

"Eurorally" mit bis zu 250 km/h Über 100 Raser liefern sich Rennen auf A20

Kurz vor Rostock stoppt die Polizei ein mutmaßlich illegales Autorennen, das durch halb Europa gehen sollte - über 40 Wagen werden beschlagnahmt. Auch in Nordrhein-Westfalen können Beamte mehrere Nachtraser stoppen.

Mehr als 100 Sportwagen, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde über die A20 rasten, sind ins Visier der Polizei geraten. Wie eine Polizeisprecherin berichtete, wurden bei der Raststätte Fuchsberg östlich von Wismar 107 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten gehen jetzt dem Verdacht eines illegalen Autorennens nach. Meldungen über Unfälle lagen zunächst nicht vor.

Die Polizei ging davon aus, dass zuvor noch mehr Autos unterwegs waren. Die A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist zu großen Teilen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung befahrbar. Die Polizei sei von besorgten anderen Autofahrern verständigt worden, sagte die Sprecherin. Die meisten der teuren Luxusautos hätten norwegische Kennzeichen gehabt, berichtete ein Reporter der Deutschen Presseagentur. Sie trugen zudem die Aufschrift "Eurorally". Im Internet wird beschrieben, dass die Strecke von Oslo über Kiel und Stettin nach Prag führen sollte.

Falls diese Angaben zutreffen, sollte die Fahrt am Donnerstag um 9.15 Uhr in Kiel beginnen und nach 4,5 Stunden im mehr als 400 Kilometer entfernten polnischen Stettin enden. Die Autofahrer an der Raststätte hätten sich zumeist entspannt, freundlich und zurückhaltend gezeigt, berichtete der Reporter. Im Internet wird die "Eurorally" als ein Ereignis für Auto-Enthusiasten bezeichnet. Die Teilnehmer zahlen für den Trip bis zu 799 Euro. Bei der "Eurorally" handelte es sich laut Polizei möglicherweise um ein illegales Autorennen.

Dementsprechend werde wegen des Vorwurfs eines verbotenen Autorennens und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Es gelte nun zunächst sicherzustellen, dass kein weiteres Rennen mehr gefahren wird, sagte die Polizeisprecherin. Es werde geprüft, ob die Autos sichergestellt werden können. "Die Weiterfahrt wird definitiv unterbunden." Entlang der Autobahn waren mobile und stationäre Kontrollstellen eingerichtet worden, zwei Hubschrauber unterstützten die Aktion. Es war auch Bundespolizei im Einsatz.

Rennen auch in Krefeld und Duisburg

Zuvor sind in Duisburg und Krefeld ebenfalls zwei mutmaßliche illegale Autorennen gestoppt worden. Verletzte habe es in beiden Fällen nur mit viel Glück nicht gegeben, teilte die Polizei mit. In Duisburg seien zwei junge Männer in der Nacht zum Mittwoch mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch die Stadt gerast und hätten immer wieder auf die Gegenfahrbahn gesteuert. Weil es in der Nacht sonst kaum Verkehr gab, sei das Rennen glimpflich ausgegangen. Schließlich konnte eine Streifenwagenbesatzung die beiden 22-Jährigen stoppen und ihnen die Führerscheine abnehmen.

In Krefeld fielen den Beamten fast zeitgleich zwei Männer auf, die mit laut aufheulenden Motoren nebeneinander an einer Ampel standen und plötzlich losrasten. Mit hoher Geschwindigkeit seien sie durch die Stadt gefahren, hätten dann aber an einer roten Ampel angehalten. Einen 18-Jährigen konnte die Polizei dort stoppen. Sein 20 Jahre alter mutmaßlicher Kontrahent flüchtete zunächst, wurde aber wenig später von einem anderen Einsatzwagen gestoppt. Gegen die vier Männer seien Strafverfahren eingeleitet worden.

Zuletzt war in Moers am Niederrhein eine unbeteiligte 43-jährige Frau durch ein mutmaßliches illegales Autorennen am Ostermontag ums Leben gekommen. Der 21-Jährige, der den Unfallwagen gesteuert haben soll, hat sich der Polizei gestellt. Er steht unter Mordverdacht.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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