Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 01:09 Von der Leyen: Putin kann den Krieg nicht mehr gewinnen +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist überzeugt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "diesen Krieg schon nicht mehr gewinnen" kann. In der ARD sagt sie zudem, Russland müsse eine "strategische Niederlage" erleiden.

+++ 00:53 Selenskyjs Appell an Belarus: Lasst Euch nicht in Krieg hineinziehen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Menschen im Nachbarland Belarus aufgerufen, sich nicht in den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. "Der Kreml hat bereits alles für Sie entschieden", sagte er mit Blick auf Moskau in seiner abendlichen Videoansprache. "Aber Ihr seid keine Sklaven und Kanonenfutter. Ihr dürft nicht sterben." Die Menschen sollten nicht andere für Belarus entscheiden lassen. Am Samstag hatte sich der belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kremlchef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Nach jüngsten Angaben aus Kiew griffen russische Truppen die Ukraine zuletzt auch von Belarus aus an.

+++ 22:48 Von der Leyen will G20-Gipfel mit Putin +++
Es werde kein "Business as usual" mit Russlands Präsident Wladimir Putin geben, sollte er am G20-Gipfel im Herbst dieses Jahres teilnehmen, erklärt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem ZDF am Rande des G7 Gipfels in Elmau. "Es ist wichtig, ihm ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten, und was wir von dieser Art des Handelns halten." Doch G20 sei ein zu wichtiges Gremium, auch für die Entwicklungsländer, um es sich von Putin "kaputt machen" zu lassen. "Ich glaube, es ist besser, ihm zu sagen, wenn er denn kommt, ihm ins Gesicht zu sagen, was wir davon halten. Und dann soll er mal Position auch beziehen."

+++ 21:57 Kanada schickt Kriegsschiffe an NATO-Ostflanke +++
Zwei Kriegsschiffe sind auf dem Weg in die Ostsee und den Nordatlantik. Die "HMCS Kingston" und die "HMCS Summerside" schließen sich nach Angaben der kanadischen Marine zwei Fregatten an, die sich bereits zur Stärkung der Ostflanke der NATO in der Region befinden. Der viermonatige Einsatz sei Teil der "Abschreckungsmaßnahmen in Mittel- und Osteuropa", die 2014 nach der russischen Annexion der Krim eingeleitet wurden. Die kanadischen Schiffe wurden den Angaben zufolge in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt, um alle Einsätze zu der NATO "schnell und effektiv" unterstützen zu können. Sie sollen demnach bis Oktober unter anderem an Übungen zur Minenräumung teilnehmen.

+++ 21:15 Ukraine wirft Russland Blockade von Lyssytschansk vor +++
Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilt der ukrainische Generalstab mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 20:22 Russland: Ukraine greift Bohrinsel im Schwarzen Meer an +++
Ukrainische Streitkräfte haben einem Medienbericht zufolge erneut eine Gasförderplattform im Schwarzen Meer beschossen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Vertreter vor Ort. Es sei der zweite Angriff innerhalb einer Woche gewesen. Die Plattform wird von dem Unternehmen Tschernomorneftegas betrieben. Die ursprünglich ukrainische Anlage war 2014 im Zuge der Annexion der Krim von Russland besetzt worden.

+++ 19:52 G7 unterstützen Ukraine "solange es nötig ist" +++
Die Staats- und Regierungschefs der G7 werden sich verpflichten, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff auf unbestimmte Zeit zu unterstützen. Das geht aus einem Erklärungsentwurf hervor, der dem US-Nachrichtenportal Bloomberg vorliegt. "Wir werden weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung leisten und der Ukraine zur Seite stehen, solange es nötig ist", heißt es demnach darin.

+++ 19:37 Selenskyj nimmt an G7-Gipfel teil ++
Am Montag setzen die G7-Staats- und Regierungschefs ihren Gipfel fort (10.00 Uhr). Den Auftakt am zweiten von drei Gipfeltagen auf Schloss Elmau macht eine Sitzung zum Ukraine-Krieg. An ihr nimmt auch der per Video zugeschaltete ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Bereits heute hatte eine Bewertung der Wirksamkeit der Sanktionen der G7-Staaten gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs auf der Tagesordnung gestanden.

+++ 18:59 NATO-Gipfel sorgt schon im Vorfeld für Proteste +++
Zwei Tage vor Beginn des NATO-Gipfels in Madrid gehen in der spanischen Hauptstadt Tausende Menschen gegen das Treffen der Militärallianz auf die Straße. Begleitet von zahlreichen Polizisten ziehen die Demonstranten durch die Innenstadt und rufen in Sprechchören "Nein zum Krieg, nein zur NATO". Auf Plakaten steht "Frieden schaffen, nicht Krieg" oder "Genug Militärausgaben, gebt das Geld Schulen und Krankenhäusern". An der Demonstration sind nach Angaben der Behörden in Madrid 2200 Menschen beteiligt. Die Organisatoren machen zunächst keine Angaben zur Teilnehmerzahl.

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Am Dienstagabend beginnt der NATO-Gipfel. Das sorgt für Unmut bei einigen Demonstranten.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 17:50 Johnson hätte deutsche Ukraine-Hilfe "nie erwartet" +++
Der britische Premierminister Boris Johnson lobt die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine und verteidigt sie gegen Kritik. Deutschland wie auch Frankreich hätten beide "erstaunlich viel getan, wenn man bedenkt, wo sie vor Beginn des Konflikts standen", sagt Johnson in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN am Rande des G7-Gipfels. Mit Blick auf Kritik aus der Ukraine, Deutschland tue zu wenig, sagt Johnson, man müsse objektiv betrachten, wie weit Bundeskanzler Olaf Scholz das Land gebracht habe hin zu deutlich größeren Verteidigungsausgaben. "Niemals in meinem Leben hätte ich erwartet, dass Deutschland einen direkten militärischen Beitrag zur Unterstützung eines anderen europäischen Landes leisten würde, so wie es jetzt der Fall ist."

+++ 17:26 Ägypten in Weizen-Not: Indien muss Lieferung drosseln +++
Ägypten will im Bemühen um seine Brotversorgung auch Weizen aus Indien beziehen und zudem die Ausbeute beim Mahlen erhöhen. Die nun zugesagte Lieferung aus Indien falle aber mit 180.000 Tonnen deutlich geringer aus als die im Mai vereinbarte Menge von 500.000 Tonnen, sagt Versorgungsminister Ali Mosselhi. Indien hat wegen geringer Ernte die Exporte beschränkt. Bisher sind Russland und die Ukraine die Hauplieferanten Ägypten. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine kämpft Ägypten, einer der größten Weizenimporteure weltweit, mit Bezugsschwierigkeiten und steigenden Preisen.

+++ 17:00 Separatisten melden Evakuierung von Zivilisten aus Chemiefabrik Azot +++
Prorussische Separatisten haben nach eigener Darstellung 250 weitere Menschen aus den Luftschutzkellern der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine evakuiert. Die Stadt war zuvor von russischen Truppen eingenommen worden. Unter den Evakuierten seien kleine Kinder, sagt der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik. Bereits am Samstag seien 200 Zivilisten aus dem Werk geholt worden, schreibt er im Nachrichtenkanal Telegram. Unklar ist aber, wohin sie gebracht wurden. Am Samstag war noch eine weitaus höhere Zahl der Evakuierten genannt worden. Das lässt sich nicht überprüfen. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebiets Luhansk hatte die Zahl der Zivilisten in den Schutzkellern des Chemiewerks vor dem Abzug der ukrainischen Truppen mit 568 angegeben.

+++ 16:40 Frankreichs Energieriesen sind nervös +++
Die drei großen französischen Energie-Konzerne TotalEnergies, EDF und Engie rufen die Französinnen und Franzosen vor dem Hintergrund der reduzierten Gas- und Öllieferungen aus Russland zum Energiesparen auf. Der Verbrauch von Kraftstoffen, Öl, Strom und Gas müsse wegen der drohenden Knappheit und des Preisanstiegs "sofort" reduziert werden, erklären die Chefs der drei Energie-Unternehmen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Andernfalls könnte im nächsten Winter der "soziale Zusammenhalt" gefährdet sein. Frankreich versucht derzeit wie alle anderen europäischen Länder vor dem Hintergrund der eingeschränkten russischen Energielieferungen und möglicher Engpässe seine Gasreserven für den Winter zu füllen.

+++ 16:05 G7-Staatschefs machen sich über Putin lustig +++
Die Staats- und Regierungschefs beim G7-Gipfel reißen beim Auftakt ihrer Beratungen Witze über den gern einmal mit nacktem Oberkörper posierenden russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dabei geht es bei der ersten Arbeitssitzung eigentlich zunächst nur um die Frage, ob die Teilnehmer bei sommerlichen Temperaturen ihre Jacketts ausziehen sollten. "Jacken an? Jacken aus?", fragt der britische Premierminister Boris Johnson, während noch Fotografen im Raum sind. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau schlägt dann vor, bis zum offiziellen Foto der Runde zu warten. Doch Johnson insistiert: "Wir müssen zeigen, dass wir stärker als Putin sind." Trudeau hakt da ein und witzelt, die Runde solle sich wie Putin 2009 beim "Reiten mit nacktem Oberkörper" ablichten lassen. Ohne offenbar auf die Bekleidungsfrage einzugehen, sagt darauf EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die eine leidenschaftliche Reiterin ist: "Reiten ist das Beste." Johnson lässt aber nicht locker und fordert: "Wir müssen ihnen unsere Bauchmuskeln zeigen."

+++ 15:50 Ukraine meldet einen Toten und Verletzte nach Attacke auf Tscherkassy +++
Nach den russischen Raketenangriffen auf die zentralukrainische Region Tscherkassy geben die Behörden nun Einzelheiten bekannt. Infolge des Einschlags zweier Raketen seien nahe der Gebietshauptstadt ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden, teilt der Gouverneur des Gebiets Tscherkassy, Ihor Taburez, mit. In sozialen Netzwerken kursierten zudem Videos von einer offenbar beschädigten Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro. Die ukrainische Eisenbahn kündigte die vorübergehende Einstellung von Regionalbahnen bei Tscherkassy an.

+++ 15:28 Wird G20-Gipfel wegen Putin "gekillt"? +++
Muss die EU den nächsten G20-Gipfel boykottieren, wenn Russlands Präsident Wladimir Putin daran teilnimmt? Auf diese Frage gibt es nach Einschätzung von EU-Ratspräsident Charles Michel keine einfache Antwort. "Die erste Reaktion von uns allen ist der Gedanke, dass es natürlich schwierig sein wird, mit ihm an einem Tisch zu sitzen", sagt EU-Ratspräsident Charles Michel am Rande des G7-Gipfels in Elmau. Andererseits unterstütze man den Ansatz der internationalen Zusammenarbeit, und es stelle sich die Frage, ob man die wichtige Gruppe der 20 (G20) "killen" sollte. Er hoffe, dass es einen gemeinsamen Ansatz beim Umgang mit dem Thema geben werde, fügt Michel hinzu und lässt erkennen, dass er kein Verfechter eines Boykotts ist.

+++ 14:56 Kuleba erwartet Antwort der G7 nach Angriff auf Kiew +++
Nach neuen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fordert Außenminister Dmytro Kuleba von den G7-Staaten härtere Sanktionen gegen Russland und zusätzliche Waffenlieferungen. Kuleba hat auf Twitter ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mädchen von Rettungskräften auf einer Trage transportiert wird. "Dieses sieben Jahre alte ukrainische Kind schlief friedlich in Kiew, als ein russischer Marschflugkörper sein Haus in die Luft sprengte", schreibt er dazu. Die G7-Länder müssten darauf mit weiteren Sanktionen und mehr schweren Waffen für die Ukraine antworten, so Kuleba.

+++ 14:38 Papst: Dürfen das ukrainische Volk nicht vergessen +++
Papst Franziskus ruft die Menschen auf, die Leute in der vom russischen Angriffskrieg betroffenen Ukraine nicht zu vergessen. "Dort in der Ukraine geht der Beschuss weiter, der Tote, Zerstörung und Leid für das Volk verursacht", sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche zum Abschluss des Weltfamilientreffens in Rom. "Bitte, vergessen wir dieses vom Krieg betrübte Volk nicht", fordert der 85-Jährige.

+++ 14:11 Johnson und Macron sehen möglichen Wendepunkt im Krieg +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson sehen die Chance auf eine Wende im Kriegsverlauf in der Ukraine. Der Krieg sei in einer "kritischen Phase", in der die Möglichkeit bestehe, "das Blatt im Krieg zu wenden", erklärt die britische Regierung nach einem bilateralen Treffen von Johnson und Macron am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. Johnson habe bei dem Treffen mit Macron ausdrücklich davor gewarnt, jetzt schon eine Verhandlungslösung für den Krieg mit zu großen Zugeständnissen an den Angreifer Russland anzustreben: "Jeder Versuch, den Konflikt jetzt beizulegen, würde anhaltende Instabilität schaffen und Präsident Putin in die Lage versetzen, souveräne Staaten und internationale Märkte dauerhaft zu manipulieren", heißt es in der britischen Erklärung.

+++ 13:44 Raketen auf Kiew: Klitschko spricht von "grausamem Angriff" +++
US-Präsident Joe Biden verurteilt die jüngsten russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew scharf. "Das ist noch mehr von ihrer Barbarei", sagt Biden beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht von einem "grausamen Angriff". Erstmals seit drei Wochen war Kiew am heutigen Sonntag - wenige Stunden vor Beginn des G7-Gipfels im bayerischen Elmau - wieder Ziel russischer Raketenangriffe geworden. Getroffen wurde nach ukrainischen Angabe ein Wohnkomplex, mindestens vier Menschen wurden verletzt. In dem betroffenen Wohnviertel im Nordwesten Kiews gibt es auch eine Rüstungsfabrik, die in der Vergangenheit bereits beschossen worden war.

+++ 13:16 Moskau: Haben mehrere Ausbildungszentren angegriffen +++
Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums mehrere Ausbildungszentren der ukrainischen Armee mit Hochpräzisionswaffen angegriffen. Getroffen worden seien bei den Raketenangriffen Ziele in den Regionen Tschernihiw, Schytomyr und Lwiw, wie russische Nachrichtenagenturen berichten.

+++ 12:49 Johnson warnt vor "Müdigkeit" bei Sanktionen +++
Der britische Premierminister Boris Johnson lobt das Vorgehen von Bundeskanzler Olaf Scholz gegen Russland im Ukraine-Krieg. "Ich hätte nie im Leben geglaubt, dass ein deutscher Bundeskanzler sich so engagieren würde", sagt Johnson vor Beginn des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern. Scholz habe den Ukrainern Waffen geschickt und trotz der großen Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas eine harte Linie gegenüber Moskau eingeschlagen. Johnson warnt gleichzeitig generell vor einer "Müdigkeit bei Bevölkerung und Politikern" bei den Russland-Sanktionen. Auf die Frage, ob er über eine Spaltung des Westens beim Vorgehen gegen Moskau besorgt sei, sagt der Premier: "Ich denke, der Druck ist da und die Besorgnis ist da, wir müssen da ehrlich sein." Bisher habe der Westen in G7 und Nato aber gezeigt, dass er geeint sei, fuhr der Premier fort.

+++ 12:21 Russland rückt Bericht zufolge nach Lyssytschansk vor +++
Nach der Einnahmen der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine sind russische Truppen einem Medienbericht zufolge auch über den Fluss in die Nachbarstadt Lyssytschansk vorgedrungen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Vertreter der prorussischen Separatisten, die an dem Vormarsch beteiligt sein sollen. Nach dem Fall von Sjewjerodonezk ist Lyssytschansk die letzte ukrainische Bastion in der Region Luhansk.

+++ 11:56 EU-Ratspräsident fordert Taten im Konflikt um Getreidelieferungen +++
EU-Ratspräsident Charles Michel mahnt eine Lösung im Konflikt um Getreidelieferungen aus der Ukraine an. "Wir brauchen keine Reden, wir brauchen Taten", sagt Michel auf dem G7-Gipfel. Die Blockade ukrainischer Häfen, in denen 22 Millionen Tonnen Getreide lagerten, müsse aufgehoben werden, sagt Michel. "Wir müssen sofort handeln."

+++ 11:35 Biden über Westen: "Wir müssen zusammenbleiben" +++
Bei einem Treffen kurz vor Eröffnung des G7-Gipfels beschwören Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden die Geschlossenheit des Westens gegenüber Russland. "Wir müssen zusammenbleiben", sagt Biden zum Auftakt der bilateralen Unterredung auf dem bayerischen Schloss Elmau. Russlands Präsident Wladimir Putin habe vergeblich darauf gesetzt, "dass sich die NATO und die G7 irgendwie spalten", sagt er. "Das wird nicht passieren." Kanzler Scholz äußert sich ähnlich: "Wir bleiben geschlossen", sagt er. Im Mittelpunkt der Unterredung sollte der russische Krieg gegen die Ukraine stehen, sagt ein hochrangiger US-Regierungsbeamter vorab. Das Gespräch solle der "anhaltenden engen Abstimmung an der politischen und diplomatischen Front dienen".

+++ 11:15 Tscherkassy in Zentralukraine meldet Explosionen +++
In der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy sind am Vormittag Explosionen zu hören gewesen. Das teilt der Gouverneur der Region, Olexander Skitschko, über die Telegram-App mit. Einzelheiten nannte er nicht. Tscherkassy mit seinen knapp 300.000 Einwohnern ist seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar von Bombardierungen weitgehend verschont geblieben.

+++ 10:36 Schoigu besucht russische Truppen in der Ukraine +++
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat in der Ukraine kämpfende russische Soldaten besucht. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlicht ein Video, in dem zu sehen ist, wie Schoigu in dunkelgrüner Militärkleidung aus einem Flugzeug steigt und sich dann mit Militärs bespricht. Der Minister habe die Lage inspiziert und sich "Berichte der Kommandeure die über die aktuelle Situation und die Handlungen der russischen Streitkräfte in den Haupteinsatzgebieten angehört", heißt es in einer angehängten Mitteilung. Zudem habe er einzelne Soldaten für ihren Einsatz in der "militärischen Spezialoperation", wie der Krieg gegen die Ukraine in Russland offiziell genannt wird, mit Orden ausgezeichnet. Wann und wo sich Schoigu in der Ukraine aufhielt, wurde nicht mitgeteilt.

+++ 10:08 Mindestens fünf Verletzte nach Raketenangriff auf Kiew +++
Bei dem russischen Raketenangriff am Morgen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben der Polizei mindestens fünf Menschen verletzt worden. Eine Rakete habe ein Gebäude im Stadtzentrum getroffen, sagt Polizeichef Ihor Klymenko im staatlichen Fernsehen.

+++ 09:52 Munz zu Putin-Ankündigung: "Eine ganz klare Aufrüstung von Belarus" +++
Am gestrigen Samstag trifft sich Kremlchef Putin mit dem belarussischen Machthaber Lukaschenko. Ein Ergebnis: Russland will Minsk offenbar atomwaffenfähige Raketen liefern. Wie das einzuordnen ist, erklärt ntv-Korrespontent Rainer Munz in Moskau.

+++ 09:14 Briten: Sjewjerodonezk für Russland "signifikanter Erfolg" +++
Bei dem russischen Vorstoß auf den ukrainischen Donbass sieht der britische Geheimdienst es als "signifikanten Erfolg", dass Sjewjerodonezk nun unter russischer Kontrolle ist. Die Stadt sei ein wichtiges Industriezentrum und liege strategisch günstig am Fluss Siwerskyj Donez, schreibt das Verteidigungsministerium in seinem täglichen Lagebericht. Dennoch sei es nur eines von mehreren anspruchsvollen Zielen, die die Kremltruppen erreichen müssten. Der Geheimdienst erwähnt darüber hinaus den Vormarsch auf Kramatorsk und die wichtigsten Versorgungswege nach Donezk.

+++ 08:41 G7 planen Importstopp für russisches Gold +++
Wegen des Ukraine-Kriegs verhängen Großbritannien, die USA, Japan und Kanada ein Verbot für die Einfuhr von Gold aus Russland. Dies teilt die britische Regierung vor Beginn des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern mit. Der britische Premierminister Boris Johnson will demnach bei dem Treffen großer Industriemächte die anderen Staaten drängen, sich dem Schritt anzuschließen, um Russland "weiter vom internationalen Finanzsystem zu isolieren". Auch US-Präsident Joe Biden schreibt auf Twitter, dass die Industriestaaten einen Importstopp für russisches Gold ankündigen würden.

+++ 08:04 Explosionen in Kiew: Eine Rakete traf mehrstöckiges Wohnhaus +++
Nachdem es am Morgen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew infolge russischer Raketenangriffe mehrere Explosionen gegeben hat, werden weitere Details bekannt. Demnach habe eine Rakete ein neunstöckiges Wohnhaus getroffen, schreibt Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, im Nachrichtendienst Telegram. Eine weitere Rakete sei auf dem Gelände eines Kindergartens im Bezirk Schewtschenko eingeschlagen. In dem Wohnhaus wurde nach Angaben des Zivilschutzes mindestens ein Mensch verletzt. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtet derweil von zwei Verletzten und weiteren Menschen, die noch unter Trümmern feststeckten. Die Rettungs- und Löscharbeiten dauern noch an.

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Unter den Trümmern sollen noch einige Menschen feststecken.

(Foto: REUTERS)

+++ 07:34 Bericht: Ukraine kauft erneut Waffen bei deutschem Hersteller +++
Die Ukraine hat offenbar erneut auf eigene Initiative Waffen direkt bei der deutschen Industrie gekauft. Kiew habe knapp 2900 tragbare Panzerabwehrwaffen vom Typ RGW 90 Matador beim deutschen Rüstungskonzern Dynamit Nobel Defence (DND) bestellt, berichtet die "Welt" unter Verweis auf ukrainische Regierungskreise. Die Bestellung wurde demnach bereits geliefert. Den Informationen der Zeitung zufolge bezahlte Kiew die Waffen mit eigenem Geld. Die Lieferung der Waffen setzt grünes Licht der Bundesregierung voraus. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren wollen, berichtet "Welt".

+++ 06:50 Indonesiens Präsident will nach Moskau und Kiew reisen +++
Der indonesische Präsident Joko Widodo will bei seinem bevorstehenden Besuch in Moskau und Kiew seine russischen und ukrainischen Amtskollegen zum Dialog auffordern. "Der Krieg muss aufhören, und die globalen Nahrungsmittelketten müssen reaktiviert werden", sagt Widodo vor seiner Abreise zum G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau, zu dem er als Gast geladen ist. Er werde auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin auffordern, einen sofortigen Waffenstillstand anzuordnen. Indonesien hat in diesem Jahr den G-20-Vorsitz. In der kommenden Woche will Widodo nach Moskau und Kiew reisen.

+++ 06:14 Explosionen erschüttern Zentrum von Kiew +++
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Morgen von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach Berichten von AFP-Journalisten wurde ein Wohnkomplex im Zentrum der Stadt getroffen, Feuer brach aus. Krankenwagen und Rettungskräfte seien im Bezirk Schewtschenko im Einsatz, schreibt Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Anton Heraschtschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, schreibt, Augenzeugen hätten von Raketen berichtet. Ob es Verletzte oder Tote gab, ist bislang unklar.

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+++ 05:59 Bas will Energie im Bundestag sparen +++
Wegen der Energieknappheit in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine plant Bundestagspräsidentin Bärbel Bas laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung Einsparungen beim Energieverbrauch im Reichstagsgebäude. "In der aktuellen Lage müssen wir alle unseren Energieverbrauch reduzieren", sagt die SPD-Politikerin dem Blatt. Das gelte auch für den Bundestag. Sie habe die Verwaltung aufgefordert, ihr kurzfristig ein Konzept dazu vorzulegen, "mit welchen Maßnahmen wir unseren Beitrag leisten werden". Der Plenarsaal im Reichstagsgebäude wird demnach bislang per Klimaanlage auf bis zu 22 Grad heruntergekühlt.

+++ 04:36 Selenskyj: Ukraine in emotional schwieriger Kriegsphase +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Ukraine in einer emotional schwierigen Phase des Krieges. "Wir haben kein Gefühl dafür, wie lange es dauern wird, wie viele Schläge, Verluste und Anstrengungen noch nötig sein werden, bevor wir sehen, dass der Sieg in Sicht ist", sagt Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Die unerbittlichen Raketenangriffe bestätigten, dass die Sanktionen gegen Russland nicht ausreichten, um der Ukraine zu helfen. "Die Luftabwehrsysteme - die modernen Systeme, über die unsere Partner verfügen - sollten nicht auf Übungsplätzen oder in Lagern stehen, sondern in der Ukraine, wo sie jetzt gebraucht werden, mehr als irgendwo sonst auf der Welt", sagt Selenskyj.

+++ 04:09 Evakuierung von Chemiewerk wegen Beschuss ausgesetzt +++
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass ist die Evakuierung von Menschen aus einem Chemiewerk in Sjewjerodonezk wegen ukrainischem Beschuss ausgesetzt worden. Die Agentur beruft sich dabei auf die örtliche Polizei in der wenige Stunden zuvor von russischen Truppen eroberten Stadt. Nach Angaben eines hochrangigen Beraters des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj befinden sich auch nach dem Rückzug ukrainischer Truppen aus Sjewjerodonezk noch Spezialeinheiten in der Stadt, die das Artilleriefeuer auf die russischen Truppen dirigieren.

+++ 03:11 EVP-Chef mahnt langen Atem der G7 an +++
Vor dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau mahnt der Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, eine langfristige Unterstützung der Ukraine an. Notwendig sei "die Botschaft an den Kriegstreiber Putin, dass er diesen Krieg nicht gewinnen wird", sagt Weber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es darf keinen Zweifel daran geben, dass die westlichen Demokratien einen langen Atem haben und bereit sind, der Ukraine langfristig zu helfen." Zugleich ruft Weber die G7 dazu auf, neue Partner in Asien, Afrika oder Südamerika zu gewinnen. Es müsse gelingen, "eine Art Freihandelszone der freien Welt aufzubauen, in der man sich gegenseitig unterstützt", forderte der EVP-Chef. China dürfe nicht der Profiteur von neuen Konflikten und einer "westlichen Naivität" sein.

+++ 01:38 Nouripour warnt vor "Kriegsmüdigkeit" +++
Der Co-Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, ruft die G7 vor ihrem Treffen im bayerischen Elmau dazu auf, die Ukraine und die Länder des globalen Südens stärker zu unterstützen. "Es ist Aufgabe der wirtschaftsstärksten demokratischen Industrienationen, gemeinsam und abgestimmt für den Schutz von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten einzustehen", sagt Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Vom G7-Gipfel muss ein starkes Signal der Unterstützung ausgehen, sowohl für die Ukraine als auch für die Länder des globalen Südens." Es dürfe keine "Kriegsmüdigkeit" einkehren. "Die militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine muss auch in der nächsten Phase des Konflikts weitergehen. Darüber hinaus braucht es weitere finanzielle Hilfen für die Länder des globalen Südens, die von den Folgen des Krieges hart getroffen sind." Die G7-Staaten müssten sich darauf verständigen, wie die Folgen des Krieges auf die Welternährungslage abgemildert werden könnten.

+++ 00:57 Großbritannien übernimmt weitere Kreditgarantien +++
Großbritannien ist bereit, im Laufe des Jahres weitere 525 Millionen Dollar an Weltbankkrediten für die Ukraine zu garantieren. Damit werde sich die finanzielle Unterstützung in diesem Jahr auf insgesamt 1,5 Milliarden Dollar belaufen, erklärt Premierminister Boris Johnson vor dem G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau. "Die Ukraine kann gewinnen und sie wird gewinnen. Aber sie braucht dazu unsere Unterstützung", sagt Johnson. "Jetzt ist nicht die Zeit, die Ukraine aufzugeben."

+++ 23:29 Ischinger sieht Westen in der Defensive +++
Der langjährige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht den Westen vor dem G7-Gipfel in Elmau in der Defensive. "Den eigentlichen Sinn dieses Gipfels sehe ich in der Bekräftigung der westlichen Entschlossenheit, eine regelbasierte internationale Ordnung gegen massive Völkerrechtsbrüche wie die von Putin zu verteidigen", sagt der frühere Spitzendiplomat dem Berliner "Tagesspiegel": "Es ist ein Defensivtreffen zur Verteidigung unserer Werte und Regeln." Der Irak-Krieg und der Afghanistan-Krieg hätten die Glaubwürdigkeit des Westens erschüttert, meint der heutige Chef des Stiftungsrats der Sicherheitskonferenz. "Deshalb hat der Westen im Ringen mit Russland und China keine besonders guten Karten", meint er: "Wir haben da eine sehr ungünstige Ausgangsposition."

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, als/dpa/rts/AFP

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